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Der Gang durch die redaktionelle Woche am Niederrhein

KW 52: Montag, 22. - Sonntag, 28. Dezember 2025

Geflügelpest: Neuer Fall im Kreis Kleve, Sperrzone reicht bis in den Kreis Wesel
Am Dienstagnachmittag, 23. Dezember 2025, wurde in Kevelaer im Kreis Kleve ein Verdacht auf die Geflügelpest in einem Putenbestand labordiagnostisch festgestellt.  Die Kreise Kleve und Wesel haben um den Verdachtsfall eine vorläufige Sperrzone mit einem Radius von 10 Kilometern um den Betrieb eingerichtet.

Die Zone und die Regelungen sind vom Kreis Wesel im Amtsblatt 73 vom 23.12.2025 veröffentlicht worden. Das Amtsblatt ist unter https://www.kreis-wesel.de/system/files/2025-12/Amtsblatt%20Nr.%20%2073_25.pdf abrufbar.  Bei Bestätigung des Befundes durch das Friedrich-Loeffler Institut wird die vorläufige durch eine endgültige Schutz- und Überwachungszone ersetzt. 

Weitere Informationen zum Ausbruchsgeschehen der Geflügelpest im Kreis Kleve finden Sie unter
https://www.kreis-kleve.de/aufgaben/tiere/tierseuchenbekaempfung/gefluegelpest-aktuelles-ausbruchsgeschehen
Nach wie vor gilt im gesamten Kreis Wesel eine Aufstallpflicht. Sie gilt für alle Geflügelhaltungen, unabhängig von der Größe des Bestandes und der Nutzungsrichtung. 

Stadt Moers ruft zur Bewerbung für das Schiedsamt auf
Die Stadt Moers sucht engagierte Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen und zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders beitragen möchten. Für das Schiedsamt im Bezirk 3 – Meerbeck, Baerler Busch ist das Ehrenamt neu zu besetzen.

Schiedsleute leisten einen wichtigen Beitrag zur außergerichtlichen Konfliktlösung. Sie schlichten insbesondere bei nachbarschaftlichen Streitigkeiten und helfen so, kosten- und zeitintensive Gerichtsverfahren zu vermeiden. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten, Nachbarrecht sowie bestimmte Privatklagedelikte wie Beleidigung, üble Nachrede oder Bedrohung.

Rahmenbedingungen für das Schiedsamt im Überblick
Gesucht wird jemand, der mit Lebenserfahrung, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zum fairen Ausgleich von Interessen beitragen möchte. Bewerberinnen und Bewerber sollten ihren Wohnsitz im genannten Bezirk haben und zwischen 25 und 75 Jahre alt sein.

Für das Engagement erhalten Schiedsleute eine monatliche Aufwandsentschädigung von 60 Euro, die quartalsweise ausgezahlt wird, sowie eine Einmalzahlung von 500 Euro. Darüber hinaus kann ein Jahr nach Amtsantritt die Ehrenamtskarte des Landes Nordrhein-Westfalen beantragt werden, die Vergünstigungen, etwa in Theatern und Museen, bietet.

Bewerbungen sind bis Sonntag, 15. März 2026, möglich. Wer Interessiert an diesem Ehrenamt ist, kann sich schriftlich unter der Angabe von Namen, Anschrift, Geburtsdatum und Beruf bei der Stadt Moers, Fachdienst Ordnung, 47439 Moers, bewerben. Die Bewerbungsunterlagen müssen ein Lichtbild, einen tabellarischen Lebenslauf und einen Tätigkeitsnachweis enthalten.

Die Stadt Moers hat ein Amtsblatt veröffentlicht.
Alle veröffentlichten Amtsblätter finden Sie unter https://www.moers.de/rathaus-politik/amtsblaetter Amtsblatt Nr. 27 vom 23.12.2025 (7.55 MB)

Neues Amtsblatt der Stadt Dinslaken
Das neue Amtsblatt der Stadt Dinslaken ist erschienen. Es enthält verschiedene öffentliche Bekanntmachungen, unter anderem zur Änderung der Hundesteuersatzung, zur Änderung der Friedhofsgebührensatzung und zur Änderung der Satzung über die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren. Die Amtsblätter der Stadt Dinslaken können auch online abgerufen werden.

Trödelmarkt Repelen
Komm nach Repelen: Hier wird Trödeln jedes Mal zum Erlebnis. Veranstaltungsdatum 28.12.2025 - 11:00 Uhr - 18:00 Uhr. Veranstaltungsort Markt 1-3, 47445 Moers. Veranstalter WMV Märkte & Mehr UG. Adresse Hooghe Weg 2 47906 Kempen

Grußwort von Landrat Ingo Brohl zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis Wesel,
die Weihnachtsbotschaft „Fürchtet euch nicht!“ erinnert uns gerade in herausfordernden Zeiten daran, dass Mut, Vertrauen und Gemeinschaftssinn stärker sind als jede Schwierigkeit.

2025 war ein besonderes Jahr. Die Kommunalwahl hat unseren Kreistag neu zusammengesetzt – die kommunale Ebene bleibt der Sauerstoff unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Auch ich durfte mich erneut der Wahl stellen und danke Ihnen von Herzen für das Vertrauen, das Sie mir wieder geschenkt haben. Diese Wiederwahl erfüllt mich mit Freude und Demut – und sie verpflichtet, verlässlich, bodenständig und mit einem klaren Blick für die Menschen im Kreis Wesel weiterzuarbeiten.

Ein Höhepunkt dieses Jahres war das 50-jährige Jubiläum unseres Kreises Wesel. Die vielen Veranstaltungen haben gezeigt, wie eng wir am Niederrhein zusammenstehen - vielfältig, lebendig und heimatverbunden. Dieses Jubiläum hat zudem das breite Leistungsspektrum und die wichtigen Aufgaben, die der Kreis erfüllt, gezeigt.

Gleichzeitig war 2025 ein Jahr, in dem wir als Kreisverwaltung wichtige Zukunftsprojekte vorangebracht haben. Dazu gehört auch die konsequente Ausrichtung unserer Kreispolizeibehörde an ihren Behördenzielen. Mit dem Sicherheitsprogramm 2025 wurden klare Schwerpunkte gesetzt – insbesondere in der Bekämpfung bürgerbelastender Kriminalität, spezieller Gewaltphänomene und krimineller Strukturen. Sicherheit ist das staatliche Grundversprechen.

Ein wesentlicher Baustein unserer Zukunftsstrategie liegt im Bildungsbereich. Die Eröffnung des Berufsbildungscampus Moers war ein bedeutender Schritt für die Fachkräfteausbildung von morgen. Dieser Campus, mit seiner modernen Lernumgebung und hohen digitalen Ausstattung, sowie der Ausbau der Verzahnung mit dem Handwerklichen Bildungszentrum stärken die berufliche Ausbildung am Wirtschaftsstandort Niederrhein nachhaltig.

Auch im Gesundheits- und Rettungswesen gehen wir weiter wegweisende Schritte. Die Gründung einer Notfallsanitäterschule an der Bethanien Akademie Moers, an der die Ausbildung im September 2026 startet, wird die Qualifizierung der Rettungskräfte von morgen weiter stärken – praxisnah, modern und nah an den Bedarfen unserer Region.

Besonders bewegt hat mich in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt im Kreis Wesel. Dieses Netzwerk – von Beratungsstellen über Frauenhäuser und Gleichstellungsstellen bis hin zu Polizei, Justiz, Jugendämtern und dem Gesundheitswesen – zeigt, wie wichtig Vernetzung und gemeinsame Verantwortung sind.
Als Landrat ist es mir ein persönliches Anliegen, dass wir Betroffene schützen, Strukturen stärken und das Thema weiterhin sichtbar machen. Gewalt darf in unserem Kreis keinen Platz haben – auch deshalb haben wir die Strukturen und Zuständigkeit für dieses wichtige Thema in unserer Kreisverwaltung angepasst.

Wir wissen zugleich, dass die kommenden Jahre finanziell sehr anspruchsvoll werden. Ein Modernisierungsschub in unseren Gebäuden, Strukturen und Abläufen ist zudem notwendig. Das wird gelingen, wenn wir Mut mit Augenmaß verbinden und die Lage unserer Städte und Gemeinden stets mit im Blick behalten.

Mein Dank gilt allen, die sich im Kreis Wesel engagieren – im Ehrenamt, in Vereinen, Kirchen, Initiativen, im Sport und in der Kommunalpolitik.
Ein besonderer Dank gilt den Menschen, die an Weihnachten und zum Jahreswechsel Dienst tun in Krankenhäusern und der Pflege, bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Sie alle stehen für Zusammenhalt, Verantwortung und Menschlichkeit.

Mit diesem Geist des Miteinanders blicke ich hoffnungsvoll auf das Jahr 2026. Lassen Sie uns unseren Kreis Wesel weiterhin verlässlich, nachhaltig und mit Herz gestalten – als Region, die ihren Werten treu bleibt und mit Offenheit Zukunft gestaltet.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Start in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr.
Ihr
Ingo Brohl

Landrat Kreis Wesel

Moers: Weihnachtsgruß von Bürgermeisterin Julia Zupancic
Liebe Moerserinnen und Moerser,
die letzten Wochen waren geprägt von vielen Gesprächen, Begegnungen und einem ehrlichen Austausch darüber, was unsere Stadt bewegt und was wir gemeinsam besser machen wollen. Dabei habe ich deutlich gespürt, wie sehr den Menschen in unserer Stadt die Zukunft von Moers am Herzen liegt.

Diese Zukunft wird auch im kommenden Jahr von großen Herausforderungen geprägt sein. Die städtischen Finanzen bleiben angespannt. Gerade deshalb ist es wichtig, verantwortungsvoll zu handeln, Prioritäten klar zu setzen und Entwicklungen mit Weitblick voranzubringen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird die Stadtplanung sein. Die Entwicklung des Areals zwischen dem ehemaligen Finanzamt und dem Parkplatz an der Mühlenstraße ist ein zentrales Projekt für unsere Innenstadt und soll 2026 weiter konkretisiert werden. Ebenso möchte ich im kommenden Jahr Klarheit über die Zukunft der Feuerwehrstandorte schaffen – ein Thema, das viele bewegt und nun verlässliche Entscheidungen braucht.

Mir ist außerdem der direkte Austausch mit Ihnen besonders wichtig. Deshalb arbeite ich derzeit an einem modernen Konzept für Bürgersprechstunden, das offen, nahbar und unkompliziert ist. Ich möchte zuhören, Probleme frühzeitig erkennen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Die vielen Baustellen in unserer Stadt lassen sich nicht immer leicht koordinieren. Gemeinsam mit der Enni will ich hier dennoch weiter vorankommen, Abläufe besser abstimmen und Belastungen so gering wie möglich halten. Besonders wichtig ist das mit Blick auf den Innenstadtumbau, der 2026 weiter voranschreiten wird.

Jetzt ist aber einmal Zeit, innezuhalten, ein wenig zur Ruhe zu kommen und neue Kraft für die Herausforderungen zu sammeln. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein friedliches Weihnachtsfest, erholsame Tage und einen guten Start ins neue Jahr. Lassen Sie uns 2026 gemeinsam an einem lebenswerten Moers weiterarbeiten.
Herzliche Grüße
Julia Zupancic

Bürgermeisterin der Stadt Moers

Stadtverwaltung Moers macht Betriebsferien
Zwischen den Feiertagen legt auch die Stadtverwaltung Moers eine Pause ein. Von Mittwoch, 24. Dezember, bis einschließlich Samstag, 3. Januar 2026, bleiben der Bürgerservice, die Sozialraumteams des Jugendamts, die vhs, die Bibliothek sowie die Moerser Musikschule geschlossen. In dieser Zeit stehen auch die Open Library und die Außenrückgabe der Bibliothek nicht zur Verfügung.

Die Bibliothekszweigstelle Repelen öffnet erst wieder ab dem 7. Januar, die Zweigstelle Kapellen bleibt vom 12. Dezember bis einschließlich 5. Januar geschlossen. Wer dennoch Lesestoff oder Hörbücher möchte, kann die Online-Dienste der Bibliothek wie gewohnt ohne Unterbrechung nutzen.  Auch das Grafschafter Museum und das Alte Landratsamt (ALRA) schließen an den Feiertagen am 24., 25. und 31. Dezember ihre Türen.

An allen anderen Tagen – sogar an Neujahr – können Besucherinnen und Besucher die Ausstellungen regulär besichtigen. Ab Montag, 5. Januar, gelten in der Stadtverwaltung und in den städtischen Einrichtungen wieder die normalen Öffnungszeiten bzw. in der Musikschule die Ferienzeiten am 5./6. Januar (Verwaltung: 9 bis 13 Uhr, kein Unterricht).

Notdienst des Standesamts am 30. Dezember Für die Beurkundung von Sterbefällen richtet das Standesamt am Dienstag, 30. Dezember, einen Notdienst ein. Die Mitarbeiterinnen stehen von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern 0 28 41 / 201-660, -692, -693 oder -706 zur Verfügung.

Um den Ablauf zu erleichtern, sollten Unterlagen wie Sterbefallanzeige, Todesbescheinigung und Personenstandsurkunden vorab per Fax an 0 28 41 / 201-1 64 91 oder per E-Mail an sterbefaelle@moers.de gesendet werden. Die Mitarbeitenden des Standesamtes melden sich anschließend telefonisch, sobald die Sterbeurkunden abgeholt werden können.

Stadt Moers begrüßt aktuellen Beschluss zu Deponie Lohmannsheide
Die Stadt Moers wertet den aktuellen Beschluss zur geplanten Deponie Lohmannsheide als wichtigen Schritt. Das Oberverwaltungsgericht NRW hatte am 19. Dezember festgestellt, dass der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf für die Errichtung und den Betrieb der Deponie in Duisburg-Baerl voraussichtlich rechtswidrig ist.

„Die Entscheidung bestätigt unsere zentralen Bedenken –besonders im Hinblick auf bislang nicht ausreichend untersuchte und bewertete Auswirkungen auf das Grundwasser“, erklärt Bürgermeisterin Julia Zupancic.  Auch wenn sich der Beschluss auf die Belange des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezieht, deckt sich die gerichtliche Einschätzung mit der Auffassung der Stadt Moers.

Bürgermeisterin Zupancic würdigt in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Engagement des Umweltverbandes: „Der Beschluss zeigt, wie wichtig eine engagierte und fachlich fundierte Beteiligung der Zivilgesellschaft ist. Der BUND hat in diesem Verfahren mit großem ehrenamtlichem Einsatz und hoher Sachkenntnis dafür gesorgt, dass unsere Ressourcen geschützt werden.“ Die Stadt Moers erwartet, dass der Planfeststellungsbeschluss auch im Hauptsacheverfahren aufgehoben wird.

Stadtverwaltung Dinslaken zwischen den Jahren geschlossen
Die Dinslakener Stadtverwaltung ist, mit einigen Ausnahmen, von Heiligabend, 24.12.2025, bis Sonntag, 4. Januar 2026, geschlossen. Notdienste sind eingerichtet. Die Schließung betrifft auch das Museum Voswinckelshof, die Stadtinfo am Rittertor und das Archiv. Das Familienbüro ist ab dem 20.12. geschlossen und öffnet dann wieder am 5. Januar 2026. 

Die Müllabfuhr erfolgt wie im Abfallkalender angegeben. Auch die Straßenreinigung erfolgt an den üblichen Tagen, nur an Feiertagen fällt sie aus. Der Wertstoffhof ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Sa., 27.12.: 8.00-15.00 Uhr
Di., 30.12.: 8:00-15.30 Uhr
Fr., 02.01.: 8.00-15.30 Uhr
Sa., 03.01.: 8.00-15.00 Uhr
Die Stadtbibliothek ist bereits am 2. Januar wieder geöffnet. In Notfällen bei Hausanschlüssen und Kanalisationsanlagen kann der Tiefbau unter der Notfallnummer 02064 / 66-354 erreicht werden. Der Allgemeine Soziale Dienst ist über die Kreisleitstelle auch während Schließzeiten erreichbar.
Die Feuerwehr ist – ob bei Bränden, Hilfeleistungen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen – wie gewohnt unter der Notrufnummer 112 zu erreichen.

Aktion „Weihnachts-Wunsch“: Weihnachtsfeier im Lühlerheim
Zum mittlerweile 15. Mal fand am Freitag, 19. Dezember 2025, eine gemeinsame Weihnachtsfeier der Kreisverwaltung Wesel mit der Wohnungsloseneinrichtung der Evangelischen Stiftung Lühlerheim in Schermbeck statt. Kreisdirektor Ralf Berensmeier überreichte bei diesem Anlass den Bewohnerinnen und Bewohnern des Lühlerheims insgesamt 106 Geschenke, die im Rahmen der Aktion „Weihnachts-Wunsch“ von Mitarbeitenden und Besuchenden der Weseler Kreisverwaltung gespendet worden waren.

 Neben Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden des Lühlerheims waren zahlreiche Spenderinnen und Spender, darunter viele Beschäftigte der Kreisverwaltung Wesel, unter den Gästen. Sie hatten einen Wunschzettel vom Weihnachtsbaum im Kreishaus genommen und sich mit einem Geschenk im Wert von bis zu 25 Euro oder einer Geldspende an der Aktion beteiligt.

Neben den Präsenten konnte der Kreisdirektor dem Geschäftsführer des Lühlerheims, Theo Lemken, einen Spendenbeitrag in Höhe von 430 Euro überreichen. Beide bedankten sich in ihren Ansprachen herzlich bei allen, die die Aktion „Weihnachts-Wunsch“ unterstützt haben. 

