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Aktuelles - Redaktioneller Gang durch die Niederrhein-Woche

32. KW: Montag, 3. -  Sonntag, 9. August 2026 - Themen u.a.:

Kleve: Sanierung von Lehrschwimmbad und Turnhalle der Marienschule startet
Das Lehrschwimmbad und die Turnhalle der Marienschule sind dringend sanierungsbedürftig - jetzt beginnen die Modernisierungsarbeiten. Anfang August beginnt die Sanierung der Sporthalle sowie des Lehrschwimmbads der Mariengrundschule in Kleve-Materborn.

Das Gebäudeensemble aus 1970 und 1972 ist sichtlich in die Jahre gekommen, entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und gerade die Technik des Lehrschwimmbeckens musste wegen ihrer Störanfälligkeit in den vergangenen Jahren wiederholt außer Betrieb genommen werden. Während der Bauzeit kommt es zu verkehrlichen Einschränkungen auf der Annabergstraße.

An der Annabergstraße in Materborn steht eine Großbaustelle in den Startlöchern: Im August beginnt an der Mariengrundschule die umfassende Sanierung des Lehrschwimmbads sowie der Sporthalle. Geplant ist jeweils die Erneuerung der gesamten Gebäudehülle und der Gebäudetechnik. Beide Gebäude werden dafür komplett entkernt und in den Rohbauzustand zurückversetzt.

Anschließend erfolgt die grundlegende Erneuerung von Fassaden, Fenstern, Türen und Dächern unter Berücksichtigung aktueller Standards der Wärmedämmung. Der Ausbau erfolgt barrierefrei. Mit dem Einbau von Wärmepumpen, einer Lüftungsanlage mit Wärmetauschern, Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen setzt die Stadt Kleve auf klimafreundliche Energieträger.

Beide Gebäude sind von großer Bedeutung für den Sport in Kleve. So wird die Turnhalle nicht nur durch Schülerinnen und Schüler genutzt, sondern auch durch verschiedene Sportvereine aus dem Stadtgebiet. Das Lehrschwimmbecken wiederum beherbergt vormittags den Schwimmunterricht von Grundschulklassen aus Kleve und der näheren Umgebung. Nachmittags finden zusätzliche Kurse im Rahmen der weiteren Schwimmausbildung statt.

Annabergstraße wird streckenweise zur Einbahnstraße
Während der Arbeiten wird der Parkplatz der Mariengrundschule an der Ecke Königsallee / Annabergstraße für die Baustelleneinrichtung sowie als Lagerfläche benötigt. Außerdem ist an der Stelle mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen durch Baustellenfahrzeuge zu rechnen.

Im Sinne der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs ändert sich daher ab dem 3. August 2026 die Verkehrsführung auf der Annabergstraße. Von der Königsallee kommend wird die Annabergstraße bis zur Kreuzung Waalstraße und Sandweg zur Einbahnstraße. Auf dem Abschnitt werden außerdem Haltverbote eingerichtet. Der Schulbusverkehr bleibt gewährleistet.

Planmäßig sollen die Modernisierungsarbeiten in der ersten Jahreshälfte 2028 abgeschlossen sein. Die Stadt Kleve investiert rund 10,2 Mio. Euro in die Sanierung des Gebäudeensembles. Davon fließen rund 4,5 Mio. Euro an Fördergeldern aus dem Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen aus den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in die Schwanenstadt.

Moers: Kurze Stadtführung am 4. August zeigt ehemalige Stadttore
Unter dem Titel ‚Kurz-Geschichte(n) am Mittag‘ ist am Dienstag, 4. August, um 11.30 Uhr ein Spaziergang mit Gästeführerin Eva-Maria Eifert zu erleben. Start ist am Denkmal von König Friedrich I. auf dem Neumarkt. An früheren Standorten der alten Stadttore erhalten die Teilnehmenden kompakte und interessante Informationen über die Moerser Stadtgeschichte.

