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„Weltbienentag“ am 20. Mai 2026: Bienenfreundlich Gärtnern und mitmachen
Zähl mit: Wie viele Wildbienen summen in deinem Garten?

Konstanz/Hamminkeln, 15. Mai 2026 – Wer gerade aufmerksam durch den Garten geht, hört es überall summen und brummen: Mauerbienen schlüpfen, Hummelköniginnen suchen Nistplätze, Sandbienen graben ihre Brutröhren. Wie viele dieser Insekten tatsächlich in privaten Gärten und auf Balkonen leben, ist schwer zu sagen, denn verlässliche Zahlen für Siedlungsräume fehlen fast vollständig. Zum Weltbienentag wollen Wildbiene + Partner sowie tausende Naturfreundinnen und Naturfreunde das ändern: Am 20. Mai findet die erste App-gestützte Wildbienen-Zählung in Europa statt.

Schwarmintelligenz für Wildbienen
Wer ein Bienenhotel oder eine andere Nisthilfe mit Hohlräumen besitzt, fotografiert sie am 20. Mai mit der MyBeeHome App von Wildbiene + Partner. Die integrierte Bilderkennung wertet aus, wie viele Nistgänge bereits verschlossen sind und gibt einen zuverlässigen Hinweis auf erfolgreiche Bruten. Das Prinzip dahinter heißt "Citizen Science": Tausende Bürgerinnen und Bürger liefern gemeinsam Daten, die kein Forschungsteam allein erheben könnte. Die anonymisierten Ergebnisse fließen in einen Wildbienen-Report ein, der nach der Zählung erstmals ein möglichst flächendeckendes Bild der Situation in Siedlungsräumen der Schweiz und Deutschland zeichnen soll.
„Jedes fotografierte Bienenhotel ist ein wichtiges Puzzleteil. Wenn viele Menschen zeitgleich mitmachen, erhalten wir eine großflächige Momentaufnahme der verschiedenen Wildbienenpopulationen. Richtig spannend wird es, wenn wir diese Daten standardisiert über einen längeren Zeitraum erfassen: Dann können wir die Entwicklung der Populationen direkt mit externen Faktoren wie dem Klima, Lebensraumveränderungen oder dem lokalen Blütenangebot in Zusammenhang bringen“. sagt Tom Strobl, Biologe bei Wildbiene + Partner.

Jeder Garten zählt
Von den rund 585 in Deutschland heimischen Wildbienenarten gilt etwa die Hälfte als gefährdet. Wissenschaftliche Erhebungen finden meist in Schutzgebieten oder auf landwirtschaftlichen Flächen statt – über ihr Leben in Gärten, auf Balkonen und im Stadtgrün ist wenig bekannt. Dabei werden genau diese Räume immer wichtiger: Viele Arten haben einen Aktionsradius von nur 200 bis 300 Metern. Ob sie dort Nahrung und Nistplätze finden, entscheidet über ihr Überleben.
„Ein Garten ist heute für viele Arten kein Nebenschauplatz mehr, sondern ein wichtiges Rückzugsgebiet. Umso wichtiger ist es zu wissen, was dort wirklich passiert", so Strobl.
Jedes Bienenhotel, jede Blühfläche und jeder unversiegelte Quadratmeter zählt. Wildbienen brauchen Nahrung in unmittelbarer Nähe ihres Nistplatzes, und das von März bis in den Herbst hinein. Reihen sich naturnahe Gärten und Balkone aneinander, entstehen sogenannte Trittsteine: ein Netz aus Lebensräumen, zwischen denen Wildbienen sich bewegen, Nahrung finden und neue Nistplätze besiedeln können. So wird aus vielen kleinen Bienen-Oasen ein zusammenhängender Lebensraum.