Vorstandsmitglied Dr. Lars Rentmeister begleitete das Beisammensein bei Kaffee und Kuchen und das gemeinsame Singen von Weihnachtsklassikern mit seiner Gitarre. Ralf Berensmeier: „Es ist mir eine große Freude, in diesem Jahr Teil der Aktion ‚Weihnachts-Wunsch‘ zu sein und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Lühlerheims eine kleine Freude zu bereiten. Ich danke allen Spenderinnen und Spendern, die mit ihren großzügigen Gaben und ihrer Teilnahme an dieser Aktion nicht nur Geschenke, sondern vor allem ein Stück Wärme und Menschlichkeit in die Herzen der Menschen getragen haben.“

Kreisdirektor Ralf Berensmeier (vorne) und Vorstandsmitglied Dr. Lars Rentmeister (an der Gitarre)

Erfolgsmodell Hübsch und Heimelig
Laden in Goch überzeugt mit ganzheitlichem Konzept  

Die Vorweihnachtszeit war für den Handel in den Innenstädten lange die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Durch die Zunahme des Online-Handels reicht es schon lange nicht mehr aus, Weihnachtsdeko aufzustellen und auf die Kunden zu warten. Die Niederrheinische IHK stellt Geschäfte vor, die beides können: Online-Handel und lokale Präsenz.

Eva Engler-Lehmann gießt Kerzen in ihrer Manufaktur. Foto: Alice Peters

Eva Engler-Lehmann hat mit „Hübsch & Heimelig“ in Goch-Pfalzdorf Manufaktur, Laden und Online-Shop zu einem erfolgreichen Konzept verbunden.  
Was ist das Besondere an Hübsch und Heimelig?
Bei uns ist alles aus einem Guss: Online-Shop, Laden, Social-Media-Auftritte, Workshops.
Nachhaltige und natürliche Produkte in einem ganz eigenen, minimalistischen Stil. Damit bin ich mir von Anfang an treu geblieben. Und das macht unsere Marke auch in einem stark umkämpften Umfeld besonders und wiedererkennbar. Als ausgebildete Aromatherapeutin und Naturkosmetikerin habe ich das Fachwissen, hochwertige Produkte herzustellen.

Die Eröffnung meines Online-Shops im Jahr 2021 hatte ich lange vorbereitet und bin dann direkt voll eingestiegen. Ganz wichtig: Ein professioneller Auftritt und eine starke Marke. Dazu gehört auch, auf Social Media sichtbar zu werden. Ohne genug Geld zu investieren, geht es nicht. Die frühe Verbindung mit Influencern sowie anderen Marken, die zu uns passen, hat dann sehr schnell für sehr viel Reichweite gesorgt.

Auch dabei ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Ich persönlich bin keine Person für Videos über mich und mein Leben. Meine gescheiterten Versuche habe ich mit einem Augenzwinkern veröffentlicht und gesagt: Ich schreibe lieber und lasse meine Produkte sprechen. Dafür habe ich sehr viel Zuspruch bekommen. Denn letztlich muss die Ware überzeugen. Und das tut sie: Unsere Baby-Erkältungskerze zum Beispiel ist von Anfang an ein Top-Seller.  

Wie verbinden Sie die Online-Welt mit dem Einkaufserlebnis im Laden?
Das kleine Lädchen kam zwei Jahre nach Eröffnung des Online-Shops hinzu. Der Wunsch nach persönlicher Begegnung und Beratung war groß. Durch das Geschäft können meine Team-Kollegin Christina und ich nun mit den Kunden direkt in Kontakt kommen und ihre Vorlieben kennenlernen.

Das Sortiment ist aus diesem Grund gewachsen: Immer wieder wurden wir im Laden auf die Kleidung angesprochen – daher haben wir unser Sortiment um eine kleine Auswahl an Mode-Labels und Schmuck aus den Niederlanden ergänzt.   Genauso wuchs das Interesse an der kreativen Arbeit hinter dem Label Hübsch Heimelig – so wurden die Workshops geboren.
Besonders die Mädelsabende zum Thema Kunst und Wein finden viel Anklang. Jetzt in der Vorweihnachtszeit ist dafür in der Werkstatt allerdings kein Platz: Die Produktion der Aromakerzen läuft auf vollen Touren.    

Wie läuft das Weihnachtsgeschäft in Kombination von online und stationär?
Social Media ist der wichtigste Kanal. Natürlich gibt es ein Adventsgewinnspiel und jede Menge Geschenkideen aus meiner Manufaktur. Gemeinsam mit anderen nachhaltigen Produzenten, Start-ups und künstlerischen Werkstätten habe ich im November einen Wintermarkt im Haus am See in Goch-Kessel veranstaltet.

Der Erfolg hat uns regelrecht überrannt: Es waren rund 1500 Menschen bei uns. Genauso viele mussten leider wieder umdrehen, weil die Kapazität des kleinen Orts ausgelastet war. Auf dem Markt konnten wir unsere Produkte in einer schön gestalteten Wohlfühl-Atmosphäre präsentieren.

Inklusive Kinderspielplatz, Gelegenheiten zum Ausprobieren der Produkte und persönlichen Gesprächen. Nächstes Jahr gibt es den Markt auf jeden Fall wieder: Dann aber mit einer besseren Logistik.    

Concept-Store „Tres Chig“ setzt für das Weihnachtsgeschäft auf Begegnungen und Online-Auswahl

Klever Händler lockt Kunden mit Abwechslung und Erlebnissen. Die Vorweihnachtszeit war für den Handel in den Innenstädten lange die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Durch die Zunahme des Online-Handels reicht es schon lange nicht mehr aus, die Weihnachtsdeko rauszuholen, um Kunden zu locken.

 Die Niederrheinische IHK stellt Geschäfte vor, die Einkaufen vor Ort und online erfolgreich miteinander verbinden. So beleben sie die Innenstädte und bieten das Beste aus beiden Welten. Ganz vorne mit dabei: Der Concept-Store „Très Chig“ von Christoph Gebhardt in Kleve. Wir haben ihn nach seinem Erfolgsrezept gefragt.

Was ist das Besondere an Très Chig?
Ein eigener Concept-Store, der ausgewählte, kreative Produkte anbietet, war lange mein Traum. Ich habe als Gestalter für visuelles Marketing bei großen Handelsketten im Modebereich gearbeitet, hatte aber schon immer viele eigene Ideen.

Angefangen hat alles ganz klein: Mit dem Verkauf von selbstgestalteten Postkarten auf Märkten. Danach kam der Schritt zum eigenen Geschäft in Kleve. Hier gibt es viele junge Leute, die meine Sachen mögen. Selbst gestaltete Dinge und individualisierte Produkte sind ein Wahrzeichen für meinen Laden.

Neben den lustigen Postkarten und schönen Accessoires war von Anfang an Mode dabei. Ich setze auf Second-Hand-Ware, weil ich dort sehr viele ausgefallene Stücke finde. Und ein ganz wichtiger weiterer Aspekt: die Workshops. Kunden fragten mich häufig, wie zum Beispiel die Armbänder bei mir im Laden hergestellt werden. So entstand die Idee, Workshops für verschiedene Themen anzubieten. Das läuft sehr gut, auch für Hochzeitsfeiern oder Junggesellenabschiede sind kreative Aktionen beliebt.

Christoph Gebhardt hat sich mit dem Concept-Store Très Chig in Kleve seinen Traum erfüllt. Foto: Très Chig

Wie verbinden Sie die Online-Welt mit dem Einkaufserlebnis im Laden?
Die Online-Welt und das Ladengeschäft lassen sich nicht trennen. Meine Social-Media-Präsenz ist sehr wichtig. Dadurch sind alle informiert über neue Ware oder Workshops und bestellen entweder direkt online oder kommen vorbei. Der Online-Shop würde ohne den Laden schlecht funktionieren und umgekehrt.

Das Geschäft in Kleve vermittelt meine bunte Welt zum Stöbern, Staunen und – ganz wichtig für die Second- Hand-Kleidung – zum Anprobieren. Hier kann ich meine Lust an Farben und Formen ausleben. Die teilen Kunden: Sobald ich neue Ware in rot, orange oder pink habe, ist sie meist sofort wieder weg. Junge Leute wollen gerne ausgefallene und bunte Klamotten haben. Die bekommen sie bei mir.

Ich brauche aber auch den Umsatz aus Online-Shops und -Plattformen. Im nächsten Jahr werde ich dort den B2B-Bereich ausbauen. Beide Anlaufstellen bringen meinen Stil authentisch rüber und so ist das für mich längst zu einer Einkaufswelt zusammengewachsen.

Was sind die Erfolgsprodukte für das Weihnachtsgeschäft?
Zunächst hatte ich auf Deko-Artikel gesetzt, aber dann festgestellt, dass der Markt für hochwertigere Produkte sehr eng ist. Daher sind Geschenke aller Art mein Erfolgsgeheimnis in der Weihnachtszeit. Bei mir finden Kunden individualisierte Accessoires und Einzelstücke.
Zum Beispiel selbstgenähte Kissen und Kuscheltiere. Wichtig sind auch die weihnachtlichen Workshops, wo Geschenke und Deko selbst hergestellt werden, wie Adventskranzbinden oder Gläserbemalen. Seit der Corona-Pandemie haben viele ihre kreative Ader entdeckt und freuen sich, wenn wir gemeinsam schöne Dinge herstellen.

Was könnte am Niederrhein noch besser laufen für den Handel?
Den verkaufsoffenen Sonntag in Kleve habe ich durch die große Menge an Weihnachtsmärkten als wenig sinnvoll für den stationären Handel erlebt. Nicht nur bei mir waren die Umsätze eher bescheiden. Durch diese Events locken wir zwar viele Menschen in die City. Aber so kostet es uns realen Umsatz, weil die Leute durch das Überangebot gar nicht mehr zum Shoppen kommen. Hier muss die Stadt besser überlegen, wann verkaufsoffene Sonntage was bringen.

Schöne Einkaufserlebnisse schaffen
Kunden wollen sich mit Geschäft verbunden fühlen

Die Vorweihnachtszeit war für den Handel in den Innenstädten lange die umsatzstärkste Phase im Jahr. Durch das Online-Angebot reicht es aber schon lange nicht mehr aus, etwas Weihnachtsdeko aufzustellen und auf Kundschaft zu warten. Katrin Hasenohr ist Handelsreferentin bei der Niederrheinischen IHK und verrät, was das Einkaufserlebnis einmalig macht.

Wie können Läden bei Kunden punkten?
Die Menschen möchten die Person hinter dem Geschäft kennenlernen. Und individuell beraten werden. So entsteht Vertrauen und Verbindung. Gleichzeitig hilft es, den Einkauf für die Kunden mit netten Kleinigkeiten oder Angeboten besonders zu machen. Das kann ein innovatives Schaufenster sein, ein Giveaway, ein Event oder eine Kooperation mit anderen Händlern. Diese Erlebnisse gibt es nur im Laden, nicht beim Online-Shopping.

Katrin Hasenohr ist Handelsreferentin bei der Niederrheinischen IHK. Foto: Niederrheinische IHK/Jacqueline Wardeski

Zur Adventszeit verbinden viele den Einkaufsbummel mit dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Oder treffen sich noch mit Freunden. Geschenke kaufen geht dann in bester Weihnachtsstimmung. Auch intensive Beratung ist dann mehr gefragt. Wenn mir der Händler im Laden ein Produkt erklärt, ist das viel anschaulicher als ein Video. Einkaufen und Erlebnis lassen sich aber das gesamte Jahr über miteinander verknüpfen. Viele Inhaber setzen sich aktiv dafür ein, dass unsere Innenstädte offen, bunt und vielfältig bleiben.

Wie wichtig ist eine Online-Präsenz?
Zumindest ein gut gepflegtes Google-Unternehmensprofil sollte heute jeder Laden haben. Ohne diese Visitenkarte im Netz riskiert man enttäuschte oder falsch informierte Kunden. Und auch ohne eigenen Online-Shop ist es wichtig, auf den gängigen Social-Media-Plattformen präsent zu sein. Hier schauen Kunden nach Neuigkeiten und bleiben in Verbindung.

Was unternimmt die Niederrheinische IHK, um den Handel in den Innenstädten zu unterstützen?
Wir sind wichtiger Ansprechpartner und Berater für den Handel in der Region. In unseren Webinaren erklären wir, wie Händler Vorgaben und Themen praktisch umsetzen. Bei unserem Social-Media-Frühstück helfen wir Händlern, ein eigenes Online-Profil zu entwickeln.

Mit der Kampagne „Heimat Shoppen" zeigen wir seit mehr als zehn Jahren, wie schöne Einkaufserlebnisse entstehen. Neben den Händlern sind hier viele weitere regionale Akteure involviert. Es ist jedes Mal faszinierend, wie viele Geschäfte mitmachen und welche kreativen Angebote es gibt.

Nicht zuletzt ist die IHK das Sprachrohr des Handels in der Region. Als Interessenvertretung sind wir unter anderem mit dem Stadt-Marketing, den politischen Gremien und der Verwaltung in regelmäßigem Austausch. Auch hier gilt: Gemeinsam können wir viel erreichen.

 

Im Job zu Weihnachten und Silvester: Wer muss wann und wo arbeiten?
Sie liefern den Weihnachtsbraten, sie organisieren die Silvesterparty in Hotel oder Restaurant oder sie kümmern sich um Menschen in Not: Ein Teil der Erwerbstätigen in Deutschland muss arbeiten, während und damit die Mehrheit der Bevölkerung Weihnachten und Silvester feiern kann. Wer an den kommenden Festtagen zur (Erwerbs-)Arbeit muss, hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung untersucht.*

Foto Hans-Böckler-Stiftung

Zentrale Befunde der neuen Studie: In diesem Jahr müssen 9 Prozent der Erwerbstätigen an Heiligabend nach 14.00 Uhr arbeiten. Besonders hoch sind die Anteile derjenigen, die zu Weihnachten und zur Jahreswende „im Dienst“ sind, in Verkehr und Logistik, im Handel, dem Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialbereich.

Auch regional bestehen einige Unterschiede: Beispielsweise müssen am Morgen des Heiligen Abends in Ostdeutschland mehr Menschen zur Arbeit gehen als in Westdeutschland, ergibt die Auswertung der WSI-Forscher Dr. Eric Seils und Dr. Helge Emmler.
Die Zahlen zeigen darüber hinaus, dass es häufig die gleichen Personen sind, die alle Jahre wieder Heiligabend arbeiten müssen. So sind von denen, die dieses Jahr am 24.12. im Erwerbsjob ran müssen, über 80 Prozent auch in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal Heiligabend auf der Arbeit gewesen.



Die Daten basieren auf der WSI-Erwerbspersonenbefragung, in der zwischen Mitte November und Anfang Dezember 5.800 Erwerbstätige darüber Auskunft gegeben haben, ob und wann sie an Weihnachten oder zum Jahreswechsel arbeiten.

Wer arbeiten muss…
Auf dieser Basis ergibt sich ein detailliertes Bild: Am Vormittag des 24. Dezember müssen noch 24 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten. Im Wirtschaftszweig Verkehr und Logistik muss sogar fast die Hälfte der Erwerbstätigen (49 Prozent) schaffen. Aber auch im Handel (46 Prozent) sowie im Gastgewerbe (39 Prozent) sind weit überdurchschnittlich viele im beruflichen Einsatz. Zugleich bestehen beachtliche regionale Unterschiede: So müssen 31 Prozent der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt zur Arbeit, während es in Bayern nur 17 Prozent sind.



Nach 14 Uhr, wenn in Deutschland das Ladenschlussgesetz den Heiligen Abend einläutet, sinkt der Anteil der Menschen, die schaffen müssen, zwar deutlich. Aber dennoch müssen immerhin 9 Prozent der Erwerbstätigen im Erwerbsjob die Stellung halten, während andernorts Bescherung ist.



An den beiden Weihnachtstagen bleiben die allgemeinen Werte der Beschäftigung in etwa auf dem Niveau von Heiligabend nach 14 Uhr. Eine wichtige Ausnahme ist das Gastgewerbe, wo stets weit mehr als ein Viertel der Erwerbstätigen im Job gefragt ist. Auch im Gesundheits- und Sozialbereich und in Verkehr und Logistik sind dann jeweils rund ein Fünftel im Einsatz. Am Silvestervormittag muss ein knappes Viertel der Erwerbstätigen zur Arbeit. Nach 14 Uhr sinkt der Anteil auf 10 Prozent. Neujahr ist es 8 Prozent der Erwerbstätigen nicht vergönnt, auszuschlafen.



„Die Zahlen illustrieren, dass die Erwerbstätigen und die Arbeitszeiten in Deutschland sehr flexibel sind: Was erledigt werden muss, kann erledigt werden. Das gilt auch an Tagen, die die allermeisten Menschen lieber mit Familie oder Freunden verbringen als im Job, die wichtig sind, um Gemeinschaft zu erleben und Kraft zu tanken“, sagt Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI. „Und gleichzeitig ist es wichtig, dass Arbeitszeiten nicht immer weiter ausufern, dass beispielsweise die tägliche Höchstarbeitszeit erhalten bleibt.“

Kreis Wesel und Geflügelpest: Aufhebung von Überwachungszonen - Aufstallpflicht bleibt bestehen
Drei von derzeit insgesamt fünf Überwachungszonen konnten am vergangenen Wochenende aufgehoben werden. Sie betrafen Fälle im Kreis Kleve und Recklinghausen. Die Kontrolle von Geflügelbeständen in den Zonen ergab keine neuen Verdachtsfälle. Die Aufhebung wurde im Amtsblatt 69 vom 19.12.2025 veröffentlicht. Die Aufstallpflicht im gesamten Kreises Wesel bleibt weiterhin bestehen und gilt für alle Geflügelhaltungen, unabhängig von der Größe des Bestandes und der Nutzungsrichtung.  