Foto: pst

Viele historische Entwicklungen laufen dort zusammen. An dem Mittag ist vor allem das frühere ‚Mattorn‘ Thema. Damals war es das höchste und einzig übriggebliebene der mittelalterlichen Stadttore, das aus stadtplanerischen Erwägungen 1907 abgerissen wurde.  Die Teilnahme an der Führung kostet 6 Euro pro Person. Verbindliche Anmeldungen sind in der Stadt- und Touristinformation von Moers Marketing möglich: Kirchstraße 27a/b, Telefon 0 28 41 / 88 22 6-0.

Neues Amtsblatt
Am 31. Juli 2026 ist ein neues Amtsblatt der Stadt Dinslaken erschienen. Es enthält eine öffentliche Bekanntmachung der Stadt Dinslaken zur Satzung zur Durchführung von Bürgerentscheidungen. Das Amtsblatt kann online eingesehen werden: https://abi.dinslaken.de/termine.

Moers: Sparkassen Summer Soul am See
Jedes Jahr an einem Samstag im August verwandelt sich das Gelände am Freizeitpark Moers-Kapellen in eine Open-Air-Party. Auf der Bühne bringen verschiedene Künstler mit Sounds zwischen Soul, Funk und Rock die Zuhörer zum Tanzen. Ohne Eintritt, aber dafür mit einer riesigen Portion Funk & Soul steigt die Party mit Liveacts vom Feinsten.

Für das leibliche Wohl sorgen Getränke- und Imbissstände, so dass bis in die acht gefeiert wird. Die Veranstaltung im Grünen mit Blick auf den See des Freizeitparks hat eine ganz besondere Atmosphäre und lockt Besucher aus Moers und dem Umland.

Veranstaltungsdatum 08.08.2026 - 18:00 Uhr - 23:30 Uhr. Veranstaltungsort Plaza Gelände im Moerser Schlosspark

Dinslaken färbt Zukunft – Werde Dialoger*in für sevengardens zur IGA 2027
Am Hof Emschermündung entsteht zur Internationalen Gartenausstellung 2027 ein besonderer Ort: Ein großer öffentlicher Färbergarten, in dem Menschen kostenfrei Färbepflanzen ernten, Saatgut sammeln und alte wie neue Kulturtechniken entdecken können. Ein Garten als Werkstatt, Begegnungsraum und lebendiges Archiv der Farben. 

Dafür sucht sevengardens gemeinsam mit der Stadt Dinslaken zehn Menschen, die als Dialogerinnen und Dialoger ausgebildet werden möchten.  Gesucht werden nicht nur Pädagog*innen oder Künstler*innen. Willkommen sind ebenso Menschen mit handwerklichem, historischem, sozialem oder experimentellem Interesse: 
• Kosmetiker*innen, die sich für Naturfarben, Bio-Kosmetik, Theater- oder Fantasy Make-up interessieren 
• Tischler*innen, die alte Färbe- und Holztechniken erforschen möchten  • Menschen aus Design, Textil, Quilt, Mode oder Upcycling 
• Geschichtsinteressierte, die Spuren der alten Färberstadt Dinslaken sichtbar machen wollen 
• Kreative aus Theater, Kulturarbeit oder Team-Building 
• Gärtner*innen, Bastler*innen, Vermittler*innen, Erzähler*innen und Neugierige 

Die Ausbildung verbindet Pflanzenwissen, kulturelle Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Handwerk, Gestaltung und gemeinschaftliches Arbeiten.  Es geht um Farben – aber auch um Geschichten, Erinnerung, Zukunft und die Frage, wie eine Stadt sich über Kultur und Natur neu verbinden kann.  Dinslaken war einst eine bedeutende Färberstadt.

Mit sevengardens soll dieses Wissen nicht nur für die IGA 2027 wieder sichtbar werden, sondern langfristig neue Impulse für das „Grüne Tor zum Ruhrgebiet“ schaffen: nachhaltig, offen, kreativ und gemeinschaftlich.  Der Färbergarten am Hof Emschermündung (Am Hagelkreuz, 46535 Dinslaken) soll über die IGA 2027 hinaus ein Ort bleiben, an dem Menschen voneinander lernen, Saatgut weitergeben, experimentieren und gemeinsam Zukunft gestalten. 

