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IHK feiert 100-jähriges Bestehen im Kreis Kleve
Plädoyer für Europa, Kritik an überbordender Bürokratie auf Jubiläums-Sommerempfang

Duisburg/Hamminkeln, 9. Juni 2024 - „Wir alle profitieren von einem starken Europa. Deshalb ist es wichtig, am Sonntag zur Wahl zu gehen und die pro-europäischen Kräfte zu stärken“, appellierte Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK, an die Gäste beim IHK-Sommerempfang am 6. Juni.

Mit dabei waren unter anderem NRW-Ministerin Silke Gorißen, Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, und Hubert Bruls, Bürgermeister der Stadt Nijmegen. In der Stadthalle Kleve feierte die IHK ihr 100-jähriges Bestehen im Kreis Kleve.  

Beim IHK-Sommerempfang trugen sich NRW-Ministerin Silke Gorißen und Hubert Bruls (2.v.l), Bürgermeister der Stadt Nijmegen ins Goldene Buch ein. Mit dabei Präsident Werner Schaurte-Küppers (r.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger.  
 
Europa ist der drittgrößte Wirtschaftsraum der Welt. Er erleichtert Handel und Austausch über Landesgrenzen hinweg. So stärkt der Zusammenschluss den Wohlstand und zukunftsgerichteten Wissenstransfer.

Gleichzeitig erinnerte Schaurte-Küppers an die überbordende Bürokratie: „Wenn wir in Europa an Digitalisierung denken, fällt uns die Datenschutz-Grundverordnung ein. Die EU-Kommission schafft es, uns alle mit fest getackerten Deckeln an Plastikflaschen zu nerven. Ihr gelingt es aber nicht, die gezielte Zuwanderung nach Europa zu steuern.“

Diese ist laut IHK ein wichtiger Faktor für den angespannten Arbeitsmarkt, denn Deutschland fehlen Fachkräfte. Zusätzlich sollte sich Europa auf eine gemeinsame Außenpolitik und Außenhandelsstrategie konzentrieren.  

Sie sind die Zukunft der Region: Auszubildenden aus Unternehmen des Kreises Kleve zeigten auf der Bühne die Vielfalt der Berufe.  

100 Jahre Wirtschaft im Kreis Kleve
Seit 100 Jahren begleitet die Niederrheinische IHK die Wirtschaft im Kreis Kleve mit ihrer Zweigstelle. Dieses Jubiläum nahm die IHK zum Anlass, auf die Unternehmen der Region zu schauen, die die Region zukunftsfähig und lebenswert machen. Auch dabei spielte schon früh der internationale Austausch eine große Rolle: 1832 wurde in Emmerich die van Gülpen Kaffee-Rösterei gegründet. 1924 entstand die Margarinemarke Rama in Goch – auf Initiative niederländische Unternehmen. In beiden Fällen konnten Einfuhrzölle gespart werden.

Gute Stimmung: Neben Diskussionen über die Zukunft Europas und die Perspektiven für die Wirtschaft am Niederrhein gab es viel Gelegenheit zum Austausch.  

Der Kreis Kleve steht neben zahlreichen namhaften Betrieben auch für seine idyllische Landschaft, die verschiedenste Besucher an unseren Niederrhein einlädt und den Tourismus beflügelt.

 

Ruhr-IHKs fordern mehr Einsatz vom Land
Ruhr-Konferenz im Fokus

Duisburg/Hamminkeln, 29. Mai 2024 - Mehr Anstrengungen für das Ruhrgebiet: Das fordern die Ruhr-IHKs von der Landesregierung.
Bei einem Treffen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Josef Hovenjürgen bei der Niederrheinischen IHK in Duisburg sprachen die IHK-Hauptgeschäftsführer die wichtigsten Themen an: Infrastruktur, Steuern und Gewerbeflächen. Auch die Bilanz der Ruhr-Konferenz wurde diskutiert.  

„Das Ruhrgebiet braucht weiterhin die besondere Aufmerksamkeit der Landesregierung. Wir stecken nach wie vor im Strukturwandel. Wenn die Wirtschaft insgesamt lahmt, so tun wir uns im Ruhrgebiet besonders schwer“, beschreibt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, die Lage. „Straßen und Brücken sind marode, wir haben zu wenig Gewerbeflächen und unsere Kommunen kämpfen mit den finanziellen Belastungen. Das ist eine schwierige Situation. Unsere Unternehmen brauchen Unterstützung. Die hätten wir auch von der Ruhr-Konferenz erwartet, doch deren Ergebnisse bleiben weit hinter unseren Erwartungen zurück. Die Landesregierung sollte an dem Konzept der Konferenz anknüpfen und Leuchtturmprojekte auf den Weg bringen. Dazu wird es auch Geld brauchen, wenn wir vorankommen wollen“, betont Dietzfelbinger weiter.  