Aktuell bestehen im Kreis Wesel noch zwei Gebiete mit Einschränkungen. Im Westen wurde mit Allgemeinverfügung vom 01.12.2025 eine Schutz- und Überwachungszone Zone um einen Geflügelpestfall in Kevelaer, Kreis Kleve gebildet, die Teile von Alpen, Sonsbeck und Xanten betrifft.

Im Süden musste mit Allgemeinverfügung vom 04.12.2025 eine Überwachunsgzone um einen Ausbruch in Kempen, Kreis Viersen gebildet werden, die Teile von Neukirchen-Vluyn umfasst. Allgemeinverfügungen und interaktive Karten sind im Internet auf der Homepage des Kreises Wesel in den Amtsblättern 62 und 65 veröffentlicht: https://www.kreis-wesel.de/gefluegelpest

Aufgrund von mehreren Geflügelpestfällen bei Hausgeflügel in Nachbarkreisen mussten im Kreis Wesel in den vergangenen Wochen grenzüberschreitend wiederholt Überwachungszonen eingerichtet werden. Insgesamt ist die Lage weiterhin angespannt. Die Zahl der Wildvögel, die nachweislich an der Influenza vom Typ H5N1 verendet sind, nimmt bundesweit weiter zu. 



36 Gläser Sekt und Co. hat jede Person ab 16 Jahren 2024 im Schnitt getrunken - Pro-Kopf-Konsum deutlich geringer als 2014 mit durchschnittlich 46 Gläsern
Zu festlichen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester wird gern angestoßen – aber offenbar immer seltener mit Sekt, Prosecco oder Champagner. 255,3 Millionen Liter Schaumwein wurden im Jahr 2024 in Deutschland abgesetzt. Das waren 19,5 % weniger als zehn Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Im Durchschnitt trank damit im vergangenen Jahr hierzulande jede Person ab 16 Jahren rund 4,8 Flaschen Schaumwein à 0,75 Liter oder 36 Gläser à 0,1 Liter. Damit ging der Pro-Kopf-Konsum im Zehn-Jahres- Vergleich ebenfalls deutlich zurück: 2014 hatten die mindestens 16-Jährigen im Schnitt noch 6,1 Flaschen Schaumwein oder 46 Gläser getrunken.



Schaumweinsteuer macht 0,04 % der Steuereinnahmen 2024 aus
Die Grundlage dieser Daten bildet die Steuerstatistik – denn auf Sekt, Prosecco und Champagner wird bis heute die Schaumweinsteuer erhoben, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt wurde.

Im Jahr 2024 nahm der Bund rund 352 Millionen Euro aus der Schaumweinsteuer ein. Damit hatte sie lediglich einen Anteil von 0,04 % an den gesamten Steuereinnahmen des Bundes, der Länder und Gemeinden. Zum Vergleich: Aus der Biersteuer, die im Gegensatz zur Schaumweinsteuer eine Landessteuer ist, floss zuletzt mit 558 Millionen Euro etwas mehr Geld an den Staat.

Wohnimmobilien-Preise im 3. Quartal 2025: +3,3 % zum Vorjahresquartal
+3,3 % zum Vorjahresquartal
+1,0 % zum Vorquartal

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 3. Quartal 2025 um durchschnittlich 3,3 % gegenüber dem 3. Quartal 2024 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Wohnimmobilienpreise damit zum vierten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Preise um 1,0 %.



Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresquartal in allen Regionen
Im 3. Quartal 2025 kosteten Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Gegenüber dem 2. Quartal 2025 sind die Preise für Wohnimmobilien ebenfalls in den meisten Regionen gestiegen.

Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahresquartal am stärksten in städtischen Kreisen (+3,6 %) und kreisfreien Großstädten (+3,5 %). Auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 3,2 %.

Für Eigentumswohnungen zahlten Käuferinnen und Käufer in städtischen Kreisen 4,7 % und in kreisfreien Großstädten 5,0 % mehr als im 3. Quartal 2024. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen kosteten Eigentumswohnungen im Schnitt 2,6 % mehr, während der Preisanstieg in dicht besiedelten ländlichen Kreisen für Eigentumswohnungen bei 5,5 % lag (+1,1 % für Ein- und Zweifamilienhäuser).

In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,7 % und für Eigentumswohnungen um 2,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal war der Preisanstieg für Ein- und Zweifamilienhäuser mit +1,0 % in kreisfreien Großstädten am höchsten.

Die Preise für Eigentumswohnungen verteuerten sich mit durchschnittlich +3,1 % am stärksten in dicht besiedelten ländlichen Kreisen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser in dicht besiedelten ländlichen Kreisen (-0,5 %) und für Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen (-0,9 %) wurden dagegen Preisrückgänge gegenüber dem Vorquartal beobachtet.

Straßenverkehrsunfälle im Oktober 2025: 2 % weniger Verletzte als im Vorjahresmonat
Verkehrstote gegenüber Oktober 2024 um 9 Personen gestiegen

Im Oktober 2025 sind in Deutschland rund 30 500 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen verletzt worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 2 % weniger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Verkehrstoten stieg um 9 auf 222 Personen. Insgesamt registrierte die Polizei im Oktober 2025 rund 226 900 Straßenverkehrsunfälle, das waren 2 % oder 5 500 mehr als im Vorjahresmonat.



Im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 erfasste die Polizei 2,07 Millionen Straßenverkehrsunfälle und damit 1 % weniger als im Vorjahreszeitraum (-23 700). Darunter waren 248 800 Unfälle mit Personenschaden, bei denen 2 371 Menschen getötet wurden.
Damit ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 gestiegen, während die Zahl der Unfälle mit Personenschaden in etwa gleichgeblieben ist. Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank im selben Zeitraum um 1 % oder 3 000 auf 309 500 Personen.

Moers: Rat beschließt neue Sporthalle an Großsportanlage
Den Bau einer neuen 3-fach-Sporthalle an der Großsportanlage Filder Benden hat der Rat hat am Mittwoch, 17. Dezember, beschlossen. Sie bietet auf der Tribüne Platz für mehr als 400 Gäste und soll auch als Sportanlage für das Gymnasium in den Filder Benden dienen. Die Fertigstellung ist für Ende 2029 geplant.

Mit Mehrheit haben die Ratsmitglieder zudem die konkrete Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung beschlossen. Dies ist der Fahrplan in eine neue Wärmezukunft und legt fest, welche Quellen Moers künftig nutzen kann und wo eine Fernwärmeversorgung sinnvoll ist. 

Keine Mehrheit hat der Antrag einer Fraktion gefunden, eine Bezahlkarte für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz einzuführen. An dem Nachmittag hat zudem Stadtkämmerer Wolfgang Thoenes den Haushaltsplanentwurf 2026 eingebracht.
Da die Planungen ein Defizit ausweisen, müssen Verwaltung und Politik in den nächsten Wochen und Monaten über Ausgleichsmöglichkeiten diskutieren. 

Schöne Lesungen für Repelener Grundschulkinder
Spannende und lustige Lesungen haben Klassen der Linden- und der Regenbogenschule in Repelen in der Vorweihnachtszeit erlebt. Seit mehreren Jahren bietet die Bibliothekszweigstelle Repelen die Veranstaltungen an. Insgesamt fanden sechs Lese-Tage mit vier Autorinnen und Autoren statt. Dabei waren Barbara Zoschke, Simak Büchel, Jasmin Schaudinn und Manfred Theisen. 

Auch die Autorin Barbara Zoschke war bei den Repelener Schullesungen dabei, hier mit den Kindern der Klassen 3a und 3c der Regenbogenschule. Markus Schürmann, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Repelen, und Sabine Ließfeld, Leiterin Bibliothekszweigestelle Repelen, freuen sich über den Erfolg der Reihe. (Sparkasse am Niederrhein).

Der direkte Kontakt mit den Schriftstellerinnen und Schriftstellern trägt dazu bei, dass die Kinder ein Interesse an Büchern und am Lesen entwickeln. Das fördert wiederum die Lesekompetenz. Die Veranstaltungen werden jedes Jahr durch den Friedrich-Bödecker-Kreis und der Sparkasse am Niederrhein gefördert. Im kommenden Jahr will die Bibliothekszweigestelle Repelen das Programm wieder anbieten.

Weihnachtsknöllchen in Moers: Verwarnung mit Augenzwinkern
Mit einem besonderen Gruß zur Weihnachtszeit sorgt die Moerser Verkehrsraumüberwachung auch in diesem Jahr für überraschende Momente an der Windschutzscheibe. 

Die Moerser Verkehrsüberwacherinnen verteilen auch in diesem Jahr bis Heiligabend Weihnachtsknöllchen. (Foto: pst)

Bis Heiligabend verteilen die Politessen und Verkehrsüberwacher sogenannte ‚Weihnachtsknöllchen‘. Statt einer kostenpflichtigen Verwarnung erhalten Autofahrerinnen und Autofahrer bei kleineren Verstößen – etwa bei überschrittener Parkzeit oder vergessener Parkscheibe – einen Hinweis mit einem Betrag von 0,00 Euro.

Verbunden ist dieser mit einem freundlichen Weihnachts- und Silvestergruß.  Unverändert konsequent geahndet werden jedoch schwerwiegende Verstöße. Dazu zählen unter anderem das Parken im absoluten Halteverbot, auf Geh- und Radwegen, auf Behindertenparkplätzen sowie alle Fälle, in denen andere Verkehrsteilnehmende behindert oder gefährdet werden.

Neu im neuen Jahr 2026 bei technischer Sicherheit - PRODUKTSICHERHEIT und NACHHALTIGKEIT
Im Jahr 2026 treten bei der Prüfung von Fahrzeugen, Anlagen und Produkten sowie bei der Zertifizierung und Auditierung von Unternehmen zahlreiche Neuerungen in Kraft. Neben der technischen Sicherheit stehen digitale Sicherheit und Nachhaltigkeit im Fokus. Der TÜV-Verband zeigt, was sich für Wirtschaft und Verbraucher:innen im kommenden Jahr ändert.

MOBILITÄT
Führerscheinumtausch – neue Frist läuft
Wer zwischen 1999 und 2001 seinen Kartenführerschein erhalten hat, muss ihn bis zum 19. Januar 2026 gegen den neuen EU-Führerschein im Scheckkartenformat bei der zuständigen Führerscheinstelle, Fahrerlaubnisbehörde oder dem Bürgeramt des aktuellen Wohnsitzes umtauschen. Dieser ist jeweils 15 Jahre gültig und fälschungssicher.
Ausnahme: Wer vor 1953 geboren wurde, muss seinen Führerschein erst bis zum 19. Januar 2033 umtauschen. Der Umtausch ist verpflichtend. Wer noch mit einem alten Exemplar unterwegs ist, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro.

Hauptuntersuchung: Braune HU-Plakette wird vergeben
Bestehen Fahrzeuge die Hauptuntersuchung (HU), erhalten Halterinnen und Halter vom TÜV im Jahr 2026 eine braune Plakette mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2028. Das gilt für Fahrzeuge, die alle zwei Jahre zur HU müssen. In welchem Monat die Prüfung fällig ist, zeigt die Zahl oben „bei 12 Uhr“ auf der Plakette. Die Ziffer 6 steht beispielsweise für Juni.

Alternativ hilft ein Blick in die i-Kfz App oder in den Fahrzeugschein, die offiziell „Zulassungsbescheinigung Teil I“ heißt. Darin ist der nächste HU-Termin vermerkt. Wer den Termin um zwei Monate oder mehr überzieht, dem droht bei Polizeikontrollen ein Bußgeld. Bei längerem Verzug kann eine vertiefte HU angeordnet werden, die zusätzliche Kosten verursacht.

Neue Abgasnorm Euro 7 kommt
Für neu zugelassene Pkw gilt ab Januar 2026 die zweite Stufe der Abgasnorm Euro 6e, die als Zwischenschritt zu Euro 7 dient. Ab dem 29. November 2026 gilt dann für neu entwickelte Pkw mit neuer Typgenehmigung die Abgasnorm Euro 7. Für alle neu zugelassenen Fahrzeuge greift sie ab Ende 2027. Die Norm schreibt unter anderem eine präzisere Messung ultrafeiner Partikel vor und schließt erstmals auch den Abrieb von Reifen (Grenzwerte folgen ab 2030) und Bremsen ein.

Für Elektroautos und Plug-in-Hybride werden erstmals Anforderungen an die Haltbarkeit der Antriebsbatterien festgelegt: Nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern darf die Speicherkapazität der Batterie nicht unter 80 Prozent des ursprünglichen Werts fallen, nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern nicht unter 72 Prozent.

Next-Generation-eCall wird Pflicht
Ab 1. Januar 2026 wird für neu entwickelte Fahrzeugtypen (also Typgenehmigungen, die ab diesem Datum beantragt werden) die Ausstattung mit Next-Generation-eCall (NG eCall) Pflicht. Konkret betrifft das Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen.

Ab 1. Januar 2027 dürfen dann keine Neuwagen ohne die neue Technik mehr zugelassen werden. NG-eCall ist ein automatisches, vernetztes Notrufsystem, das Unfälle schneller meldet und gleichzeitig deutlich mehr Daten liefert als die alte eCall-Version. Statt des alten 2G/3G-Netzes nutzt NG-eCall das modernere 4G/LTE- und 5G-Netz. Für Bestandsfahrzeuge gibt es keine Nachrüstpflicht.

Noch mehr Assistenzsysteme werden Pflicht
Ab 7. Juli 2026 dürfen nur noch Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit folgenden Fahrassistenzsystemen neu zugelassen werden:
- Erweiterter Kopfaufprallschutzbereich (Fußgängerschutz)
- Hochentwickeltes Notbremssystem zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern
- Notfall-Spurhalteassistent auch für Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung.
- Hochentwickeltes Warnsystem bei nachlassender Konzentration des Fahrers
- Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA)
- Vorrichtung für Alcolock
- Ereignisbezogene Datenaufzeichnung (EDR)

- Notbremslicht

Reform der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV)
Im Jahr 2026 wird die überarbeitete Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) in Kraft treten, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Ziel der Reform ist es, die Regeln für E-Scooter und andere Elektrokleinstfahrzeuge stärker an die des Radverkehrs anzugleichen und die Nutzung von Mikromobilität im Verkehrssystem zu verbessern.
Künftig sollen E-Scooter auf Radwegen und in Fahrradstraßen grundsätzlich den gleichen Vorgaben folgen wie Fahrräder. Zudem sind höhere technische Anforderungen geplant, etwa bei Beleuchtung, Bremsen und Batteriestandards, um die Sicherheit dieser Fahrzeuge im Straßenverkehr zu erhöhen.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Umsetzung des AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte
Der EU AI Act schreibt Transparenzanforderungen vor, die ab August 2026 gelten. So müssen etwa KI-generierte Inhalte (Texte, Bilder, Videos) als solche erkennbar sein. Speziell Deepfakes oder maschinell erzeugte Texte zu öffentlichen Themen sind zu markieren.
Ebenso muss Nutzern mitgeteilt werden, wenn sie mit einem KI-System, zum Beispiel einem Chatbot, interagieren. Unternehmen müssen daher technisch sicherstellen, dass KI-Ausgaben gekennzeichnet oder mit Wasserzeichen versehen sind, was technisch ohne weiteres geht.

CYBERSICHERHEIT
NIS2-Umsetzungsgesetz greift
Mit dem Inkrafttreten des NIS2-Umsetzungsgesetzes (NIS2UmsuCG) im Dezember 2025 gelten ab sofort höhere Anforderungen für die Cybersicherheit von Unternehmen. Der Kreis der betroffenen Organisationen wird massiv erweitert, von rund 4.500 auf künftig rund 29.500. Unternehmen müssen umfassende Sicherheitsmaßnahmen einführen, IT-Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden oder ihre Lieferketten in die Sicherheitsprozesse einbeziehen.


Die Geschäftsleitung ist persönlich verantwortlich. Das BSI erhält weitreichende Aufsichts- und Eingriffsbefugnisse. Bei Verstößen gegen Cybersicherheitspflichten drohen Geldbußen bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

PRODUKTSICHERHEIT
Produkthaftung: KI- und Software-Produkte erfasst
Die neue Produkthaftungs-Richtlinie EU 2024/2853 tritt zum 9. Dezember 2026 in Kraft. Erstmals werden Software und KI-Systeme ausdrücklich als Produkte definiert, für deren Fehler Hersteller haften. Damit genießen KI-Geschädigte, zum Beispiel aufgrund fehlerhafter Algorithmen, künftig den gleichen Schutz wie bei physischen Produkten.

Hersteller von KI-Anwendungen müssen sich auf verschuldensunabhängige Haftung einstellen und nachweisen, dass ihre KI den erwartbaren Sicherheitsanforderungen entspricht. Durch diese Haftungsregeln sollen Verbraucherrechte im KI-Zeitalter gestärkt werden.

NACHHALTIGKEIT
Neue Ökodesign-Verordnung und Recht auf Reparatur
Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) bringt im kommenden Jahr wichtige Änderungen. Ab 19. Juli 2026 gilt ein Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien, Bekleidung und Schuhe. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, mittlere Unternehmen folgen 2030.