Wer Erfahrung, Neugier oder Handwerk einbringen möchte, Interesse an Pflanzen, Farbe und Gesprächen hat, ist herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Das entsprechende Bewerbungsformular ist auf der städtischen Homepage zum Download unter https://www.dinslaken.de/wirtschaft-freizeit/tourismus/iga-2027/projekte  hinterlegt. Eine Bewerbung ist bis zum 30. August 2026 möglich.

Dinslaken: Fundsachenversteigerung im Rahmen der DIN-Tage
Am Samstag, den 29.08.2026, findet ab um 10 Uhr auf dem Vorplatz der Kathrin-Türks-Halle eine Versteigerung von Fundsachen während der DIN-Tage statt. Die Fundsachen werden öffentlich und meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Mit dabei sind dieses Mal unter anderem Damenuhren, Fahrräder, ein Winkelschleifer, Koffer, Ladekabel, Kopfhörer und Regenschirme. Eine Besichtigung der Fundsachen ist ab 9 Uhr möglich. Die vollständige Liste der zu versteigernden Gegenstände befindet sich weiter unten.  

Fehlende Techniken als Risiko im Straßenverkehr: Vier von zehn Kindern können nicht sicher Rad fahren
Fahrrad fahren ist für Kinder ein wichtiges Stück Selbstständigkeit. Doch vielen fehlt es an Fähigkeiten, sich auf dem Rad sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Nur knapp 60 Prozent der 7- bis 9-Jährigen beherrschen Schulterblick, Handzeichen und einhändiges Fahren. Statt deshalb die Kinder im Elterntaxi zur Schule zu chauffieren, empfiehlt die ADAC Stiftung, die Sommerferien zum gemeinsamen Üben zu nutzen - rechtzeitig vor dem Schulstart.

Gemeinsam für sicheres Fahrradfahren: Eltern und Kinder
Fahrrad fahren gemeinsam genießen - aber sicher!

96 Prozent der Kinder in Deutschland zwischen 4 und 12 Jahren können Fahrrad fahren. Das ist das Ergebnis einer Elternumfrage der ADAC Stiftung. Erhebliche Defizite sehen Eltern jedoch bei den Fähigkeiten, die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlich sind. 38 Prozent der 7- bis 9-Jährigen beherrschen keinen Schulterblick, können nicht sicher einhändig fahren und somit auch keine eindeutigen Handzeichen geben. Selbst bei den 10- bis 12-Jährigen, die üblicherweise die schulische Radfahrausbildung bereits absolviert haben, liegt dieser Anteil bei über 20 Prozent.

Damit fehlt es vielen Kindern an Techniken, die als Kernkompetenz für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr gelten. Beim Anfahren, Abbiegen oder an Kreuzungen müssen Kinder mehrere Dinge gleichzeitig leisten: das Gleichgewicht halten, den Verkehr beobachten, Handzeichen geben und Regeln beachten. Nach Auffassung der Eltern müssten Kinder diese Fertigkeiten spätestens am Ende der dritten Klasse erlernt haben.

„Radfahren ist für Kinder mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Selbstständigkeit und eine wichtige Etappe auf dem Weg, sich sicher in der eigenen Umgebung zu bewegen. Dafür brauchen Kinder Übung und Vorbilder, und die finden sie zuerst bei den eigenen Eltern“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. „Die Sommerferien sind eine gute Gelegenheit, gemeinsam als Familie zu üben. Wer jetzt Zeit auf dem Rad verbringt, macht sein Kind fit für den Schulweg und für alle weiteren Strecken.“

Die Verantwortung dafür sehen die Eltern klar bei sich: 52 Prozent sehen sich zuerst selbst in der Pflicht, Kindern sicheres Verhalten im Verkehr beizubringen. Weitere 36 Prozent verorten die Aufgabe gleichermaßen bei sich und der Schule. Nur rund 10 Prozent ordnen sie primär der Schule zu. Die schulische Radfahrausbildung bekommt von den Eltern überwiegend gute Noten: 83 Prozent finden, dass sie wesentliche Kompetenzen für den Straßenverkehr vermittelt.