„Die NRW-Landesregierung hat das Ruhrgebiet weiterhin besonders im Blick“, sichert Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Heimatministerium, der IHK-Runde zu. Er verwies auf viele erfolgreiche Projekte der Ruhr-Konferenz, darunter die Research Alliance der drei großen Universitäten. Dort soll an Lösungen zu den wichtige Zukunftsthemen geforscht werden.

„Wir setzen auch auf Impulse und Investitionen aus der Wirtschaft“, skizziert Hovenjürgen die Erwartungen der Landesregierung. Dabei hoffe er auf die weitere Unterstützung der IHKs.  

Die Ruhr-Konferenz wurde 2018 von der NRW-Regierung unter dem damaligen Ministerpräsident Armin Laschet ins Leben gerufen. Ziel ist es, Chancen und Potenziale des Ruhrgebiets zu identifizieren und den Strukturwandel voranzutreiben. Damit soll der Lebens- und Wirtschaftsraum an Rhein und Ruhr zukunftsfähig aufgestellt werden. Beteiligt sind Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Privatleute. Ausgelegt ist der Prozess für rund 20 Jahre.    

 

Wirtschaft am Niederrhein ausgebremst IHK: Betriebe mehr entlasten

Duisburg/Hamminkeln, 15. Mai 2024 - Seit Jahresbeginn hat sich die Lage vieler Unternehmen am Niederrhein verschlechtert. Besonders problematisch sieht es in der Stahl- und Chemiebranche sowie bei den Zulieferern aus. Das geht aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK hervor.  

Die Risiken für Unternehmen sind weiterhin hoch, zeigt die Umfrage. Der Fachkräftemangel steht an oberster Stelle. Geringe Inlandsnachfrage und die hohen Energie- und Rohstoffpreise bereiten große Sorgen.
Impulse fehlen auch beim Export: Nur zehn Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass sich die Exporte in diesem Jahr verbessern.
Als Folge investieren die Betriebe weniger.
Ein Lichtblick: Im Vergleich zum Jahresbeginn erwarten mehr Unternehmen, dass sich ihre Geschäfte verbessern.  

„Diese Zahlen sind ernüchternd. Wir stehen am Rande einer Rezession und treten auf der Stelle. Zugleich verlieren wir den Anschluss in Europa. Andere Länder legen schon wieder zu. Das zeigt: Die Probleme in Deutschland sind hausgemacht“, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Und weiter: „Die Energie ist nach wie vor zu teuer, die Steuern sind zu hoch und die Bürokratie lähmt das Wachstum. Entlastung – das brauchen unsere Firmen jetzt. Doch stattdessen erhöhen manche Kommunen bei uns am Niederrhein die Steuern und Abgaben. Das passt nicht in die Zeit.
Und auch aus Berlin kommen kaum Impulse: Schauen wir uns nur das Wachstumschancengesetz an. Das sollte die Wirtschaft entlasten. Passiert ist seit Februar wenig. Wir brauchen einen neuen Anlauf, der nicht nur Alibi-Charakter hat“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer.  

Der Konjunkturklimaindex fasst die Beurteilung der Geschäftslage und die Erwartungen zusammen. Er liegt unverändert bei 94 Punkten. Damit ist er weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel von 108 Punkten.  
Unter www.ihk.de/niederrhein/konjunkturbericht können Interessierte den Bericht lesen.

 

IHK enttäuscht: Moerser Verwaltung spart nicht genug, jetzt sollen die Steuern doch steigen

Duisburg/Hamminkeln, 7. Mai 2024 - Keine Gewerbesteuererhöhung für Moers – das verkündete die Stadt noch Anfang März.
Jetzt soll die Erhöhung doch kommen, heißt es laut Medienberichten. Am nächsten Dienstag soll der Stadtrat den Haushalt verabschieden.

Die Steuererhöhungen sind ein falsches Signal, findet Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK:   „Die Moerser Politik spart nicht genug. Unsere Unternehmen sollen die Zeche bezahlen. Das passt nicht in diese Krisenzeiten!
Steuern steigen, höhere Parkgebühren schrecken Kunden ab. Auch Diskotheken und Kinos leiden, weil die Vergnügungssteuer steigt. Unsere Betriebe brauchen Entlastung, zumal der Standort wirtschaftlich sowieso schwächelt. Hier ist die Moerser Politik gefordert. Es ist unverständlich, dass in der Verwaltung nur rund 255.000 Euro eingespart werden. Das ist zu wenig, verglichen mit dem, was Betrieben und Bürgern zugemutet wird. Wir erwarten, dass der Rat das noch korrigiert und von Steuererhöhungen Abstand nimmt.“

 

IHK kritisiert: Wirtschaft auf dem Abstellgleis  

Duisburg/Hamminkeln, 19. April 2024 - Die deutsche Wirtschaft dümpelt vor sich hin und schrammt an einer Rezession vorbei.
Für 2024 wird null Wachstum erwartet. Das spiegelt sich auch in den Umfragen der IHK wider.
Die Geschäfte laufen schlecht, die Unternehmen schieben Investitionen auf.