Für den Digitalen Produktpass (DPP) wird die technische Infrastruktur aufgebaut und ab Juli 2026 müssen die Pässe für erste Produkte wie Textilien, Elektronik und Möbel verfügbar sein. Bis zum 19. Juli 2026 soll die EU ein Register für den DPP einrichten. Die EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur muss bis Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.

Verpackungsverordnung wird angewendet
Ab 12. August 2026 ist die neue Verpackungsverordnung (PPWR) der EU anzuwenden. Unternehmen müssen sich auf viele Neuerungen vorbereiten. Es gelten neue Vorgaben zur Gestaltung von Verpackungen, Nachhaltigkeitsanforderungen und erweiterte Pflichten für Erzeuger, Hersteller und Vertreiber.

Auch Online-Plattformen werden in die Pflicht genommen. So müssen alle in den Verkehr gebrachten Verpackungen recyclingfähig sein. Es gelten neue Gefahrenstoff-Grenzwerte für Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom in allen Verpackungsmaterialien sowie strenge PFAS-Grenzwerte der so genannten Ewigkeitschemikalien für Lebensmittelverpackungen.

EU-Batterieverordnung: Zentrale Pflichten greifen 2026
Der EU-Battery Regulation (BattVO) zufolge treten 2026 erstmals mehrere zentrale Pflichten in Kraft. Neue Zielvorgaben gelten für die Recyclingeffizienz: 75 Prozent bei Blei-Säure-Batterien, 65 Prozent bei Lithium-Batterien, 80 Prozent bei Nickel-Cadmium-Batterien 50 Prozent bei sonstigen Altbatterien. Die Regelungen gelten ab 1. Januar 2026. Die Erklärung zum CO2-Fußabdruck gilt für wiederaufladbare Industriebatterien, ausgenommen sind Industriebatterien mit externen Speichern. Stichtag ist der 18. Februar 2026.

NGG Nordrhein: „Mini-Jobber sind keine Beschäftigten 2. Klasse“ - Die meisten haben 47 Euro mehr im Portemonnaie  
Mini-Jobber mit dickeren Portemonnaies: Rund 34.700 Mini-Jobber gibt es in Duisburg. Sie können ab Januar 603 Euro pro Monat verdienen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen.

„Die meisten Mini-Jobber bekommen nur den gesetzlichen Mindestlohn. Und der steigt ab Januar um 1,08 Euro auf dann 13,90 Euro pro Stunde. Für die Mini-Jobber bedeutet das: Wenn sie 10 Stunden pro Woche arbeiten, müssen sie ab dem Jahreswechsel 47 Euro pro Monat mehr auf dem Konto haben“, erklärt Adnan Kandemir.



Bald mehr Geld auf dem Zettel: Bei 10 Arbeitsstunden pro Woche müssen Mini-Jobber, die den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, künftig 603 Euro pro Monat verdienen. Denn zum Jahreswechsel steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Foto  NGG | Florian Göricke

Der Geschäftsführer der NGG Nordrhein appelliert an die geringfügig Beschäftigten, das „Lohn-Plus“ im Blick zu haben. Und Adnan Kandemir stärkt ihnen den Rücken: „Mini-Jobber sind keine Beschäftigten 2. Klasse – und sie dürfen auch nicht so behandelt werden.“ Konkret kritisiert die NGG Nordrhein, dass Mini-Jobber „häufig als Aushilfen mit weniger Rechten behandelt werden“.

Dabei gehe es auch um den Lohn: „Wenn ein Mini-Jobber bei gleicher Qualifikation die gleiche Arbeit wie eine Vollzeitkraft leistet, dann hat er dafür auch den gleichen Stundenlohn verdient. Denn Mini-Job bedeutet nicht immer gleich Mindestlohn. Außerdem steht auch Mini-Jobbern Urlaub zu“, so Adnan Kandemir. Wer geringfügig beschäftigt sei und für längere Zeit krank werde, habe zudem – genauso wie jeder andere Beschäftigte im Betrieb auch – Anspruch auf Lohnfortzahlung.

„Wenn es im Unternehmen Zuschläge bei Wochenend- oder Nachtarbeit gibt, dann dürfen Mini-Jobber auch dabei nicht leer ausgehen. Genauso wie beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld“, macht NGG-Geschäftsführer Adnan Kandemir deutlich. Er rückt dabei gerade auch Restaurants, Gaststätten und Hotels in den Fokus: „5.010 Mini-Jobber arbeiten allein in der Gastronomie in Duisburg. Das ist eine Branche, die stark auf Mini-Jobs setzt.“

Der Gewerkschafter beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. „Egal, ob jetzt auf dem Weihnachtsmarkt oder im Sommer im Biergarten – ob in der Restaurantküche, in der Kantine, an der Bäckerei- oder Fleischtheke: Unternehmen nutzen Mini-Jobs, um es wirtschaftlich rundlaufen zu lassen“, sagt Adnan Kandemir. Die NGG Nordrhein sieht die hohe Zahl der Mini-Jobs dabei allerdings kritisch: „Mini-Jobs verdrängen Vollzeitstellen.

Dabei bieten nur die regulären Jobs den Beschäftigten einen kompletten Sozialversicherungsschutz – von der Rente über die Pflege bis zur Arbeitslosigkeit“, so Adnan Kandemir. Die Gewerkschaft spricht sich dafür aus, Mini-Jobs in ihrer bisherigen Form abzuschaffen. „Auch für Jobs mit geringer Wochenarbeitszeit muss gelten: Wer arbeitet, muss ab der ersten Stunde auch komplett sozialversichert sein“, fordert NGG-Geschäftsführer Kandemir. Die NGG Nordrhein kritisiert besonders die Folgen, die Mini-Jobs für Frauen haben können.

„56 Prozent aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Oft machen gerade junge Mütter den Mini-Job anfangs nebenbei, um später wieder voll in den Beruf einzusteigen. Genau das gelingt vielen aber nicht. Gerade dann, wenn der Betrieb nicht mitzieht und ihnen keine Jobs mit mehr Wochenstunden anbietet. Der Mini-Job wird so zur beruflichen Sackgasse – mit allen Folgen, die das dann hat. Bis hin zur deutlich geringeren Rente“, warnt Adnan Kandemir.

Informationen rund um Mini-Jobs erhalten Beschäftigte der Ernährungswirtschaft und der Gastronomie bei der NGG Nordrhein: (0208) 305 82-0 | region.BGOberhausen@ngg.net.

Solidarität mit der Ukraine: EU zahlt 2,3 Milliarden Euro Finanzhilfen aus und liefert komplettes Wärmekraftwerk
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der Ukraine-Fazilität die sechste reguläre Zahlung von 2,3 Milliarden Euro angewiesen. Sie unterstützt damit die makrofinanzielle Stabilität des Landes und seine öffentliche Verwaltung. Zudem hat die Kommission im Rahmen ihrer bisher größten koordinierten Logistik-Operation ein vollständiges Wärmekraftwerk von Litauen in die Ukraine geliefert. Das Kraftwerk kann eine Million Menschen mit Strom versorgen. Es stellt kritische Energiekapazitäten wieder her und stärkt unmittelbar das nationale Netz der Ukraine, das anhaltenden Angriffen Russlands ausgesetzt ist.

70 Prozent des Geldes im Rahmen der Ukraine-Fazilität ausgezahlt
Mit der sechsten Tranche hat die EU seit März 2024 26,8 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht fast 70 Prozent der im Rahmen der ersten Säule der Ukraine-Fazilität verfügbaren Mittel. Die Zahlung folgt auf die erfolgreiche Umsetzung von Reformen in strategisch wichtigen Bereichen wie der öffentlichen Finanzverwaltung, des Justizsystems, des Agrar- und Lebensmittelsektors und der Bewirtschaftung kritischer Rohstoffe.

Die für Erweiterung zuständige EU-Kommissarin Marta Kos erklärte: „Die Ukraine führt trotz der Aggression Russlands mit bemerkenswerter Geschwindigkeit echte Reformen durch. Mit der Fazilität für die Ukraine treibt die EU Reformen voran, die die Ukraine näher an die EU heranführen und gleichzeitig kritische Bedürfnisse, einschließlich der Energieversorgungssicherheit im Winter, unterstützen.“

Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Factsheet.
Vollständiges Wärmekraftwerk in die Ukraine verlegt
Die Lieferung eines vollständigen Wärmekraftwerks in die Ukraine wurde über einen Zeitraum von elf Monaten durchgeführt und umfasste 149 Lieferungen mit insgesamt 2.399 Tonnen Ausrüstung. Darunter waren 40 übergroße Transporte, wie außergewöhnlich schwere Transformatoren und Statoren mit einem Gewicht von jeweils rund 172 Tonnen. Die Unterstützung der polnischen Regierungsbehörde für strategische Reserven war entscheidend für den komplexen Transport dieser Komponenten.

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und ‑management sowie Gleichberechtigung erklärte: „Ich danke Litauen, Polen, Rumänien und allen Partnern, die für den Erfolg dieser kolossalen Operation gesorgt haben. Es ist ein eindrucksvoller Beweis für das unerschütterliche Engagement der EU für die Widerstandsfähigkeit der Ukraine und trägt dazu bei, Licht und Wärme für eine Million Menschen zu gewährleisten, die vor einem vierten Winter des russischen Angriffskriegs stehen.“

Bislang hat die EU-Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor dazu beigetragen, den Bedarf von schätzungsweise 9 Millionen Menschen zu decken. Die EU hat über das EU-Katastrophenschutzverfahren bisher 9.500 Stromgeneratoren und 7.200 Transformatoren an die Ukraine geliefert.

EU-Unternehmen erhöhen Forschungsinvestitionen in Schlüsselbranchen, zehn Unternehmen aus Deutschland unter den Top 20
EU-Unternehmen erzielten 2024 ein starkes Wachstum bei Forschung und Entwicklung (F&E) in den Bereichen Energie, Gesundheit, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Unter den 20 Top-Investoren in F&E EU-weit sind zehn aus Deutschland: Volkswagen, Mercedes Benz, BMW, Robert Bosch, Bayer, Siemens, Boehringer, SAP, Continental und ZF Friedrichshafen.

Maßnahmen der Kommission zur Stärkung der Innovationsfähigkeit Europas
Um auf den globalen Wettbewerb zu reagieren und das europäische Innovationsökosystem zu stärken, treibt die Kommission mehrere Initiativen voran, die mit dem EU-Kompass für Wettbewerbsfähigkeit in Einklang stehen, darunter:

Die EU-Start-up- und Scaleup-Strategie, um Europa zu einem Top-Ziel für die Gründung und das Wachstum globaler Technologieunternehmen zu machen;
- das Europäische Innovationsgesetz und die 28. Regelung, die für 2026 erwartet werden;
- die Europäische Strategie für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen, die den Zugang von Unternehmen zu Infrastrukturen von Weltrang und FuE-Unterstützung verbessert;
- Die europäische Strategie für KI in der Wissenschaft mit der Ressource für KI-Wissenschaft in Europa (RAISE), mit der Wissenschaftler mit den Ressourcen ausgestattet werden, um KI für ihre Forschung einzuführen.

EU-Unternehmen verzeichneten einen starken Anstieg der F&E im Energiesektor (19,8 Prozent), der das Wachstum in den USA (6 Prozent), Japan (-14,2 Prozent) und China (3,8 Prozent) bei weitem übertraf. Im Gesundheitswesen übertraf das Wachstum der EU (13 Prozent) deutlich die USA (7,1 Prozent), Japan (9,1 Prozent) und China (0,1 Prozent). Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung verzeichneten ebenfalls einen Anstieg von 4,8 Prozent.

Die meisten FuE-Investitionen der 800 größten EU-Unternehmen erfolgen in Ländern, die als „starke Innovatoren“ eingestuft werden (Österreich, Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg). Dies unterstreicht das Potenzial unterstützender Ökosysteme für das Wachstum von F&E-intensiven Unternehmen.

Die weltweit führenden 2.000 Unternehmen investierten 2024 1.442,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (+6,3 Prozent). Am stärksten wuchsen die USA (+7,8 Prozent). Die EU (+2,9 Prozent) und China (+3,9 Prozent) verzeichneten einen moderateren Anstieg.

Vier Sektoren - IKT-Software, IKT-Hardware, Gesundheit und Automobilindustrie - machen über 80 Prozent der Gesamtinvestitionen aus. US-Unternehmen sind führend in den Bereichen IKT und Gesundheit; EU-Unternehmen sind nach wie vor weltweit führend in der Automobilindustrie.

EU-Haushalt 2028-2034 muss soziale und regionale Investitionen sichern
Die aktuelle Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. kommentiert den Vorschlag der Europäischen Kommission für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union 2028-2034 und plädiert darin für eine auskömmliche Kohäsions- und Strukturförderung.

Die Europäische Kommission hat am 16. Juli 2025 einen Vorschlag zum kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für den Zeitraum 2028–2034 vorgestellt, der tiefgreifende Veränderungen in der Struktur- und Kohäsionspolitik der EU vorsieht. Vor dem Hintergrund diesbezüglicher laufender Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament hat die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. eine Stellungnahme verfasst, um Empfehlungen zu ausgewählten Vorschlägen in die aktuelle Diskussion einzubringen.

Mit Blick auf die starke Priorisierung der Handlungsfelder Sicherheit, Verteidigungs- und Wettbewerbsfähigkeit im nächsten EU-Haushalt verweist der Deutsche Verein auf die Bedeutung des sozialen Europas und die notwendigen Investitionen in Förderinstrumente wie den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF). „Ein starkes Europa braucht soziale Investitionen – insbesondere über den ESF und EFRE, die den sozialen und territorialen Zusammenhalt der EU sichern“, so Dr. Verena Staats, Vorständin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Die Empfehlungen der Stellungnahme basieren auf den „Empfehlungen zur Kohäsions- und Strukturpolitik im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU“ (DV 22/24), welche im Dezember 2024 vom Präsidium des Deutschen Vereins verabschiedet wurden. Die darin empfohlenen Grundsätze der Subsidiarität, Partnerschaftlichkeit, Regionalpolitik, des Bürokratieabbaus und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bilden die Grundlage der aktuellen Positionierung.

Zur Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. zum Vorschlag der Europäischen Kommission für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union 2028–2034.

Anerkennung von beruflichem Wissen ist Erfolgsprojekt
Niederrheinische IHK organisiert Feststellungsverfahren für NRW

Viele Menschen arbeiten seit Jahren ähnlich wie eine Fachkraft, ohne je einen Berufsabschluss erworben zu haben. An sie richtet sich das berufliche Feststellungsverfahren, das es seit dem 1. Januar 2025 gibt. Die Niederrheinische IHK war mit dem Pilotprojekt „Valikom Transfer“ bereits Vorreiter.



Matthias Wulfert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK
Foto Niederrheinische IHK/Jacqueline Wardeski

Für den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Matthias Wulfert bietet das Verfahren den Beschäftigten neue Chancen. Auch die Betriebe am Niederrhein und der gesamte Wirtschaftsstandort profitieren. Herr Wulfert, das berufliche Feststellungsverfahren gibt es seit einem Jahr. Die Niederrheinische IHK hat aber vorher schon Personen validiert. Was steckt dahinter?

Wir haben einige Jahre bei „Valikom Transfer“ mitgemacht. Das war ein Pilotprojekt. Es richtete sich an Berufstätige, die nicht den klassischen Weg gegangen sind. Die Regel ist heute noch: Ich mache ein paar Jahre meine Ausbildung und am Ende steht eine standardisierte Prüfung. Aber es gibt Ausnahmen, die nicht in dieses System passen. Darauf haben wir mit unserem Angebot reagiert – und auch Erfolg gehabt.

Der Gesetzgeber hat sich schließlich entschieden, daraus eine Aufgabe für die IHKs abzuleiten. Das ist für uns eine Auszeichnung. Wir haben am Niederrhein übrigens noch einen draufgesetzt. Inwiefern? Wir haben uns mit der IHK Dortmund zu einer Art Kompetenzzentrum zusammengeschlossen. Die anderen IHKs aus NRW können sich an uns wenden. Wir übernehmen dann deren Aufgaben beim Feststellungsverfahren.

Die Dortmunder und wir haben durch unsere Pilotphase schon Erfahrung auf dem Gebiet gesammelt. Davon sollen auch andere profitieren. Die IHK Bonn und die IHK Essen haben von diesem Angebot bereits Gebrauch gemacht. Blicken wir wieder an den Niederrhein. Warum ist das Thema Validierung gerade in diesem Bezirk so wichtig? Unsere Umgebung ist stark von der Industrie und der Logistik geprägt.

In den Bereichen arbeiten auch einige Menschen, die keinen Berufsabschluss im Lebenslauf stehen haben. Sie haben beispielsweise im Lager angefangen, um erstmal Geld zu verdienen. An dem Arbeitsplatz sind sie hängen geblieben. Das Thema Ausbildung hat für sie keine Rolle mehr gespielt. Ihnen möchten wir die Chance geben, einen Abschluss nachzuholen.

Wer profitiert von diesem Verfahren?
Wenn der Kandidat die Prüfung besteht, hat er ein Dokument in der Hand. Das steigert seine Chancen, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen oder sogar Karriere zu machen. Gleichzeitig ist das ein wichtiger Schritt, um Fachkräfte in der Region zu sichern. Wie ist der Weg hin zu einem Feststellungsverfahren? Interessenten erhalten bei der IHK eine umfassende Beratung.