Die Ergebnisse der aktuellen Elternumfrage fügen sich in ein Bild ein, das Lehrkräfte bereits im Mai in einer Umfrage der ADAC Stiftung gezeichnet hatten: 47 Prozent der Kinder leiden nach ihrer Einschätzung unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr, 36 Prozent haben Schwierigkeiten, in entscheidenden Momenten richtig zu reagieren.

Wie relevant der Übungsbedarf ist, zeigt der Blick auf die aktuelle Unfallstatistik: 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei einem Verkehrsunfall, 13 davon waren mit dem Fahrrad unterwegs. Rund 29.200 Kinder wurden verletzt, im Schnitt kam damit alle 18 Minuten ein Kind zu Schaden. Ältere Kinder verunglücken nach Auswertung des Statistischen Bundesamts besonders häufig werktags zwischen 7 und 8 Uhr, zur typischen Schulwegzeit.

Den Schulweg sicherer zu machen, ist das Ziel einer bundesweiten Schulstartkampagne der ADAC Stiftung. Sie richtet sich zu Beginn des neuen Schuljahres an Eltern und Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen sowie alle Verkehrsteilnehmenden im Umfeld von Schulen. Auf stiftung.adac.de/schulstart stellt die ADAC Stiftung umfangreiche Informationsmaterialien und Lösungsvorschläge kostenlos zur Verfügung.

Die ADAC Stiftung
Die ADAC Stiftung konzentriert sich in ihrer Arbeit auf zwei Themen: Mobilität und Lebensrettung. Sie setzt sich dafür ein, dass alle Menschen in Deutschland ihrem Bedürfnis nach Mobilität sicher und nachhaltig nachkommen können. Und dass Menschen mit akuten Verletzungen oder in lebensbedrohlichen Situationen im ganzen Land schnelle und wirksame Hilfe erhalten. Zudem fördert sie mit der Einzelfallhilfe gezielt die soziale Teilhabe von Unfallopfern und ihren Familien.

Die Stiftung ist 2016 gegründet worden. Seit Anfang 2017 ist sie alleinige Gesellschafterin der gemeinnützigen ADAC Luftrettung und fördert interdisziplinäre Projekte im Rettungswesen.
Die ADAC Stiftung unterstützt Schulen mit Expertise und den kostenlosen Programmen „Aufgepasst mit ADACUS“, „Roller Fit“ und „Achtung Auto 2.0“. Damit werden Kinder frühzeitig befähigt, sich sicher, umweltbewusst und rücksichtsvoll im Straßenverkehr zu bewegen. 2025 erreichte die ADAC Stiftung mit ihren Programmen über 590.000 Kinder und Jugendliche, was sie zum führenden zivilgesellschaftlichen Mobilitätsbildungsanbieter an Kitas und Schulen in Deutschland macht.

Über die Befragung:
Grundlage der Ergebnisse ist eine Onlinebefragung von 1.010 Eltern in Deutschland, deren Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren sind. Die Fehlermarge beträgt ±3 Prozent bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Die Befragung wurde von We are Family Research im Mai 2026 durchgeführt.

Offene Druckwerkstatt im Museum Kurhaus Kleve
Am Mittwoch, den 5. August 2026, findet von 11 bis 13 Uhr eine offene Druckwerkstatt mit Stefanie Dennstedt statt. Der Workshop richtet sich an Kinder und Jugendliche von 4 bis 9 Jahren. Drucken, stempeln, ausprobieren! In der Druckwerkstatt im Museum Kurhaus entdecken Kinder ab 4 Jahren Siebdruck, Gelli Print und viele kreative Drucktechniken.