Die IHK-Spitze traf sich mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten für den Kreis Kleve, Stefan Rouenhoff.
Sie fordern: Die Politik muss dringend etwas tun, um die Betriebe zu stärken und für Wachstum zu sorgen.  
„Unsere Region ist das industrielle Herz Europas. Und unsere Wirtschaft hat mit enormen Problemen zu kämpfen. Unsere Nachbarländer haben uns in Sachen Produktivität überholt. Das ist fatal für unseren Standort“, mahnt IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers.

Am Niederrhein leidet insbesondere die Grundstoffindustrie wie Stahl oder Chemie: Die hohen Energiekosten sind ein massiver Wettbewerbsnachteil.  
„Unsere Mahnungen und Appelle an die Politik verhallen scheinbar ungehört. Die Regierung muss sich endlich einig werden. Es kann nicht sein, dass das ständige Hin und Her unsere Wirtschaft blockiert. Die Lage ist ernst. Es muss sich wieder lohnen, bei uns zu produzieren, zu forschen und in neue Technologien zu investieren. Unsere Betriebe brauchen wirksame Anreize. Das Wachstumschancengesetz war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es reicht aber bei weitem nicht“, so Schaurte-Küppers.  

„Unser Wirtschaftsstandort ist gefährdet, die Attraktivität nimmt stetig ab. Unternehmen wollen auch in den kommenden Jahren investieren, aber außerhalb Deutschlands. Hohe Energiepreise, mangelhafte Digitalisierung, eine ausufernde Bürokratie, viel zu langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fehlende Technologieoffenheit sind zentrale Hindernisse. Die Bundesregierung muss endlich die Realität anerkennen und bei den zentralen Themen ins Handeln kommen“, so der Bundestagsabgeordnete Rouenhoff. 

 

Übersicht über Gewerbemieten am Niederrhein
IHK veröffentlicht neuen gewerblichen Mietpreisspiegel

Duisburg/Hamminkeln, 13. April 2024 - Die Niederrheinische IHK hat neue Zahlen zu Mieten von Büros, Läden und Hallen veröffentlicht. Der Preis entscheidet häufig darüber, wo sich Unternehmen und Einzelhändler niederlassen. Er ist ein wichtiger Indikator für die Qualität der Lage von Immobilien.

Der gewerbliche Mietpreisspiegel der Niederrheinischen IHK gibt Mietern und Immobilieneigentümern eine Orientierungshilfe für die Festlegung geeigneter Mieten. Die digitale Publikation bietet eine detaillierte Übersicht über die Preise in Duisburg sowie über die Mieten in den Kommunen der Kreise Wesel und Kleve. Gleichzeitig bietet der Mietpreisspiegel wichtige Hintergrundinformationen zum Mietrecht für Gewerbetreibende.

 

Wirtschaftswachstum? Fehlanzeige
IHK fordert: Regierung muss dringend mehr für Wirtschaft tun

Duisburg/Hamminkeln, 28. März 2024 - Die deutsche Wirtschaft wird 2024 erneut nicht wachsen. Das sagen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute voraus. Sie haben heute ihre Konjunkturprognose vorgestellt. Während die Forscher im Herbst noch einen Zuwachs von 1,3 Prozent erwartet haben, liegt der Wert jetzt bei 0,1 Prozent. Also praktisch bei null.

Die Ampel muss deutlich mehr tun, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen, fordert Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK: „Während unsere Nachbarländer wirtschaftlich an Kraft gewinnen, fallen wir weiter zurück. Seit der Pandemie fehlt es uns an Produktivität. Nullwachstum ist wie eine Vier minus auf dem Zeugnis der Regierung. Spätestens die Rezession 2023 hätte alle wachrütteln müssen. Die Ursachen sind bekannt: Unsere Unternehmen brauchen weniger Bürokratie und weniger Steuern. Es fehlen verlässliche Beschlüsse aus Berlin und Düsseldorf, um die Investitionen anzukurbeln. Das gerade verabschiedete Wachstumschancengesetz entlastet unsere Betriebe nicht ansatzweise genug. Die nötige Schlagkraft fehlt. Die Ampel muss entschlossener handeln, um unseren Wirtschaftsstandort zu verbessern. Trödeln ist keine Option.“