Dabei klopfen wir ab, was der Kandidat an Kompetenzen mitbringt. Und dann identifizieren wir einen Referenzberuf für die Prüfung. Ein Beispiel ist der Student, der einen Nebenjob als Kellner begonnen hat. Dann hat er sein Studium aus den Augen verloren und kellnert weiter. Im Laufe der Zeit hat der junge Mann aber die Kenntnisse einer Restaurantfachkraft erworben. Das kann r sich anerkennen lassen. Es gibt auch festgeschriebene Kriterien für die Teilnahme.

Was hat es damit auf sich?
Das Mindestalter beträgt 25 Jahre. Und auch eine gewisse Berufserfahrung muss vorhanden sein. Wir sprechen von der 1,5-fachen Dauer der regulären Ausbildungszeit. Das hat einen einfachen Hintergrund: Wir wollen mit dem Modell der dualen oder betrieblichen Ausbildung keine Konkurrenz machen. Das ist weiterhin der beste Weg eine qualifizierte Fachkraft zu werden.

Wir richten uns an Menschen mit fachlichem Knowhow und Fertigkeiten, die es aus irgendwelchen Gründen verpasst haben, einen Abschluss zu machen. Warum sollte ein Unternehmen seine Mitarbeiter zur Teilnahme motivieren? Arbeitsrechtliche und sicherheitstechnische Bestimmungen ändern sich ständig. In der Lagerlogistik oder in der Chemieindustrie gibt es sensible Bereiche. Da müssen bestimmte Kenntnisse vorhanden sein. Wenn meinem Mitarbeiter der entsprechende Nachweis fehlt, kann ich ihn dort nicht einsetzen. So hat eine erfolgreiche Validierung auch Vorteile für das Unternehmen.

Prüfung nach 20 Jahren als Industriemechaniker - Stefan Radies überzeugte im neuen Feststellungsverfahren der Niederrheinischen IHK
Stefan Radies aus Wesel kam 2006 zur Firma Meier Prozesstechnik in Rhede. Er arbeitet dort als Industriemechaniker und leitet Baustellen auf der ganzen Welt. Was ihm bislang fehlte, war der Berufsabschluss. Mit 51 Jahren meldete sich Stefan Radies für eine offizielle Prüfung an. Er nahm im Dezember am beruflichen Feststellungsverfahren der Niederrheinischen IHK teil – als erster Industriemechaniker in ganz Deutschland. Stefan Radies überzeugte die Prüfer und hat nun ein Zeugnis.

Herr Radies, wie hat sich Ihr Berufsleben entwickelt?
Lustigerweise habe ich nach der Schule eine Lehre zum Industriemechaniker begonnen. Doch damals kam ich mit dem Meister überhaupt nicht klar. Also habe ich abgebrochen. Mein Berufswunsch als Jugendlicher war eigentlich Maurer. Mein Vater war wenig begeistert. Der hat nämlich selber als Maurer gearbeitet und kannte die ganzen Nachteile.
Am Ende habe ich doch eine Lehre in dem Beruf begonnen. Kurz vor dem Ende der Ausbildung ist die Firma pleite gegangen. Ich stand also wieder ohne Abschluss da. Dann fiel die Entscheidung, mich mit meinem Vater in der Baubranche selbstständig zu machen. Danach habe ich verschiedene Jobs gehabt – auch als Schlosser. 2006 bin ich über Umwege schließlich bei Meier Prozesstechnik in Rhede gelandet.

Der Betrieb hat Sie ohne Abschluss angestellt?
Das war schon kurios. Ich hatte über eine Zeitarbeitsfirma schon zwei Monate für das Unternehmen gearbeitet – und mich wohl ganz gut verkauft. Die Verantwortlichen wollten mich deshalb direkt anstellen. Ich habe also meine Bewerbung abgeben. Und im Lebenslauf stand drin: Lehre abgebrochen. Der Meister hat sich die Unterlagen angesehen: „Warum schreibst du so einen Quatsch da rein?“
Ich habe ihm gesagt: „Das ist die Wahrheit.“ Das ganze Know-how hatte ich mir selber angeeignet. Der Meister hat erstmal geschluckt und dann doch ein gutes Wort beim Geschäftsführer für mich eingelegt. Somit hatte ich den Job. Und jetzt bin ich fast 20 Jahre im Unternehmen.

Was für Aufgaben haben Sie übernommen?
Ich baue aus kleinen Einzelteilen große Anlagen zusammen – wie ein Industriemechaniker. Ich war auf Baustellen in der ganzen Welt unterwegs. Die Firma arbeitet unter anderem für Kunden in Indien, Kanada und den USA. Dort war ich als Leiter im Einsatz, habe mit Kollegen die Anlagen in Betrieb genommen und gewartet. Dadurch konnte ich mein Englisch auch wieder aufbessern.

Warum wollten Sie trotz Ihrer Erfolge an dem Feststellungsverfahren teilnehmen?
Ich wollte mir selber was beweisen. Trotz der langen Berufserfahrung und der vielen Auslandsaufenthalte war ich immer der Ungelernte. Das hat mich gestört. So ein Zeugnis macht sich in den Unterlagen immer gut. Ich habe dann ein bisschen gegoogelt und dann gesehen, dass dieses Feststellungverfahren genau zu mir passt.

Dann kam es zu einem Vorgespräch mit Clarissa Blaß von der Niederrheinischen IHK. Die hat mir noch mal die Voraussetzungen erklärt. Genügend Berufserfahrung hatte ich ja, das nötige Alter sowieso. Mein Arbeitgeber war auch sehr aufgeschlossen. Und dann haben wir einem Termin bei uns im Betrieb festgemacht.

Wie war die Prüfung für Sie?
Ich sollte Heizplatten in einem Vakuumtrockner einbauen. Dabei habe ich direkt einen Fehler gefunden und behoben. Das zugelieferte Rohr war defekt. Einer der Prüfer meinte schon im Scherz, ob ich den Fehler absichtlich eingebaut hätte, um die Kommission zu beeindrucken. Das habe ich verneint. Der Prüfer sagte noch, wenn das Absicht gewesen wäre, wäre ich nicht nur ein guter Industriemechaniker, sondern auch ein guter Schauspieler.
Ich hatte nach einer Stunde schon das Gefühl, dass ich das Ding ziehen werde. Das lag auch an dem guten Draht zu den externen Prüfern. Am Ende folgte das Fachgespräch, bei dem ich unter anderem eine Zeichnung erklären musste. Alles hat gepasst. Und jetzt habe ich ein Zeugnis, das meine Fähigkeiten als Industriemechaniker in vollem Umfang bescheinigt. Das ist vergleichbar mit einem Gesellenbrief.

Was sind jetzt Ihre beruflichen Pläne?
Es war mal die Rede davon, mich zu einer Art Supervisor für die Baustellen zu machen. Da ich jetzt das Zeugnis habe, ist das im Unternehmen auch leichter zu vermitteln. Und dann schaue ich mal, welche Türen sich noch für mich öffnen. Schulterklopfer für meine Arbeit habe ich immer schon bekommen. Jetzt steht es Schwarz auf Weiß, dass ich was kann.


Stefan Radies weiß, was er tut. Mit seinem neuen IHK-Zeugnis kann er das nun auch Schwarz auf Weiß belegen.



Stromeinspeisung in NRW: Erdgas und erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung
* 2024 wurde 36,5 % weniger Strom eingespeist als 2018.
* Anteil der erneuerbaren Energien hat sich mehr als verdoppelt.
* Braunkohle bleibt weiterhin wichtigster Energieträger. S

Im Jahr 2024 wurde 36,5 % weniger Strom in das nordrhein-westfälische Stromnetz eingespeist als im Jahr 2018. Mit einem Rückgang um 69,4 % bzw. 51,0 % sank die eingespeiste Strommenge aus Stein- und Braukohle auf einen Tiefstand. Das Statistische Landesamt beleuchtet in einem neuen Statistik Kompakt unter https://statistik.nrw/service/veroeffentlichungen/themenschwerpunkte/welche-energietraeger-profitieren-vom-rueckgang-der-kohleverstromung, welche Energieträger von dem Rückgang der Kohleverstromung profitieren.

Trotz Anstieg bei den erneuerbaren Energien und Erdgas: Braunkohle bleibt wichtigster Energieträger Im Jahr 2024 ist der Anteil an der gesamten Stromeinspeisung gegenüber 2018 bei Steinkohle von 23,3 % auf 11,2 % und bei Braunkohle von 46,2 % auf 35,7 % gesunken. Trotz des Rückgangs blieb Braunkohle damit der wichtigste Energieträger bei der Stromeinspeisung in NRW.

Zuwächse konnten dagegen Erdgas, die erneuerbaren Energien und die sonstigen Energieträger bei der Stromeinspeisung verzeichnen. Am stärksten stieg der Anteil bei erneuerbaren Energien mit 13,9 Prozentpunkten auf 26,8 %. Erdgas konnte seinen Anteil um 7,5 Prozentpunkte auf 23,4 % erhöhen. Die sonstigen Energieträger stiegen auf 2,6 % und machten weiterhin nur einen geringen Anteil an der Stromeinspeisung aus.



Einspeisequellen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland werden nicht betrachtet. Diese Entwicklungen werden durch politische Maßnahmen wie z. B. dem Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau im Jahr 2018, dem für 2030 anvisierten Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier sowie dem Ausbau und der Förderung von Wind- und Photovoltaikanlagen beeinflusst. Zusätzlich wirken sich auch geopolitische Ereignisse wie z. B. der Ukraine-Krieg auf den Strommarkt aus.

NRW: Zahl der schweinehaltenden Betriebe im achten Jahr in Folge rückläufig
* 5.050 Betriebe haben im November 2025 rund 6 Millionen Schweine gehalten.
* Zahl der Schweine seit 2015 um knapp 19 % gesunken.
* Durchschnittsbestand im Regierungsbezirk Düsseldorf am höchsten. S

Am 3. November 2025 haben 5.050 Betriebe in Nordrhein-Westfalen mit einem Mindestbestand von 50 Schweinen oder zehn Zuchtsauen rund 5,9 Millionen Schweine gehalten. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, setzt sich der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe damit weiter fort: am 3. November dieses Jahres gab es 2,4 % weniger Betriebe als ein Jahr zuvor.



Im Langzeitvergleich mit 2015 ist die Zahl der Betriebe um 35,2 % gesunken, was mehr als ein Drittel der Betriebe entspricht. Schweinebestand seit 2015 um rund 19 % gesunken Im Vergleich zum 3. November 2015 ist die Anzahl der gehaltenen Schweine in NRW um 19,3 % zurückgegangen; damals hat es noch 7,3 Millionen Schweine gegeben.

Zwischen November 2024 und 2025 hat der Bestand um 0,5 % zugenommen. Mastschweine mit einem Anteil von fast 44% am Gesamtbestand Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der Mastschweine über 50 Kilogramm um 10,4 % auf 2,6 Millionen Tiere. Diese machten damit nach wie vor den größten Anteil am Gesamtbestand aus.

Zuwächse verzeichneten dagegen Jungschweine (+24,7 %), Ferkel (+4,2 %) und Zuchtschweine (+2,6 %). Höchster Durchschnittsbestand je Betrieb im Regierungsbezirk Düsseldorf Der Großteil der Schweine wurde am 3. November 2025 mit einem Anteil von 62,5 % im Regierungsbezirk Münster gehalten; gefolgt vom Regierungsbezirk Detmold (19,5 %) und dem Regierungsbezirk Arnsberg (9,9 %).

Landesweit kamen rein rechnerisch 1.167 Schweine auf einen schweinehaltenden Betrieb. Am meisten Tiere pro schweinehaltenden Betrieb gab es im Regierungsbezirk Düsseldorf mit durchschnittlich 1.315. Im Regierungsbezirk Köln war der Durchschnittsbestand von 880 Schweinen je Betrieb am geringsten.



Wir Bürgerinnen und Bürger meistern das“ – Mit Bürgerbeteiligung mehr Lebensqualität: Auch 2026 Millioneninvestitionen in die Infrastruktur am Standort Wesel
Mit der Eröffnung des neuen Kombibads Wesel wurde ein historischer Meilenstein für die Stadt erreicht. Viele Menschen aus der Region kommen gerne nach Wesel, um hier zu schwimmen oder das umfangreiche Wellnessangebot der neuen Saunalandschaft zu nutzen. „Die Perle am Rhein“ taufte Bürgermeister Rainer Benien beim traditionellen Jahresausblick das neue Rheinbad.

Einleitend hob der Bürgermeister große, in diesem Jahr fertiggestellte Projekte hervor. Nicht weit entfernt vom Kombibad wurde im Freizeit- und Naherholungspark Aue eine neue Trendsportanlage feierlich eingeweiht. Direkt daneben wurde zudem die neue Skate- und Bikeanlage eröffnet. Das Besondere an beiden Vorzeigeprojekten ist, dass vor allem Kinder und Jugendliche bei der Konzeption maßgeblich mitgewirkt haben. Im Vorfeld wurde hierzu ein umfangreicher Beteiligungsprozess initiiert und umgesetzt.

Diese Form der Bürgerbeteiligung wird im Jahr 2026 weiter ausgebaut. Bürger*innen sowie Interessenvertretungen werden im kommenden Jahr unter anderem eingeladen, den Großen Markt mit ihren Ideen aktiv mitzugestalten. Dadurch soll die Aufenthaltsqualität des Großen Marktes weiter gesteigert werden.

Das Wohnzimmer unserer Stadt ist ein zentraler Anlaufpunkt. Hier treffen sich Menschen, um sich auszutauschen oder gemeinsam Veranstaltungen zu genießen“, beschrieb Bürgermeister Rainer Benien die Bedeutung des Großen Marktes. Zudem legte er einen besonderen Fokus auf die Rheinpromenade. Auch dort sollen Ideen über den Arbeitskreis Rheinpromenade eingebracht werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Ebenfalls erfreulich ist, dass die Verwaltung voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026 die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung vorstellen möchte. Dies gibt den Menschen in Wesel zusätzliche Planungssicherheit. Ein besonderes Highlight im Jahr 2026 wird die neue Wesel-App sein. Bürger*innen können künftig mithilfe der App digitale Dienste der Stadtverwaltung nutzen.

So können beispielsweise Termine direkt über die App vereinbart werden. Auch der ASG wird seine digitalen Angebote in die Wesel-App integrieren, sodass künftig nur noch eine App für sämtliche städtische Dienstleistungen erforderlich ist. „Die App wird regelmäßig evaluiert. Durch das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer kann das Angebot kontinuierlich verbessert werden“, betont der zuständige Beigeordnete Dr. Markus Postulka.

Im Bereich der digitalen Infrastruktur werden 2026 unter anderem die beiden großen städtischen Turnhallen – die Rundsporthalle und die Sporthalle Nord – mit einem stabilen WLAN-Netz ausgestattet. Auch bei der Planung von Spielplätzen setzt die Stadt auf das Feedback der Bürger*innen, insbesondere von Kindern und Familien. So ist für 2026 geplant, an der Dietrich-Krieger-Stege einen neuen Spielplatz mit einer Fläche von rund 700 Quadratmetern zu errichten.

Im Vorfeld wird es die Möglichkeit geben, Vorschläge und Ideen einzureichen. Ebenso wird – angelehnt an das Beteiligungsverfahren in der Aue – der Beteiligungsprozess zur Neugestaltung der bisherigen Skateanlage am Mölderplatz gestartet.

„Aufbauend auf den guten Erfahrungen, die wir bei der Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung des neuen Skate- und Bikeparks in der Aue sammeln konnten, wird hier im Herzen der Innenstadt ein neuer Anlaufpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene entstehen“, fasst Bürgermeister Rainer Benien die Planungen für den Mölderplatz zusammen.

Nicht weit davon entfernt werden die Schüler*innen der Gemeinschaftsgrundschule Innenstadt in Kooperation mit der OGS zu ihrem Stadtteil befragt. Ziel ist es, die Bedürfnisse junger Menschen zu erfassen, um passgenaue Maßnahmen entwickeln zu können.  Doch nicht nur für junge Menschen werden neue Angebote geschaffen: So ist erstmals für 2026 die Durchführung eines Seniorentags geplant, der voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte stattfinden wird.

Dabei stehen Fragen rund um das Älterwerden im Mittelpunkt. Geplant ist, diese Veranstaltung künftig alle zwei Jahre zu wiederholen. Wer bislang Schwierigkeiten hatte, Texte auf der städtischen Homepage zu verstehen, kann sich ab sofort Inhalte mithilfe einer auf der Internetseite integrierten Künstlichen Intelligenz in Leichte Sprache übersetzen lassen, ein Knopfdruck genügt. Barrierefrei sollen auch weitere Bushaltestellen im Stadtgebiet werden. Hierfür stehen im Jahr 2026 rund 300.000 Euro zur Verfügung. 

Wer Anregungen zur Barrierefreiheit hat, kann den Sozialbereich der Stadt Wesel kontaktieren (www.wesel.de). Eine Arbeitsgruppe (AG Barrierefreiheit) beschäftigt sich kontinuierlich mit der Aufgabe, die Stadt barrierefreier zu gestalten. Das Thema Barrierefreiheit wird bei sämtlichen Stadtentwicklungsprozessen mitgedacht. Wie der Stadtrat im Jahr 2026 zusammengesetzt sein wird, hängt maßgeblich auch von der Wiederholungswahl im Wahlbezirk 15 ab.