Bitte ein helles T-Shirt oder einen Stoffbeutel mitbringen, damit ein persönliches Unikat gestaltet werden kann! Der Workshop richtet sich an Kinder und Jugendliche von 4 bis 9 Jahren. Die Teilnahmegebühr pro Person beträgt 10 Euro (ohne Begleitung). Anmeldungen sind zu den Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr) am Empfang des Museum Kurhaus Kleve (Tel. +49-(0)2821 / 750 10) möglich oder via E-Mail empfang@mkk.art.  

Sommerkino im Museum Kurhaus Kleve: The Dead Don´t Die (2019, 104 Min.) Veröffentlicht am: 29.07.2026 Das beliebte Sommerkino im Museum Kurhaus Kleve findet dieses Jahr unter dem Titel „Lakonie & Skurriler Humor“ statt und ist den Filmen des Regisseurs Jim Jarmusch gewidmet. Es wird in Kooperation mit den Tichelpark Cinemas Kleve durchgeführt. Der Eintritt ist FREI!

Am Donnerstag, den 6. August 2026, um 21 Uhr zeigen wir: The Dead Don´t Die (2019, 104 Min.) In der verschlafenen Stadt Centerville geht die Sonne nicht mehr unter und es beginnen Zombies in die einst friedliche Stadt zu strömen.

Die Menschen laufen Gefahr vom Aussterben bedroht zu werden und die Toten wollen einfach nicht sterben. Die Horror-Komödie von Jim Jarmusch besticht durch eine hochkarätige Besetzung unter anderem mit Bill Murray, Adam Driver, Chloë Sevigny, Steve Buscemi, Tilda Swinton, Tom Waits, Iggy Pop und Selena Gomez. Bitte Eingang direkt beim Friedrich-Wilhelm-Bad benutzen, bei Regen fallen die Veranstaltungen aus.

 

Erwerbspersonenbefragung: Homeoffice: Wunsch und Wirklichkeit klaffen häufiger auseinander
Beschäftigte, die mal im Homeoffice und mal im Betrieb arbeiten, sind häufig recht zufrieden. Doch wenn die Homeoffice-Realität stark von den eigenen Bedürfnissen abweicht, treten häufig Stress und gesundheitliche Probleme auf. Das ergibt eine neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.*

Die Coronakrise hat der Arbeit in den eigenen vier Wänden zu einem nachhaltigen Durchbruch verholfen: Mittlerweile sei offensichtlich, dass sich die Entwicklung nicht rückgängig machen lässt, erklärt Dr. Helge Emmler. Der WSI-Forscher hat die aktuelle Situation in Sachen mobile Arbeit untersucht und dafür Daten des WSI-Erwerbspersonenpanels ausgewertet.

Seinen Ergebnissen zufolge hat sich an der Verbreitung zuletzt wenig geändert, wobei es deutliche Unterschiede vor allem zwischen Beschäftigten mit und ohne Hochschulabschluss gibt. Hybride Modelle, bei denen sich Homeoffice und Arbeit im Betrieb abwechseln, entsprechen am besten den Bedürfnissen der meisten Beschäftigten, die zu rund zwei Dritteln mit den bestehenden Regelungen zufrieden sind oder allenfalls ein wenig öfter zu Hause arbeiten möchten.



Diejenigen, deren Bedürfnisse klar von der betrieblichen Realität abweichen, sind deutlich öfter von starker beruflicher Belastung und gesundheitlichen Problemen betroffen.

Für das WSI-Erwerbspersonenpanel wurden in 15 Erhebungsrunden seit dem Frühjahr 2020 zunächst knapp 7700, zuletzt rund 6200 Personen befragt. Emmlers Auswertung zufolge hat der erste Corona-Lockdown im März 2020 eine „schlagartige und in dieser Größenordnung auch seither nicht wieder beobachtete Ausbreitung von mobiler Arbeit“ verursacht.

Der Anteil derjenigen, die ausschließlich im Betrieb arbeiten, war von 83 Prozent im Januar 2020 auf 53 Prozent im April 2020 eingebrochen. Seit etwa Mitte 2021 sind, von geringen Schwankungen abgesehen, etwa zwei von drei Erwerbstätigen nur im Betrieb tätig, jede und jeder Vierte an wechselnden Orten. Es sei anzunehmen, dass hinter diesem Trend für rund ein Viertel der Beschäftigten eine neue Normalität von etwa zwei bis drei Tagen Homeoffice pro Woche steckt, heißt es in der Studie.

