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Düsseldorf/Hamminkeln, 28.
Janaur 2026 - Oft steuern Eltern zunächst eine
Apotheke an, wenn ihr Kind krank ist. In einigen
Fällen schickt das Apothekenteam sie aber mit dem
Kind direkt eine Station weiter – zum Arzt. Wann und
warum? Die Apothekerkammer Nordrhein klärt auf.
Die gute Nachricht: Viele leichte
Kinderkrankheiten lassen sich mit rezeptfreien
Arzneimitteln gut behandeln.
„Apothekerinnen und Apotheker können dazu beraten,
wann diese Medikamente einem Kind helfen und wann es
die Eltern besser zu einem Kinderarzt oder sogar ins
Krankenhaus bringen sollten“, erklärt Kathrin
Luboldt, Vizepräsidentin der Apothekerkammer
Nordrhein. Andere Erkrankungen lassen sich nur in
sehr engen Grenzen selbst behandeln. „Generell gilt:
Je jünger das Kind, umso eher übersehen die Eltern
wichtige Zeichen.“ Einen wichtigen Hinweis
bietet der Allgemeinzustand. Je leiser ein Kind
leidet, desto kränker ist es in der Regel.

Beispiel Fieber, das gerade bei
kleineren Kindern häufig auftritt. Solange das
Mädchen oder der Junge ohne weitere
Beeinträchtigungen weiterspielt, dürfen die Eltern
erst einmal abwarten. Das gilt auch, wenn sie ein
fiebersenkendes Medikament wie Paracetamol oder
Ibuprofen gegeben haben und dieses gut hilft.
„Ich sage immer, dass der Zustand des Kindes eine
entscheidende Rolle spielt und nicht der bloße Wert
auf dem Fieberthermometer“, berichtet Luboldt aus
ihrer Praxis in ihrer Apotheke.
Wichtige Ausnahme: Neugeborene in einem Alter bis zu
drei Monaten. Bei ihnen gilt bereits 37,8
Grad Celsius als hohes Fieber. „Hier sollten die
Eltern mit dem betroffenen Kind unbedingt zur
Arztpraxis oder zum Krankenhaus fahren.“ Das
gilt unabhängig vom Alter auch, wenn Kinder starke
Schmerzen haben, Nahrung verweigern, Acetongeruch
wahrnehmbar ist, die Kinder lethargisch wirken, eine
ungewöhnliche Hautfarbe haben, Krampfanfällen
auftreten oder trotz deutlicher Fiebersenkung
weiterhin deutlich leiden.
Gerade im Winter
scheint für viele Eltern kaum ein Tag ohne laufende
Nase oder Husten zu vergehen. Verlaufen die
Erkältungsbeschwerden komplikationslos, helfen
ausreichend Flüssigkeit, schleimlösende Medikamente,
passende Nasensprays oder auch das Inhalieren mit
einer Kochsalzlösung. Kommt Stöhnen, Röcheln oder
ungewöhnliche Geräusche beim Ein- und Ausatmen
hinzu, sollten die Eltern den Kinderarzt oder den
Notdienst konsultieren. Das gilt auch bei sehr
starkem Husten sowie weiteren Symptomen wie
Bauchschmerzen, starkem Krankheitsgefühl oder
Fieber. „Verfärbt sich die Haut gräulich oder
bläulich, tritt Blässe auf oder kommt es zu
Brustschmerzen, unbedingt den Notarzt oder
Rettungsdienst rufen“, warnt die
Kammer-Vizepräsidentin. „Das gilt auch, wenn sich
bei einem Säugling die Nasenflügel während des Atems
heftig bewegen.“
Magen-Darm-Infekte
treten bei Kindern ebenfalls häufig auf.
Beim Durchfall verliert der Körper viel Wasser und
damit lebenswichtige Elektrolyte. Säuglinge und
Kleinkinder können im Extremfall dadurch
Krampfanfälle bekommen. Müdigkeit, aber auch
zunehmende Apathie, kühle Beine und Arme sowie eine
verringerte Urinbildung weisen auf eine zunehmende
Dehydrierung hin. „Mein Tipp: Wenn man mit den
Fingern eine Hautfalte beim Kind bildet, diese
loslässt und sie länger als zwei Sekunden besteht,
ist das ein weiteres wichtiges Warnzeichen“, erklärt
Kathrin Luboldt. Ob bei kleinen oder großen
Patientinnen und Patienten: Durchfall behandelt man
in erster Linie mit Elektrolytlösungen aus der
Apotheke vor Ort. „Treten gleichzeitig Fieber,
Erbrechen, Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl auf,
gehört das Kind zur Ärztin oder zum Arzt.“
Die Apotheken vor Ort tun ihr Bestes, um Kinder mit
den notwendigen Arzneimitteln zu versorgen. Seit
einigen Jahren treten jedoch immer wieder
Lieferengpässe auf. „Ich empfehle Eltern, sich
sicherheitshalber mit wichtigen Arzneimitteln für
den Akutfall zu bevorraten.“ Die Apothekenteams
beraten kompetent zur richtigen Zusammenstellung der
Hausapotheke. Und das natürlich nicht nur für
kleine, sondern auch für große Patientinnen und
Patienten. "Und falls Arzneimittel nicht
lieferbar sind, suchen wir nach Alternativen und
fragen bei anderen Apotheken vor Ort nach, ob sie
dieses vorrätig haben.“
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