Diese findet voraussichtlich im Frühjahr statt. Bereits jetzt steht fest, dass die Verwaltung neu strukturiert wird. Hierzu wurde die Stelle einer beziehungsweise eines Technischen Beigeordneten ausgeschrieben. Die neue Person im Verwaltungsvorstand wird künftig die Bereiche Stadtentwicklung, Gebäudeservice sowie Feuerwehr verantworten. Nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens wird der Rat über die Vorschläge beraten und wählen.

Für Kinder und Jugendliche wird erneut erheblich in die Bildungsinfrastruktur investiert. Neben dem Neubau der Kindertageseinrichtungen Am Feldtor mit sechs neuen Gruppen sowie an der Isselstraße mit vier neuen Gruppen werden derzeit die Einrichtungen an der Delogstraße und im Hessenviertel erweitert. Dank dieser Maßnahmen kann die Stadt Wesel dem steigenden Bedarf an Kita-Plätzen gerecht werden.

Darüber hinaus werden 2026 zahlreiche Baumaßnahmen des Schulbauprogramms abgeschlossen. Unter anderem werden die ersten Bauabschnitte an den Gemeinschaftsgrundschulen Blumenkamp und Konrad-Duden fertiggestellt. Die Gemeinschaftsgrundschule Fusternberg wird vollständig abgeschlossen sein. Allein in den Grundschulen wurden damit über 40 Millionen Euro investiert.

Als nächstes soll in die Grundschulstandorte Quadenweg und Feldmark investiert werden, für die im Jahr 2026 die Ausschreibungen erfolgen sollen. Wer sich einen Eindruck von den umfangreichen Baumaßnahmen verschaffen möchte, kann derzeit an der Konrad-Duden-Realschule die Baufortschritte des Erweiterungsbaus verfolgen. Neben den städtischen Immobilien legt die Stadt Wesel großen Wert darauf, auch die städtischen Straßen zu modernisieren.

Im Sommer 2025 wurden die Baumaßnahmen an der Ritterstraße und am Flesgentor erfolgreich abgeschlossen. Mehrere große Straßenbaumaßnahmen – darunter an der Honnerbachstraße, Rudolf-Diesel-Straße, Rheinbabenstraße, Frankenstraße, Yorckstraße und am Gärtnereiweg – werden im Jahr 2026 beginnen. Geplant ist zudem die Restaurierung des Berliner Tors.

Hierzu hat die Stadt Wesel Förderanträge gestellt. Sobald entsprechende Förderzusagen vorliegen, können die Arbeiten an dem historischen Wahrzeichen starten. Wie wichtig aufsuchende Arbeit mit Menschen sein kann, haben die vergangenen Jahre im Jugendbereich gezeigt. Dank des Streetworks der Stadt Wesel konnte vielen jungen Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen geholfen werden. Zudem ist es gelungen, Jugendliche für Beteiligungsprozesse zu begeistern, die sich sonst eher in ihren Gruppen zurückziehen.

Erstmals wird bei der Stadt Wesel auch eine Stelle für Streetwork mit Erwachsenen eingerichtet. Durch die präventive Arbeit des Streetworks können Probleme gemeinsam angegangen und Perspektiven entwickelt werden. Das Angebot unterstützt Betroffene, entlastet mittel- und langfristig Institutionen und schafft Vertrauen sowie Sicherheit.

Wer seinen Traum vom Eigenheim verwirklichen möchte, kann 2026 Grundstücke auf der Fläche des ehemaligen Sportplatzes in Bislich sowie im Neubaugebiet Am Hessenweg erwerben. Sobald entsprechende Flächen verfügbar sind, werden diese offen auf der städtischen Internetseite angeboten. Erstmals wird probeweise für zwei Jahre ein sogenannter Mülldetektiv eingesetzt. Dieser soll bei wilden Müllkippen aufklären und helfen, die Verursacher*innen zu ermitteln.

Die neuen Öffnungszeiten des ASG Wesel haben sich bewährt. Daher gelten die erweiterten Zeiten – inklusive des zusätzlichen Angebots an Montagen in den wärmeren Monaten – auch im Jahr 2026. Da die Friedhofsgebäude 2026 saniert werden, steigen die Friedhofsgebühren im kommenden Jahr um 7,5 Prozent. Aktuell unterhält der ASG fünf kommunale Friedhöfe. Aufgrund unter anderem gestiegener Lohnkosten wird zudem die Abfallgebühr um rund 3,8 Prozent angehoben.

„Erfreulich ist, dass die Hebesätze für die Grundsteuern (B-Wohn: 782 Prozent, B-Nichtwohn: 1.353 Prozent, A: 370 Prozent) stabil bleiben“, erläuterte der Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt Wesel, Klaus Schütz. Auch die Gewerbesteuer bleibt mit 468 Prozent unverändert. Lediglich im Bereich der Abwassergebühren gibt es leichte Steigerungen. So kostet ein Kubikmeter Schmutzwasser im Jahr 2026 3,71 Euro (2025: 3,57 Euro).

Im Bereich der Sicherheit konnten zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. So wurde erneut gemeinsam mit Weseler Grundschulen und der Polizei die Dank- und Denkzettel-Aktion durchgeführt. Die angeschafften mobilen Zu- und Durchfahrtssperren stehen im Jahr 2026 auch Vereinen und anderen Gruppen zur Verfügung (vorbehaltlich eines Ratsbeschlusses im März 2026). Erster Beigeordneter Klaus Schütz hebt die Vorteile hervor: „Das entlastet die Weseler Vereine vor allem finanziell und schafft ein hohes Maß an Sicherheit.“

Die Stadt Wesel wird darüber hinaus einen sogenannten „BOP“ – Blitzer ohne Personal – anschaffen. Ein BOP kann tagelang (24/7) eingesetzt werden. Bekannt ist der BOP in Wesel, weil der Kreis Wesel bereits einen im Einsatz hat. Zudem ist geplant, im Jahr 2026 neue Schutzkleidung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr anzuschaffen. Der Löschzug in Ginderich erhält außerdem ein neues Fahrzeug. Da der Fachkräftemangel insbesondere im Rettungsdienst spürbar ist, wird die Stadt Wesel 2026 teilweise auf externe Dienstleister zurückgreifen müssen.

Eine besonders sichtbare Neuerung wird die Dokumentenausgabebox sein. Viele Menschen, die das Rathaus aufsuchen, möchten lediglich Dokumente (etwa Aufenthaltstitel) abholen. Mithilfe der Dokumentenausgabebox können Bürger*innen künftig Zeit sparen. Ähnlich wie bei bekannten Paketzulieferern werden Dokumente während der Öffnungszeiten des Rathauses in einer Ausgabebox zur Abholung bereitgestellt.

Bürger:innenrat formuliert Empfehlungen für mehr Beteiligung in Moers
Wie ist Teilhabe in der Stadt noch besser möglich? Mit dieser Frage haben sich 48 Moerserinnen und Moerser intensiv im Bürger:innenrat der Stadt Moers beschäftigt. Am Dienstag, 17. Dezember, haben die Beteiligten das Gutachten auf der Demokratiekonferenz an Bürgermeisterin Julia Zupancic übergeben.

Frank Wölfling, Susanne Kempgens-Suhr, Steven Range und Sabrina Raus (v.l.), die am ersten Bürger:innenrat in Moers teilgenommen haben, übergaben Bürgermeisterin Julia Zupancic das Gutachten. (Foto: pst)

„Die Bürgerinnen und Bürger haben sich intensiv, kritisch und vor allem konstruktiv mit der Frage beschäftigt, wie kommunalpolitische Entscheidungen künftig noch partizipativer gestaltet werden können. Sie haben Zeit investiert, Verantwortung übernommen und sich mit großem Engagement, Offenheit und gegenseitigem Respekt eingebracht“, erklärte die Bürgermeisterin. Sie dankte den teilnehmenden Personen für den Einsatz und der Initiative ‚Bürger:innenrat‘ für die Idee.

Deren Mitglied Dieter Zisenis stellte die Entstehungshintergründe vor. Angefangen haben die Aktivitäten im Jahr 2021 bei gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Schlosstheater Moerser im Wallzentrum unter dem Titel ‚Stadt machen‘. Gutachten wird im Stadtrat diskutiert Im Ergebnis formulierte der Bürger:innenrat vier zentrale Wünsche und Empfehlungen an Politik und Verwaltung.

Dazu zählen die Schaffung verbindlicher Leitlinien sowie eines Büros für Bürger:innenbeteiligung, die Weiterentwicklung einer gelebten Beteiligungskultur in Moers, die Durchführung eines Bürgerhaushalts sowie eine verbesserte Kommunikation rund um Beteiligungsangebote. In diesem Zusammenhang regt der Bürger:innenrat unter anderem die Einführung eines eigenen Beteiligungsportals an.

Vorgestellt haben die Inhalte an dem Nachmittag die Teilnehmenden Susanne Kempgens-Suhr, Steven Range, Sabrina Raus und Frank Wölfling. Begleitet wurde der Prozess durch das nexus Institut und dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Universität Wuppertal. Von Verwaltungsseite wurde der Bürger:innenrat und die Demokratiekonferenz von Diana Finkele, Leiterin des Eigenbetriebs Bildung und Eleni Kremeti von der Fachstelle für Demokratie organisiert und begleitet.

Ermöglicht wird das Projekt durch die finanzielle Förderung über das Bundesprogramm Demokratie leben! Das Gutachten geht zur weiteren Beratung in den Rat der Stadt Moers. Zudem versprach Bürgermeisterin Zupancic, die Inhalte des Gutachtens in den Weihnachtsferien komplett durchzuarbeiten.

Wesel: Fußgängerbrücke an der Zitadelle aus Sicherheitsgründen gesperrt
Bei einem Ortstermin wurde der Zustand der hölzernen Oberkonstruktion der Fußgängerbrücke an der Zitadelle überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass ein wichtiger Querbalken stark beschädigt ist. Das Holz ist durch Fäulnis vollständig morsch. Zudem sind Risse an den Verbindungsstellen sowie eine sichtbare Durchbiegung der Konstruktion erkennbar. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde die Brücke umgehend gesperrt. Hinweisschilder machen auf die bestehende Einsturzgefahr aufmerksam. 

Das Gewicht der betroffenen Bauteile (obere Holzkonstruktion) wird auf bis zu vier Tonnen geschätzt. Bei Sturm oder Schneelast kann nicht ausgeschlossen werden, dass Teile herabfallen. Die eigentliche Gehfläche der Brücke ist zwar standsicher, jedoch geht die Gefahr ausschließlich von der darüberliegenden Holzkonstruktion aus. Die Sanierungsarbeiten beginnen voraussichtlich ab dem 19. Januar 2026.

Geplant ist, die beschädigte Oberkonstruktion mithilfe eines Krans zurückzubauen. Die Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Ziel ist es, die historische Optik der Brücke zu erhalten. Daher ist geplant, den beschädigten Querbalken durch einen neuen zu ersetzen. Weitere mögliche Schäden an den Stützen können erst nach der Demontage genau beurteilt werden. Die Stadt Wesel bittet um Verständnis für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) begrüßt die Zustimmung des Bundesrats zur dauerhaften Umsatzsteuersenkung auf Speisen.
BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert: „Wir freuen uns, dass die dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie auf 7 Prozent nun Realität wird. Die Bundesregierung hat Wort gehalten und damit ein wichtiges Signal der Verlässlichkeit gesendet. Für unsere Branche, die in den vergangenen Jahren enorme Belastungen schultern musste, bedeutet die  Zustimmung des Bundesrats nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch Anerkennung ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung.

Die Systemgastronomie lebt von Menschen, die jeden Tag mit großem Einsatz dafür sorgen, dass unsere Restaurants Orte der Begegnung, des Genusses und der Teilhabe sind. Die vergangenen Jahre waren für die überwiegend mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer wirtschaftlich besonders hart: Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal sind stark gestiegen, während gleichzeitig die Besuchszahlen kontinuierlich zurückgingen. Um ihre Betriebe und Beschäftigten abzusichern, haben viele Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer diese Belastungen weitgehend selbst geschultert und nicht an die Gäste weitergegeben. Das verdient besonderen Respekt.

Blick in die Zukunft
Dank der steuerlichen Entlastung können unsere Betriebe endlich wieder nach vorne blicken und zugleich aktiv zur wirtschaftlichen Erholung in Deutschland beitragen. Sie werden investieren: in hunderte neue Standorte, in die nachhaltige und innovative Modernisierung bestehender Restaurants, in die Sicherung und den Aufbau zehntausender Arbeitsplätze sowie in zusätzliche Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Gleichzeitig bleiben sie verlässliche, tarifgebundene Arbeitgeber. Gerade jetzt, da die Arbeitslosigkeit so hoch ist wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, ist dies ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung in Deutschland.

Unsere Branche ist für viele Menschen ein erster beruflicher Ankerpunkt. In den Restaurants unserer Mitgliedsunternehmen arbeiten Mitarbeitende aus über 160 Nationen, unabhängig von Herkunft, Sprache oder Bildungsweg. Sie finden hier Chancen, Perspektiven und ein berufliches Zuhause. Jeden Tag erleben wir Erfolgsgeschichten von Menschen, die in kurzer Zeit Verantwortung übernehmen, Teams leiten und ihren Weg gehen. Diese gesellschaftliche Rolle als Branche der Chancen macht uns stolz – und wir wollen sie weiter ausbauen.

Erhalt gastronomischer Vielfalt
Zugleich leistet die Systemgastronomie einen Beitrag zu regionaler Wertschöpfung und gastronomischer Vielfalt in Stadt und Land. Die engagierten Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer sind stark in ihrer Region verwurzelt, führen den Betrieb oftmals in zweiter oder dritter Generation und bringen mit Unternehmergeist und Leistungsbereitschaft ihre Heimatregionen voran. Viele Menschen sind heute preissensibler denn je. Bezahlbare Angebote in der Gastronomie sind daher ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe – in urbanen wie in ländlichen Gebieten. Die dauerhaft gesenkte Umsatzsteuer hilft, diese Vielfalt zu erhalten.

Für die Zukunft ist es für unsere Branche entscheidend, dass die Politik den eingeschlagenen Kurs der Verlässlichkeit fortsetzt. Nur mit langfristig kalkulierbaren Rahmenbedingungen kann die Systemgastronomie ihre volle Stärke entfalten – als Arbeitgeberin, als Integrationsmotor und als starke Säule des wirtschaftlichen Aufschwungs.“

Dinslakewn an Heiligabend: Straßensperrung „Am Neutor“
Anlässlich des Frühschoppens an einer Gaststätte wird die Straße „Am Neutor“ in Dinslaken an Heiligabend vorübergehend für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Vollsperrung wird ab 8 Uhr eingerichtet und voraussichtlich gegen 18 Uhr wieder aufgehoben.

Die Sperrung beginnt auf Höhe des Kinos, die Zufahrt zum Parkplatz Am Neutor ist also weiterhin möglich. Der Parkplatz kann also auch während der Straßensperrung ganz normal genutzt werden. Die Maßnahme dient der Gewährleistung der Verkehrs- und Fußgängersicherheit. In den vergangenen Jahren kam es an diesem Tag wiederholt zu Behinderungen, da sich zahlreiche Gäste im Straßenraum aufhielten und der Gehweg zeitweise nicht mehr nutzbar war.

Moers: Mittelalterliche Reste treffen auf moderne Infrastruktur- Enni-Verwaltungsrat erhielt Einblicke in die Innenstadtsanierung und Laubsammlung  
Unter dem Kopfsteinpflaster kam plötzlich das Mittelalter zum Vorschein: Bei den Sanierungsarbeiten in der Moerser Innenstadt stieß die Bautruppe der Enni jüngst auf Reste des historischen Neutors – ein spektakulärer Fund, der den Zeitplan jedoch nicht ausbremst. „Der beauftragte Archäologe hat die bisherigen Funde sehr schnell dokumentiert, so dass unsere beiden Kolonnen weiterhin gut vorankommen.

Zum Jahresende ist rund ein Viertel des ersten Bauabschnitts umgesetzt, sodass wir bald in der Fieselstraße beginnen können. Hier haben wir die Anwohnenden bereits in einer Bürgerversammlung informiert“, erklärte Enni-Vorstand Dr. Kai Gerhard Steinbrich in der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates der ENNI Stadt & Service Niederrhein AöR (Enni). Neben seinem Sachstandsbericht zur Innenstadtsanierung standen – wie alljährlich in der Dezember-Sitzung – auch die Gebühren für 2026 auf der Tagesordnung.

Entsprechend der Weisung des Moerser Stadtrates bestätigte das Gremium diese nur noch formal. Wie bereits in der Herbstsitzung angekündigt, wird es Anpassungen bei den Friedhofs- und Abwassergebühren geben – verursacht durch deutlich steigende Kosten und hohe Investitionen in die Zukunft der Kanalnetze und Friedhöfe.

Unverändert bleiben 2026 die Abfall-, Straßenreinigungs- und Winterdienstgebühren. Darunter fällt auch die Laubabfuhr, die das Team der Grünpflege auch in diesem Jahr gefordert hat: Rund 400 Tonnen Laub sammelte die Enni zwischen Oktober und Mitte Dezember allein in den Moerser Grünanlagen und auf den zehn Friedhöfen, wie Vorständin Sandra Jungmaier berichtete.  

Nach der konstituierenden Sitzung gab Dr. Steinbrich dem neu formierten Verwaltungsrat einen Überblick über das mehrjährige Großprojekt Innenstadtsanierung. Insgesamt werden zwischen Unterwallstraße, Schlosspark, Neuem Wall und Stadtgraben rund 28 Kilometer Infrastruktur erneuert – inklusive Kanälen, Energie- und Wasserleitungen sowie moderner Telekommunikations- und Beleuchtungssysteme.