Um den aktuellen Stand zu erfassen, hat der WSI-Experte Ergebnisse der Befragungswellen im November 2024 und 2025 analysiert, in denen die Teilnehmenden ausführliche Angaben zu mobiler Arbeit gemacht haben. Dabei hat er sich auf abhängig Beschäftigte konzentriert. Von denen haben zuletzt 64,5 Prozent ihre Arbeitszeit ausschließlich im Betrieb oder maximal zu einem Zehntel zu Hause verbracht.

Bei Akademikerinnen und Akademikern ist die Quote mit 36,6 Prozent deutlich geringer als bei Beschäftigten mit Berufsausbildung mit 69 Prozent – wobei sich der Abstand im Vergleich zu 2024 ein wenig verringert hat.

In Ostdeutschland ist der Anteil mit 71,2 Prozent höher als im Westen mit 63,3 Prozent (siehe auch die Abbildung in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Auch diese Differenz ist rückläufig. Die Branchen Energieversorgung, Medien, Finanzen und öffentliche Verwaltung stechen durch einen hohen Anteil hervor. In den Bereichen Bau, Erziehung, Gastgewerbe, Gesundheit, Handel, Verkehr und Logistik ist Homeoffice dagegen weniger verbreitet.

Ein Großteil dieser Unterschiede hängt laut der Analyse mit der Natur der jeweiligen Tätigkeiten zusammen: Dass sie ihre Aufgaben uneingeschränkt oder zu einem Großteil zu Hause erfüllen könnten, sagen 38 Prozent der Beschäftigten. Von den geeigneten Tätigkeiten werden 65 Prozent zumindest zu einem Viertel im Homeoffice erledigt, 46 Prozent sogar überwiegend.
Bei den Beschäftigten mit akademischen Abschlüssen und geeigneten Jobs ist die Quote derjenigen, die mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause ableisten, gegenüber 2024 von 57 auf 52 Prozent zurückgegangen. Das deute darauf hin, dass sich in dieser Gruppe zunehmend zwei statt drei Tage Homeoffice durchsetzen, schreibt Emmler.

Unzufriedenheit ist ungesund
Der Auswertung zufolge entsprechen die betrieblichen Regelungen nicht immer den Wünschen der Beschäftigten: Diejenigen, deren Aufgaben sich dafür eignen, würden im Schnitt gern gut die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen, tatsächlich ist es etwas mehr als ein Drittel. Insgesamt möchte ein Viertel den Anteil der Zeit im Homeoffice um 30 Prozentpunkte oder mehr erhöhen, ein Zehntel möchte weniger dort arbeiten.

Rund zwei Drittel sind zufrieden oder wünschen sich allenfalls geringfügige Änderungen. Besonders groß ist der Anteil der Unzufriedenen, deren Wünsche stark von der tatsächlichen Situation abweichen, mit 29,4 Prozent bei Beschäftigten, die von Return-to-Office-Initiativen betroffen sind. Bei Beschäftigten mit Kindern ist die Quote mit 28,3 Prozent ebenfalls hoch.

Diese Unzufriedenheit gehe mit gravierenden Belastungen einher, erklärt der Forscher. Von den Beschäftigten, deren Homeoffice-Präferenzen um 20 Stunden oder mehr von der tatsächlichen Regelung abweichen, klagen 18 Prozent über eine hohe Arbeitsbelastung und 28 Prozent über einen schlechten Gesundheitszustand. Bei denjenigen, die keinen Änderungsbedarf in Sachen Homeoffice haben, sind es nur 6 beziehungsweise 14 Prozent. Auch bei der Zufriedenheit mit dem Familienleben, der Freizeitgestaltung oder sozialen Kontakten schneiden Beschäftigte schlechter ab, die gern deutlich länger zu Hause arbeiten würden.

