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Duisburg/Hamminkeln,
26. Januar 2026 - Unternehmen können immer mehr
Brücken im Rheinland gar nicht oder nur
eingeschränkt nutzen. Dies ist längst kein
reines Infrastrukturproblem mehr. Die Brücken
entwickeln sich zu einem ernsthaften Risiko für
den Wirtschaftsstandort. Die IHKs im Rheinland
fordern daher von der Politik schnelles Handeln.
Durch die maroden Brücken verlieren
Unternehmen Zeit und Planungssicherheit. Und sie
fallen im Wettbewerb zurück. Zusätzlich werden
Lieferketten unterbrochen und Umwege verursachen
zusätzliche Kosten. Das belastet Umwelt wie
Beschäftigte gleichermaßen. Im Februar
erwartet die Wirtschaft in der Region weitere
Einschränkungen: Dann beginnen die Ablastungen
der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf auf 3,5
Tonnen und der Bonner Friedrich-Ebert-Brücke
(Nordbrücke) auf 7,5 Tonnen. Bereits zuvor waren
mit der Josef-Kardinal-Frings-Brücke in
Düsseldorf und der Uerdinger Brücke zwischen
Krefeld und Duisburg zentrale Rheinquerungen für
den Wirtschaftsverkehr weitgehend ausgefallen.
„Kaum irgendwo sonst sind die Folgen
kaputter Straßen und Brücken sichtbarer als im
Rheinland. Hinzu kommt: Die Brücken über den
Rhein sind besondere Nadelöhre: Fällt eine aus,
dann heißt das besonders lange Umwege und
zusätzliche Staus auf den verbleibenden
Querungen. Rheinbrücken haben also ein besonders
hohes Infarktrisiko für den Wirtschaftsstandort.
Unsere Politik muss das noch stärker in den
Fokus nehmen. Die Verkehrspolitik darf nicht an
NRW vorbeigehen“, betont Ocke Hamann,
Geschäftsführer bei der Niederrheinischen IHK
und verkehrspolitischer Sprecher der IHK NRW.
Hohe Ausfallkosten durch marode
Brücken 180 Millionen Euro
pro Jahr: So hoch sind die
Ausfallkosten, weil die vier genannten
Rheinbrücken nur eingeschränkt genutzt werden
können. Das haben die Industrie- und
Handelskammern ausgerechnet. Zahlreiche Brücken
müssen neu gebaut werden – darunter auch die
Fleher Brücke in Düsseldorf. Teils werden sie
erweitert, wie die Bonner Nordbrücke.
Entscheidend dabei ist das Tempo: Planung und
Genehmigungen müssen beschleunigt werden.
Darüber hinaus muss das Land NRW deutlich
stärker koordinieren. Bund, Land, Kommunen und
Bahn als unterschiedliche Baulastträger müssen
ihre Maßnahmen abstimmen, um zusätzliche
Engpässe zu vermeiden. Ebenso notwendig sind
Umleitungskonzepte, die gemeinsam mit den
Städten entwickelt werden. Sie sollten die
bestehenden Restriktionen berücksichtigen und
weitere Brückenausfälle einkalkulieren.
Schnellere und pragmatischere Lösungen
Ebenfalls ein zentraler Punkt: Denkmalschutz. Da
die Rheinbrücken auch Funktionsbauwerke sind,
braucht es hier pragmatische Ausnahmen durch das
zuständige Ministerium. Nur so kann es gelingen,
Neubauten oder Ersatzlösungen nicht weiter zu
verzögern. Auch auf der rechtlichen
Ebene sieht die IHK-Initiative Rheinland
Handlungsbedarf: Um Klagen gegen
Infrastrukturprojekte zügig zu bearbeiten,
fordert sie die Einrichtung eines eigenen Senats
zum Thema beim Oberverwaltungsgericht Münster.
„Was für die Wirtschaft zählt, sind
schnelle Entscheidungen und Rechtssicherheit.
Denn viele der von den aktuellen LKW-Sperrungen
betroffenen Unternehmen können nicht zehn Jahre
oder länger auf einen Neubau warten. Das aber
ist heute noch normal. Wir müssen deshalb dazu
kommen, dass die Prozesse deutlich schneller
werden. Und die Möglichkeiten der Verzögerungen
klar eingeschränkt werden. Gerade bei den
Rheinbrücken“, so Hamann. Die
IHK-Initiative Rheinland wird den Prozess
weiterhin konstruktiv begleiten, sich für eine
leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur einsetzen
und steht bereit, ihre Expertise in die dringend
notwendigen Lösungen einzubringen.
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Duisburg/Hamminkeln,
17. Januar 2026 - Ausbildungsbotschafter
besuchen Schulen in der Region und geben
Einblicke in ihre duale Ausbildung. So erfahren
Schüler, wie der Alltag im Betrieb und in der
Berufsschule aussieht. Am 14. Januar ehrte die
Niederrheinische IHK 51 Auszubildende aus
Duisburg sowie den Kreisen Wesel und Kleve für
ihr Engagement. Viele Jugendliche wissen
noch nicht, wie es nach der Schule weitergehen
soll. Damit sie wissen, wie der Alltag in einer
dualen Ausbildung aussieht, gehen Azubis nochmal
in die Klassenzimmer zurück. Dort berichten sie
offen über ihre Erfahrungen und beantworten
Fragen auf Augenhöhe. „Unsere
Ausbildungsbotschafter zeigen, wie vielfältig
eine Ausbildung im Betrieb ist“, sagt Matthias
Wulfert, Geschäftsführer für Aus- und
Weiterbildung bei der Niederrheinischen IHK.
„Mit ihren persönlichen Geschichten machen sie
die Berufswelt greifbar und geben Orientierung
für die Zukunft.“ Die IHK schult die
Botschafter in Kommunikation und Präsentation.
Im Jahr 2025 wurden 128 Azubis vorbereitet, die
insgesamt über 2.500 Schüler in der Region
erreicht haben. Die Initiative ist wichtig, um
junge Menschen für diesen Berufsweg zu
begeistern.
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