Bereits fertiggestellt sind Abschnitte im Rosenthal, in der Meerstraße und auf dem nördlichen Teil der Niederstraße. Dort wurden über alle Sparten hinweg rund 70 Hausanschlüsse sowie mehrere hundert Meter Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen für die Zukunft gerüstet. Frisch abgeschlossen sind die Arbeiten auf der Neustraße – auf der Haagstraße will Enni im Frühjahr fertig werden.

Nach dem Jahreswechsel werden außerdem noch Restarbeiten auf der Niederstraße erfolgen, dann geht’s auf der nördlichen Fieselstraße weiter. „Die Enge dieser Straße ist eine Herausforderung, weshalb wir die Anwohnenden hier besonders intensiv einbinden werden und in einer Infoveranstaltung Mitte Dezember persönlich über den Bauablauf informiert haben“, erklärt Steinbrich.

„Glücklicherweise haben bisher alle Verständnis dafür, dass die marode Infrastruktur nach stellenweise 100-jährigem Betrieb nun einmal von Grund auf erneuert werden muss.“ Auch die Grünpflege stellte die Enni in den vergangenen Wochen vor eine große Aufgabe: Rund 10.000 Moerser Straßenbäume sorgen in der Laubzeit stets für enorme Mengen – in den Grünanlagen und auf den zehn Friedhöfen fielen zwischen Oktober und Mitte Dezember allein 400 Tonnen Blätter zu Boden.

Das entspricht etwa 20 großen Lkw-Ladungen. 25 Mitarbeitende und externe Dienstleister reinigten zusätzlich Parks, Spielplätze und Schulhöfe auf insgesamt 330 Hektar. „In extensiven Anlagen bleibt das Laub als Rückzugsort für Tiere liegen“, erklärte Sandra Jungmaier, die auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger lobte. Sie unterstützen die Laubsammlung in den Stadtteilen seit 2006 und gaben an den sechs Containerstandorten in diesem Jahr weitere 68 Tonnen Blätter ab.  

Krankenhaus Bethanien: Umbau der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin abgeschlossen
Modernste Technik und Geräte für rund 63.000 Patientenkontakte im Jahr
Zum Ende des Jahres freut sich das Krankenhaus Bethanien Moers den Abschluss der Umbaumaßnahmen in der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin bekanntgeben zu können. Die umfangreichen Modernisierungsarbeiten der letzten Jahre kommen damit zu einem Ende. Patient:innen profitieren unter anderem von einer Vielzahl noch modernerer Geräte, die noch schneller Ergebnisse für die Diagnosestellung und entsprechende Behandlung liefern.

Entscheidender Baustein für eine umfassende Patientenversorgung
Die Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin unter Chefarzt Dr. Derk Veelken ist als bildgebende Abteilung die entscheidende Schnittstelle für zahlreiche Bereiche im Krankenhaus Bethanien Moers und darüber hinaus. „Allein unsere vielen zertifizierten Zentren sind auf die vorgehaltenen Geräte angewiesen, um Patientinnen und Patienten schnell, sicher und kompetent behandeln zu können. Wir sind damit ein entscheidender Baustein bei der multiprofessionellen Zusammenarbeit in unserem Haus.

Außerdem haben die auf dem Campus Bethanien befindliche Onkologische Praxis Moers und die Praxis für Strahlentherapie Moers in uns einen Partner, zu dem diese ihre Patientinnen und Patienten uneingeschränkt schicken können“, so Dr. Veelken. Wie umfangreich der Zulauf sei, bewiesen „gigantische“ Patientenzahlen, so die Verantwortlichen. Allein im Jahr 2024 gab es rund 63.000 Patientenkontakte. Pro Tag führt das Team der Klinik allein bis zu 60 CTs, circa 150 Röntgenuntersuchungen, etwa zehn nuklearmedizinische Untersuchungen, acht bis zehn Mammographien und circa 15 MRTs durch.

Phasenweiser Umbau liefert zahlreiche Vorteile
„Als letzter Baustein wurde Ende 2025 eine neue Gammakamera verbaut“, erklärt Chefarzt Dr. Derk Veelken. „Das neue sogenannte Zweikopf-Gammakamerasystem bietet uns nicht nur eine noch höhere Auflösung und damit bessere Bildqualität als das Vorgängermodell, sondern gleichzeitig auch sehr kurze Untersuchungszeiten. Es wird vor allem für Szintigraphien von Skelett, Herz oder Schilddrüse eingesetzt, ist jedoch auch entscheidend für die Notfallversorgung, zum Beispiel zum Ausschluss einer Lungenembolie.“ 2024 wurde das MRT-Gerät (Magnetresonanztomograph) erneuert.

„Das Gerät hat ein KI-Upgrade bekommen, was zu einer 20-prozentigen Zeitersparnis führt. Wir können also mehr Patientinnen und Patienten in kürzerer Zeit behandeln und ihnen helfen“, so der Chefarzt. Die Magnetresonanz-tomographie wird im Krankenhaus Bethanien unter anderem etwa für Mamma-MRTs (MRTs der Brust) im zertifizierten Brustzentrum eingesetzt oder für Gefäßdarstellungen, beispielsweise bei Fällen, die das Wundzentrum behandelt. Darüber hinaus verfügt die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses durch die Modernisierungsmaßnahmen nun über einen Hochgeschwindigkeits-CT-Scanner. „Deutschlandweit wurden nur acht dieser Geräte installiert.

Mit 80 Zeilen und einer 90 cm großen Öffnung eignet er sich besser als herkömmliche CTs (Computertomographen) für bestimmte Untersuchungen. So können beispielweise auch Notfalliegen durch ihn hindurchgeschoben werden, ohne Patientinnen und Patienten umlagern zu müssen“, beschreibt der erfahrene Radiologe und Nuklearmediziner die Vorteile. Vor allem für die Behandlung von Notfall-, Schockraum- oder Intensivpatient:innen sei dies ein entscheidender Punkt. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften eignet er sich aber auch sehr gut für Lungenscreenings für das Lungen- und Thoraxzentrum Nordrhein oder für das überregionale Lungenkrebszentrum.

„Bereits 2021 wurde der Computertomograph (CT) in den Räumlichkeiten der Klinik durch ein 320-Zeilen-CT ersetzt. Dies ist das modernste und bis heute am höchsten entwickelte Gerät seiner Art“, betont der Moerser Chefarzt. Es sorge durch seine KI-basierte Bildgebung nicht nur für eine rund 20-prozentige Dosisersparnis, sondern eigne sich auch besonders gut bei Kindern oder älteren Menschen durch die sogenannte Volumenbildgebung. „Beim CT dauert die Darstellung, zum Beispiel eines Kopfes bei einem Kind, mit dann nur einer Rotation mittlerweile nur noch 0,3 Sekunden.“

Darüber hinaus werde es bei der Herzbildgebung für die Chest-Pain-Unit des Krankenhauses und die Gelenkdarstellung, etwa bei Notfällen des anerkannten Traumazentrums, eingesetzt. „Das konventionelle Röntgen hat ebenfalls ein Upgrade erhalten. Moderne Geräte sorgen für eine strahlensparende Darstellung und alles ist nun komplett digitalisiert.“

Neben einem neuen Wartebereich im Souterrain des Krankenhauses, der Patient:innen modern, hell und freundlich in Empfang nimmt, verstärken außerdem zwei neue Gesichter das Team: Seit Herbst 2025 sind Oberärztin Dr. Darya Geiger mit dem Schwerpunkt Herz- und Mamma-Bildgebung und Oberarzt Halil Ibrahim Tazeoglu mit dem Schwerpunkt Lungenbildgebung mit an Bord.

Dr. Derk Veelken, Chefarzt der Klinik für Radiologie & Nuklearmedizin des Krankenhauses Bethanien Moers, freut sich, dass der Umbau seiner Klinik abgeschlossen ist.

Verkauf des Weseler Stadtgutscheins eingestellt - Einlösung bestehender Gutscheine weiterhin möglich
Der Weseler Stadtgutschein, der im Jahr 2020 während der Corona-Pandemie zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels und der Gastronomie eingeführt wurde, wird nicht weitergeführt. Der Verkauf der Gutscheine wurde eingestellt. Das Projekt wurde in einer Phase umgesetzt, in der der direkte Kundenkontakt aufgrund pandemiebedingter Einschränkungen nur eingeschränkt möglich war. 

Nach dem Ende der Pandemie konnte sich das Angebot jedoch nicht dauerhaft etablieren. Die Anzahl der Akzeptanzstellen ging zurück. Zusätzlich traten technische Herausforderungen beim Plattformdienstleister auf. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, das Projekt zu beenden. Einlösung bereits gekaufter Gutscheine Bereits erworbene Stadtgutscheine behalten ihre Gültigkeit und können weiterhin bei allen teilnehmenden Partnerbetrieben eingelöst werden.

Die Einlösung ist bis zum jeweiligen Ablaufdatum des Gutscheins möglich, spätestens jedoch bis Ende 2028. Eine aktuelle Übersicht der Akzeptanzstellen ist unter www.stadtgutschein-wesel.de verfügbar. Dank an beteiligte Akteure „Der Weseler Stadtgutschein hat in einer besonderen Situation einen Beitrag zur Unterstützung des lokalen Handels geleistet“, erklärt Dagmar van der Linden, Geschäftsführerin der WeselMarketing GmbH. „Wir danken den beteiligten Händerinnen und Händler, Unternehmen sowie allen Nutzerinnen und Nutzern des Angebots.“

Wesel: Heimat-Scheck 2025 für „Historisches Fotoband am Deichdorfmuseum“
Seit Anfang Dezember ist der Innenhof des Deichdorfmuseums Bislich um eine weitere Attraktion reicher! Dank der Unterstützung durch den „Heimat-Scheck“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen und viel ehrenamtlichen Einsatz war es möglich, ein besonderes Projekt umzusetzen: das „Historische Fotoband“.

Wo vorher nur verschlossene leere Fenster waren, geben nun großgezogene Fotos aus der Sammlung des Museums einen Einblick in die ältere und auch jüngere Geschichte des Dorfes. Damit können jetzt kleinere wie größere Besuchende zum Beispiel den Bislicher Fischern vor der Lüttinger Fischerhütte direkt auf die Holzschuhe (genannt „Klompen“) blicken.

Auch ist zu sehen, mit welchen Bildern der Besitzer des Bislicher Fährhauses 1908 Werbung für sein Haus machte. Alle Fotografien sind mit Untertiteln in Deutsch und Englisch versehen. Bereichert wird das Fotoband um einen großen Rheinverlaufsplan, an dem die Betrachtenden nachvollziehen können, wo am Rhein sie sich befinden und wie er von der Quelle bis zur Mündung verläuft. Vorher zeigte dieser Museumsflügel nach außen hin nur die dauerhaft geschlossenen ehemaligen Fenster- und Türöffnungen. 

Am 10. Juli 2025 beantragte der Vorstand des Heimat- und Bürgerverein Bislich e.V. den Heimat-Scheck 2025 digital. Ende des Monats lag der positive Bescheid vor. Ohne die Förderung von Euro 2.000 wäre es nicht möglich gewesen, die Idee umzusetzen. Die Kosten für die Maßnahme lagen bei etwa Euro 2.500. Wilhelm Kock vom Vorstand des Heimat- und Bürgervereins leitete mit seiner Museums-Bautruppe die Anlieferung der Tafeln und deren Montage.

Viele ehrenamtliche Stunden flossen in diesen Bereich.  Am 4. Dezember 2025 wurde das Ergebnis vom 1. Vorsitzenden Klaus Droste und seinem Stellvertreter Wilhelm Kock gemeinsam mit der Museumsleiterin Dr. Barbara Rinn-Kupka der Stadt Wesel vorgestellt. Die Stadt Wesel ist Grundstückseigentümer und Förderer des Museums. Bürgermeister Rainer Benien freute sich mit den Beteiligten über die Umsetzung und die damit verbundene Bereicherung in Sachen Heimatvermittlung.

Das historische Fotoband ist nicht nur während der Öffnungszeiten des Museums oder auf Anfrage zu sehen, sondern auch bei jeder anderweitigen Nutzung des Innenhofes. Es ist damit öffentlich zugänglich und vermittelt nach außen die Vielfältigkeit der Bedeutung von Heimat- und Heimatverbundenheit an Niederrhein.

Neues vhs-Programm „Bereit für die Zukunft“ – Mit der vhs die virtuelle Realität entdecken
Das neue Programmheft der vhs Wesel-Hamminkeln-Schermbeck für das Semester Frühjahr/Sommer 2026 ist erschienen. Unter dem Titel „Bereit für die Zukunft“ hat die vhs über 400 Veranstaltungen zusammengestellt. Semesterschwerpunkt bleibt die Künstliche Intelligenz. Highlight in diesem Semester sind zwei Workshops zur Einführung in die VR-Brille.

Virtual Reality ist längst mehr als ein Trend aus der Spielewelt. Sie findet heute in Bildung, Medizin, Kunst und vielen anderen Bereichen Anwendung. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, die Brillen auszuprobieren und verschiedene Anwendungen selbst zu testen. Das neue Programm „Bereit für die Zukunft“ steht wieder im Zeichen der Künstlichen Intelligenz.

Semesterhighlight sind zwei Workshops zur Einführung in die VR-Brille. Virtual Reality ist längst mehr als ein Trend aus der Spielewelt. Sie findet heute in Bildung, Medizin, Kunst und vielen anderen Bereichen Anwendung. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, die Brillen auszuprobieren und verschiedene Anwendungen selbst zu testen. Im Bereich Gesundheit setzt die vhs auf bewährte Kurse wie Yoga, Pilates, Wassergymnastik und vieles mehr.

Ergänzt wird das bestehende Angebot mit verschiedenen geführten Wanderungen durch die Region. So ist eine Wanderung rund um die Sechs-Seen-Platte in Duisburg geplant sowie eine Wanderung durch die Urdenbacher Kämpe zum Schloss Benrath. Auch das beliebte Krimi-Dinner und ein Kochkurs zur spanischen Landesküche sind im Programm.

In den Bereichen Kunst und Kultur lädt die vhs zu vielfältigen Veranstaltungen und Kulturfahrten ein. Neu in diesem Semester sind ein Einstiegskurs Gitarre sowie ein Schlagzeugkurs für Einsteiger. Des Weiteren wird es Workshops zu Kerzengestaltung, Trockenblumenkränzen, Speckstein und Porträtzeichnen geben. Die Betriebsbesichtigung führt im neuen Semester zum Kaffeemuseum der Firma Probat SE in Emmerich.

Die Teilnehmenden haben hier die Möglichkeit die faszinierende Geschichte und Technik hinter dem beliebtesten Genussmittel der Welt zu entdecken. Für Sprachinteressierte bietet die vhs Kurse in zwölf Fremdsprachen an. Neu dabei sind ein Einstiegskurs Katalanisch sowie der Kurs Katalanisch für die Reise. Auch ein Einstiegskurs Persisch ist neu im Programm.

Die bestehenden kostenlosen Angebote wie die Sprachcafés in Englisch und Russisch im Schloss Ringenberg sind auch wieder dabei! Der Fachbereich Deutsch als Zweitsprache richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund und an alle, die ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. Das Angebot umfasst ein breites Spektrum an Kursformaten: Integrationskurse, Berufssprachkurse, Alphabetisierungskurse, allgemeine Deutschkurse für Alltag und Beruf A1 – C1, spezielle Deutschangebote für Eltern oder Senioren, standardisierte Prüfungen sowie den Einbürgerungstest.

Anmeldungen sind ab sofort online möglich unter www.vhs-wesel.de. Telefonische Anmeldungen werden ab dem 8. Januar unter 0281-203 2590 entgegengenommen.

Hilfe auch an den Feiertagen
· Erste Anlaufstelle: Servicenummer 116 117
· Videosprechstunde für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
· Zwischen den Jahren auf Praxis-Vertretungen achten

Die medizinische Versorgung bei leichten Erkrankungen, die ambulant versorgt werden können, ist in Nordrhein auch an den bevorstehenden Feiertagen gesichert. Wer an Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen, an Silvester oder Neujahr akut erkrankt, erhält Zugang zu medizinischer Hilfe über den kostenlosen Patientenservice 116 117.

Die Nummer ist auch an den Feiertagen rund um die Uhr erreichbar. Die Mitarbeitenden vermitteln nach einer professionellen und strukturierten Ersteinschätzung - je nach Symptomen - entweder einen direkten Arztkontakt per Video-/Telefonanruf oder einen Hausbesuch bei immobilen Patienten.

Auch die Vermittlung in eine der rund 90 Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) ist möglich. Im Fall medizinischer Notfälle kann eine Weiterleitung an den örtlichen Rettungsdienst erfolgen. Informationen zu Adressen und Öffnungszeiten der Notdienstpraxen gibt es zum Beispiel online unter www.kvno.de/notdienst.

Ärztliche Hausbesuche vor allem für Bettlägerige möglich
Für Patientinnen und Patienten, die nicht geh-fähig sind, kann über die 116 117 ein ärztlicher Hausbesuch organisiert werden. Auf Wunsch informiert die 116 117 auch über die Erreichbarkeit fachärztlicher Notdienste im Landesteil – hier für Augenheilkunde, HNO und Kinder.