Dass die Homeoffice-Quoten sich nach Ende der Corona-Pandemie stabilisiert haben, sei grundsätzlich eine gute Nachricht, so Emmlers Fazit. „Denn mobile Arbeit hat sich nicht nur als probate Maßnahme des Infektionsschutzes, sondern als arbeitnehmerfreundliche Unterstützung der Work-Life-Balance und arbeitgeberseitiges Instrument zur Fachkräftesuche erwiesen.“ Er empfiehlt Unternehmen, den Wünschen der Beschäftigten entgegenzukommen, solange keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegensprechen. Schließlich würde oft schon ein zusätzlicher Tag Homeoffice-Tag reichen, um diese Wünsche zu erfüllen.

„Die neue Studie unterstreicht: Das Potenzial, im Homeoffice zu arbeiten, ist noch nicht ausgeschöpft“, sagt Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des WSI. „Gerade für Frauen, die im Durchschnitt immer noch den ganz überwiegenden Teil der Sorgearbeit erledigen, also etwa Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Arbeit im Haushalt, ermöglicht das Homeoffice Flexibilität bei der Vereinbarkeit, weil beispielsweise Zeit für Pendelwege gespart wird.“

Das Homeoffice sei jedoch kein Ersatz für ausreichende Kinderbetreuungsangebote, betont die Soziologin zugleich. Insbesondere in Zeiten hoher Spritpreise ermögliche mobile Arbeit generell auch eine finanzielle Entlastung.



NRW: Gut ein Fünftel der privaten Haushalte besaß 2023 Aktien
* Deutlich weniger Haushalte mit Spar- und Bausparguthaben als 10 Jahre zuvor
* Aktienbesitz und Investmentfonds waren stärker verbreitet als 2013
* 5 % der Haushalte besaßen Kryptowährungen als digitale Vermögenswerte


Die Zusammensetzung der Geldanlagen privater Haushalte in Nordrhein-Westfalen hat sich zwischen 2013 und 2023 deutlich verändert. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt im neuen Artikel „Konsumieren, anlegen oder investieren?” auf Basis der Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) zeigt, verloren klassische Sparformen an Bedeutung, während Wertpapieranlagen häufiger genutzt und durch digitale Anlageformen ergänzt wurden.

Deutlich weniger Haushalte mit Spar- und Bausparguthaben Der Anteil der Haushalte mit Sparguthaben sank von 61 % im Jahr 2013 auf 42 % im Jahr 2023. Auch Bausparguthaben verloren kontinuierlich an Bedeutung: Ihr Anteil ging von 34 % im Jahr 2013 auf 24 % in 2023 zurück. Tagesgeldkonten wurden dagegen häufiger genutzt. Mit 44 % verfügten 2023 mehr Haushalte über Tagesgeldguthaben als bei ihrer erstmaligen Erfassung in der EVS 2018 mit 39 %.



Aktienbesitz und Investmentfonds nahmen in den vergangenen 10 Jahren deutlich zu Wertpapieranlagen als mögliche Anlageform, haben in den vergangenen 10 Jahren deutlich zugenommen. Der Anteil der Haushalte mit Aktienbesitz stieg von 14 % im Jahr 2013 auf 21 % im Jahr 2023.

Auch Investmentfonds verbreiteten sich stärker: Fast ein Viertel bzw. 24 % der Haushalte hielten 2023 entsprechende Anlagen, 2013 hatte ihr Anteil noch bei 18 % gelegen. Andere Wertpapierformen, insbesondere festverzinsliche Wertpapiere (z. B. Staats- und Unternehmensanleihen) und Zertifikate (an die Wertentwicklung eines Basiswerts gekoppelte Wertpapiere), spielten auch 2023 weiterhin eine vergleichsweise geringe Rolle.

Festverzinsliche Wertpapiere hielten lediglich 3 % der Haushalte, Zertifikate nur 2 %. Erstmals in der EVS 2023 wurden Kryptowährungen als separate Anlageform erhoben: 5 % der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen verfügten über entsprechende digitale Vermögenswerte.