Weiteres Angebot: Videosprechstunden im ambulanten Bereitschaftsdienst
Ergänzend zur Versorgung durch einen Arzt im Bereitschaftsdienst in einer der KVNO-Praxen haben alle Anrufenden, Eltern erkrankter Kinder ebenso wie Erwachsene, im Akutfall die Möglichkeit, kostenlos eine Videosprechstunde im Notdienst durchzuführen.
Auch per Videocall zum Beispiel über das Handy können mit einer Ärztin /einem Arzt Symptome abgeklärt und erste Behandlungsmaßnahmen besprochen werden. Bei Bedarf ist der Erhalt eines eRezeptes ebenso möglich. Häufig ist im Anschluss dann kein weiterer Praxisbesuch notwendig.

Die Videosprechstunde im kinderärztlichen Notdienst ist grundsätzlich samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 22 Uhr verfügbar. Das Pendant für Erwachsene samstags, sonntags und feiertags von 9 bis 21 Uhr. Angefragt werden können beide Videosprechstunden-Angebote der KVNO entweder über die Servicenummer 116 117 oder über www.kvno.de/kinder bzw. www.kvno.de/erwachsene

Anschließend erhalten Eltern per E‑Mail einen Terminlink und sollten die Versichertendaten des Kindes bereithalten. Für die Nutzung genügt eine stabile Internetverbindung sowie ein Smartphone, Tablet, Notebook oder Computer mit Kamera und Mikrofon – bestenfalls in einer ruhigen Umgebung.

Zwischen den Jahren: auf Vertretungen achten
Zwischen dem 27. Dezember und dem 3. Januar bleiben einige Praxen im Rheinland urlaubsbedingt geschlossen. Während der regulären Sprechzeiten übernehmen andere Praxen vor Ort die Vertretung.

Patientinnen und Patienten sollten rechtzeitig auf entsprechende Aushänge in der Praxis, Hinweise auf dem Anrufbeantworter oder Informationen auf den Praxis-Websites achten. Auch sofern regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen, sollte die benötigte Menge ebenfalls mit Blick auf die Feiertage rechtzeitig vorab überprüft werden.

Weitere Informationen zum ambulanten Notdienst in Nordrhein gibt es unter www.kvno.de/notdienst


Teuerung bei 7 von 9 Haushaltstypen leicht über EZB-Ziel, Familien mit niedrigen Einkommen im Langfrist-Vergleich nicht mehr vorne
Die Inflationsrate in Deutschland lag im November wie im Oktober bei 2,3 Prozent und damit etwas über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im November sieben eine haushaltsspezifische Teuerung leicht oberhalb des EZB-Zielwerts. Alleinlebende sowie Paarfamilien mit jeweils geringen Einkommen lagen dagegen mit je 1,9 Prozent haushaltsspezifischer Teuerungsrate geringfügig darunter, zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK.*



Insgesamt reichte die Spannbreite der haushaltsspezifischen Inflationsraten im November von 1,9 bis 2,4 Prozent, der Unterschied lag also bei relativ geringen 0,5 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 betrug die Spanne 3,1 Prozentpunkte. Während Haushalte mit niedrigen Einkommen, insbesondere Familien, während des akuten Teuerungsschubs der Jahre 2022 und 2023 eine deutlich höhere Inflation schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, ist ihre Inflationsrate seit einiger Zeit unterdurchschnittlich.

Ein wichtiger Grund ist, dass sich seit einiger Zeit Dienstleistungen stärker verteuert haben als Lebensmittel und Energie, die in der Hochinflationsphase die stärksten Preistreiber waren. Diese Basisgüter haben im schmalen Budget ärmerer Haushalte ein besonders hohes Gewicht, während Dienstleistungen wie beispielsweise Urlaubsreisen, Versicherungen oder auch soziale Dienstleistungen stärker von Haushalten mit mittleren oder höheren Einkommen nachgefragt werden.

Im langfristigen Vergleich über die vergangenen sechs Jahre hatten einkommensschwache Familien im November daher erstmals nicht mehr die höchste haushaltsspezifische Inflationsrate. Mit zusammengenommen 22,9 Prozent seit November 2019 lagen sie hinter Paaren ohne Kinder mit mittleren Einkommen (23,5 Prozent), Paaren mit Kindern und mittleren Einkommen (23,1 Prozent), Paaren mit Kindern und hohen Einkommen (23,1 Prozent) und gleichauf mit Alleinerziehenden mit mittleren Einkommen. Langfristig am niedrigsten war die Inflation weiterhin für Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen, deren Warenkorb sich um 21,6 Prozent im Gesamtzeitraum seit November 2019 verteuert hat, während die Teuerung im November 2025 mit 2,4 Prozent etwas höher lag als bei den anderen Haushalten.

Paarfamilien mit hohen Einkommen verzeichneten im November eine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Paare ohne Kinder mit mittleren Einkommen und Alleinlebende mit höheren Einkommen folgten mit je 2,2 Prozent. Bei Paaren mit Kindern und mittleren Einkommen sowie Alleinerziehenden und Alleinlebenden mit ebenfalls mittleren Einkommen verteuerte sich der jeweilige Warenkorb um je 2,1 Prozent.

Inflationslage entspannt, EZB nutzt Spielraum zur Entlastung der Konjunktur nicht
Auch wenn sich bei Dienstleistungen weiterhin ein kräftiger Preisauftrieb zeige, sei insgesamt „die Inflation unter Kontrolle“, betont Dr. Silke Tober, IMK-Expertin für Geldpolitik und Autorin des Inflationsmonitors. Die Teuerung in Deutschland und im Euroraum werde nahe am EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent bleiben und im Euroraum 2026 sogar im Durchschnitt etwas darunter liegen, erwartet die Ökonomin.

Dabei spiele neben einer bei steigender Produktivität sich abschwächenden Lohnentwicklung auch eine Rolle, dass durch die US-Einfuhrzölle Warenexporte aus China nach Europa umgelenkt und besonders günstig angeboten würden.

Gleichzeitig belasteten ebenjene US-Zölle, weiterhin hohe Energiepreise und die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar die Konjunktur – im ganzen Euroraum, aber insbesondere in Deutschland. Die EZB habe seit spätestens Anfang Juli einen geldpolitischen Spielraum, um die Zinsen noch einmal zu senken und damit für etwas Entlastung zu sorgen, diesen aber nicht genutzt. Angesichts der „schwerwiegenden Abwärtsrisiken für die Konjunktur“ sei das ein Fehler, warnt die Expertin des IMK

Langzeitvergleich: Lebensmittel um gut 39 Prozent, Energie um 37 Prozent teurer als im November 2019
Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der IMK Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen.



Zwar dürfte die in den Jahren 2022 und 2023 entstandene Kaufkraftlücke bei den meisten Haushalten mittlerweile durch Lohnsteigerungen und wirtschaftspolitische Entlastungen weitgehend geschlossen sein, analysiert Tober. Unabhängig davon dokumentiert der längerfristige Vergleich von Preisen, den die Forscherin ebenfalls anstellt, die seitdem stark erhöhten Preisniveaus gerade von Waren des Grundbedarfs: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im November 2025 um 39,2 Prozent höher als im November 2019, also vor Pandemie und Ukrainekrieg.

Damit war die Teuerung hier mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz zwischenzeitlicher Preisrückgänge um 37,0 Prozent teurer als 2019, darunter Haushaltsenergie um 46,0 Prozent und Kraftstoffe um 25,2 Prozent.



Informationen zum Inflationsmonitor
Für den IMK Inflationsmonitor werden auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster ermittelt. So lässt sich gewichten, wer für zahlreiche verschiedene Güter und Dienstleistungen – von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen – wie viel ausgibt und daraus die haushaltsspezifische Preisentwicklung errechnen. Die Daten zu den Haushaltseinkommen stammen ebenfalls aus der EVS.



Im Inflationsmonitor werden neun repräsentative Haushaltstypen betrachtet: Paarhaushalte mit zwei Kindern und niedrigem (2000-2600 Euro), mittlerem (3600-5000 Euro), höherem (mehr als 5000 Euro) monatlichem Haushaltsnettoeinkommen; Haushalte von Alleinerziehenden mit einem Kind und mittlerem (2000-2600 Euro) Nettoeinkommen; Singlehaushalte mit niedrigem (unter 900 Euro), mittlerem (1500-2000 Euro), höherem (2000-2600 Euro) und hohem (mehr als 5000 Euro) Haushaltsnettoeinkommen sowie Paarhaushalte ohne Kinder mit mittlerem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 3600 und 5000 Euro monatlich. Der IMK Inflationsmonitor wird monatlich aktualisiert.



Fehlende Lkw-Stellplätze gefährden die Verkehrssicherheit: DVR begrüßt Gesetzentwurf und warnt vor Finanzierungslücke
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) begrüßt den heute vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes, mit dem der Bau von Lkw-Rastanlagen als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft wird und damit beschleunigt werden soll. Gleichzeitig warnt der DVR: Ohne eine vollständig gesicherte Finanzierung bleibt die Planungsbeschleunigung wirkungslos – und das Sicherheitsproblem auf den Autobahnen ungelöst.

Zehntausende Stellplätze fehlen auf Autobahnen
An Deutschlands Autobahnen fehlen zehntausende Lkw-Stellplätze. Täglich suchen Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer, die ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten müssen, am Abend vergeblich nach einem regulären Parkplatz. In der Folge werden Lkw auf Ein- und Ausfahrten von Rastanlagen, auf Pkw-Parkplätzen, zwischen Stellplätzen oder sogar auf Seitenstreifen der Autobahn abgestellt – ein erhebliches Risiko für die Verkehrssicherheit.

Verkehrssicherheit als oberste Priorität
DVR-Präsident Manfred Wirsch sagt: „Wer keinen sicheren Stellplatz findet, kann sich nicht erholen – und wird selbst zum Risiko im Straßenverkehr. Fehlende Lkw-Stellplätze sind deshalb kein Komfortproblem, sondern eine Frage der Verkehrssicherheit. Der Bund muss den Ausbau neuer Stellplätze dauerhaft und verbindlich finanzieren.”

Finanzierungslücke bedroht Stellplatzausbau
Der dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegte Finanzierungs- und Realisierungsplan 2025–2029 sieht im Finanzierungstopf, der unter anderem für den Stellplatzausbau vorgesehen ist, lediglich 1,9 Milliarden Euro vor. Weitere 2,1 Milliarden Euro sind bislang ungedeckt. Nach Einschätzung des DVR droht bereits 2027 ein Engpass, sodass nicht jedes baureife Stellplatzprojekt realisiert werden kann.

Ausbau auch in Autobahnnähe notwendig
Zusätzliche Lkw-Stellplätze müssen nicht nur direkt an den Autobahnen entstehen, sondern auch im Umkreis von bis zu drei Kilometern entlang der Anschlussstellen. Das bestehende Förderprogramm zur Schaffung von Lkw-Stellplätzen im Nahbereich von Autobahnanschlussstellen (SteP) des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM) ist hierfür ein zentraler Baustein. Der DVR fordert einen zeitnahen zweiten Förderaufruf.



NRW: 2025 hatten mehr als zwei Drittel der Unternehmen erstmals schnelles Internet
* 68,8 % der Unternehmen nutzten eine schnelle ortsfeste Internetverbindung.
* Deutlich mehr Online-Services für Cloud Computing.
* Knapp ein Viertel der Unternehmen profitierte von IT-Lösungen für mehr Energieeffizienz.

Im Jahr 2025 verfügten erstmals mehr als zwei Drittel aller Unternehmen, die einen ortsfesten Internetanschluss hatten, über eine schnelle Datenverbindung. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, nutzten 68,8 % aller Unternehmen eine Geschwindigkeit von 100 M/Bit und mehr. Eine ortsfeste Internetverbindung war in NRW inzwischen mit einem Anteil von 95,1 % bei fast allen Unternehmen üblich.



Über die Hälfte (55,1 %) der größeren Unternehmen ab 10 Beschäftigten in NRW bezogen 2025 kostenpflichtige Internet-Dienste über Cloud Computing. Im Jahr 2024 hatte dieser Anteil noch bei 38,0 % gelegen. Moderne IT-Anwendungen unterstützten auch den Umweltschutz in der NRW-Wirtschaft. Knapp ein Viertel (24,1 %) aller Unternehmen nutzten 2025 IT-Systeme oder Lösungen für einen geringeren Energieverbrauch.

Darüber hinaus verwendeten 16,1 % der Unternehmen digitale Technologien, um den Materialeinsatz zu reduzieren oder mehr recycelte Materialien verwenden zu können. Cloud Computing: Darunter versteht man die Bereitstellung von IT-Diensten, wie Speicherplatz, Software und Rechenleistung etc., die über das Internet bereitgestellt und von den Unternehmen bedarfsabhängig genutzt werden können.

Apfelernte 2025: Mit 1 138 000 Tonnen zweithöchste Ernte der vergangenen zehn Jahre
• Erntemenge von Äpfeln und Pflaumen jeweils 17,2 % über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre
• Niedersachsen und Hamburg (Altes Land) erzielen Rekordmenge im Apfelanbau

In diesem Jahr können die Obstbaubetriebe in Deutschland auf ein ertragreiches Jahr im Apfelanbau zurückblicken. Insgesamt haben die Betriebe im Jahr 2025 rund 1 138 000 Tonnen Äpfel geerntet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wird damit die bereits positive Ernteprognose vom August (1 022 000 Tonnen) übertroffen.

Gegenüber dem ertragsschwachen Vorjahr stieg die Erntemenge um 30,5 % oder rund 266 000 Tonnen Äpfel. Damit lag die Apfelernte um 17,2 % oder rund 167 000 Tonnen über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Eine noch höhere Apfelernte war im Zeitraum von 2015 bis 2024 nur im Jahr 2018 mit 1 199 000 Tonnen erzielt worden. Bezogen auf eine Anbaufläche von rund 32 700 Hektar lag der durchschnittliche Ertrag im Jahr 2025 bei etwa 34,8 Tonnen geernteter Äpfel je Hektar.

Sehr gute Apfelernte im Alten Land und der Bodenseeregion
Eine besondere Bedeutung für den heimischen Apfelanbau haben die Bundesländer Niedersachsen und Hamburg sowie Baden-Württemberg. Insbesondere Niedersachsen und Hamburg (mit dem bekannten Apfelanbaugebiet "Altes Land") erzielten mit 374 000 Tonnen beziehungsweise 65 400 Tonnen die höchste Apfelernte bei Betrachtung der ab 2005 verfügbaren Daten.

Gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre fiel die Erntemenge damit in Niedersachsen um 33,7 % und in Hamburg um 34,3 % höher aus. Auch in Baden-Württemberg lag die Apfelernte mit rund 387 000 Tonnen deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (+14,5 %). Diese drei Bundesländer vereinen dabei rund 65,5 % der Apfelanbaufläche in Deutschland und erzeugten fast drei Viertel (72,6 %) aller heimischen Äpfel im Jahr 2025.

Die meisten Äpfel werden als Tafelobst vermarktet Mehr als drei Viertel der geernteten Apfelmenge (75,5 % beziehungsweise 859 000 Tonnen) sind für die Vermarktung als Tafelobst vorgesehen. Knapp ein Viertel der Apfelernte (23,7 % beziehungsweise 270 000 Tonnen) wird als Verwertungs- beziehungsweise Industrieobst genutzt, etwa zur Herstellung von Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein.

Weitere 0,8 % der Ernte (9 200 Tonnen) konnten aufgrund von Lager- oder Verarbeitungsverlusten nicht vermarktet werden. Pflaumenernte übersteigt 50 000 Tonnen Die Pflaumen- und Zwetschenernte lag im Jahr 2025 bei rund 51 300 Tonnen. Die positive Prognose vom Juli (44 500 Tonnen) wird damit übertroffen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 17,1 % oder rund 7 500 Tonnen.

Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024 fiel die Pflaumenernte um 17,2 % oder rund 7 500 Tonnen höher aus. Das größte Anbauland Baden-Württemberg verzeichnete dabei eine Erntemenge von rund 17 900 Tonnen und damit ein Plus von etwa 3,4 % gegenüber dem Durschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Besonders gut fiel die Ernte im zweitgrößten Anbauland für Pflaumen und Zwetschen, Rheinland-Pfalz, aus: Dort wurden rund 14 500 Tonnen geerntet, was einem Plus von 40,5 % gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt entspricht. Die Erntemenge dieser beiden Länder umfasste somit 63,2 % der diesjährigen deutschen Pflaumenernte.

Bundesweit entsprach die diesjährige Pflaumenernte bei einer Anbaufläche von rund 4 100 Hektar einem durchschnittlichen Ertrag von etwa 12,5 Tonnen Pflaumen und Zwetschen je Hektar. Der überwiegende Teil der Pflaumenernte (87,0 % oder 44 600 Tonnen) wird 2025 als Tafelobst vermarktet. Zur Nutzung als Verwertungs- oder Industrieobst sind 10,1 % (5 200 Tonnen) aller Pflaumen vorgesehen.

Unter die Kategorie "nicht vermarktet" fielen 1 500 Tonnen und damit 2,9 % der Früchte. Fast 90 % der Baumobsternte entfallen auf Äpfel An der gesamten erfassten Erntemenge von 1 284 000 Tonnen Baumobst im Jahr 2025 hatten Äpfel einen Anteil von 88,6 %. Der Anteil von Pflaumen und Zwetschen lag bei 4,0 %. Zusätzlich wurden in Deutschland rund 42 300 Tonnen Birnen (3,3 %), 37 300 Tonnen Süßkirschen (2,9 %), 9 800 Tonnen Sauerkirschen (0,8 %), sowie 5 700 Tonnen Mirabellen und Renekloden (0,4 %) geerntet.