Was Wildbienen jetzt am meisten hilft
Aktuell sind besonders viele Arten unterwegs auf der Suche nach Pollen, Nektar und Brutplätzen.
Schon kleine Maßnahmen können viel bewirken:
Vielfalt statt Einheitsgrün: Eine Mischung aus Früh-, Sommer- und Spätblühern versorgt unterschiedliche Arten über die ganze Saison. Heimische Wildstauden wie Glockenblume, Natternkopf oder Wiesensalbei sind besonders wertvoll. Gefüllte Zierblüten, Geranien oder Rhododendron sehen schön aus, bieten den Bienen aber kaum Pollen.
Nistplätze zulassen:
Rund 70 Prozent der Wildbienen nisten im Boden. Offene, sandige Stellen, Totholz oder vertrocknete Pflanzenstängel vom Vorjahr sind wertvoll. Für die übrigen Arten eignen sich Wildbienenhäuser mit sauber gebohrten Niströhren.
Auf Pestizide verzichten:
Schon der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel im eigenen Garten schafft Lebensraum.

Das Citizen Science Projekt am 20. Mai soll zeigen, wo das Netz aus Gärten, Balkonen und Grünflächen bereits trägt und wo es noch Lücken gibt. „Die Bilder der Bienenhotels helfen uns die Entwicklung der Wildbienenpopulationen im Siedlungsraum besser zu verstehen und zu erkennen wo es noch Handlungsbedarf hat", erklärt Strobl und ergänzt: „Der Weltbienentag ist eine gute Gelegenheit, einmal genau hinzuschauen. Mit der MyBeeHome App kann man dabei nicht nur wertvolle Daten beitragen, sondern auch selbst entdecken, wer sich in den Niströhren des eigenen Bienenhäuschens verbirgt.

So machst du mit
Lade die kostenlose MyBeeHome App herunter, öffne sie am 20. Mai und fotografier dein Bienenhotel oder deine Nisthilfe. Die App übernimmt die Analyse. In den Folgetagen können Nutzerinnen und Nutzer die Artvorschläge prüfen und so die Genauigkeit des abschließenden Reports verbessern.

Nach der Zählung veröffentlicht Wildbiene + Partner einen ausführlichen Bericht in der App, der zeigt, welche Arten nachgewiesen wurden, wie viele Nester dokumentiert wurden und wie das Gesamtbild in Deutschland und der Schweiz aussieht.
MyBeeHome ist kostenlos im App Store und bei Google Play erhältlich.
Weitere Informationen finden Sie unter https://wildbieneundpartner.de/.


Weltbienentag“ am 20. Mai 2026: Bienenfreundlich Gärtnern und mitmachen
Einfache Tipps für blühende Vielfalt

Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb 2026 gestartet
Moers/Hamminkeln, 12. Mai 2026 - Im Mai ist im Garten besonders viel los: Das Pflanzenwachstum nimmt Fahrt auf und viele Wildbienen sind unterwegs. Nicht nur am Weltbienentag (20. Mai) sollten Beete und Grünflächen bienenfreundlich gestaltet werden, um die Artenvielfalt zu fördern.
Wer bewusst pflanzt und naturnah pflegt, schafft wertvolle Lebensräume.
Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen dabei. Dazu gibt es ein passendes Mitmach-Angebot für alle Bienenfreunde.

Tipp 1: Blätter von Frühblühern stehenlassen
Achten Sie darauf, die Blätter von Frühblühern wie Schneeglöckchen, Blaustern oder Krokus nicht abzumähen. Warum? Damit sie auch im nächsten Frühjahr wieder kräftig blühen können, sollten ihre Blätter vorher nicht abgeschnitten werden. Bald ziehen die Pflanzen sie ohnehin ein, und sie werden braun.

Tipp 2: Bitte keine Mähroboter einsetzen
Ein Mähroboter kann Blätter von Frühblühern und anderen Pflanzen nicht unterscheiden. Auch Amphibien, Blindschleichen oder Igel werden von den Geräten überfahren und schwer verletzt. Das ist besonders gefährlich, wenn die Maschinen in der Dämmerung oder nachts losgelassen werden. Es ist daher sehr zu empfehlen, auf Mähroboter zu verzichten.

Tipp 3: Wiesenmahd auf nährstoffreichen Böden
In der Regel sollten Blumenwiesen abschnittsweise im Juni und im Spätsommer geschnitten werden. Aber es gibt auch Ausnahmen: Für eine Blumenwiese, die auf nährstoffreichem Boden wächst, bietet sich der Mai für einen ersten Schnitt an. Und zwar dann, wenn es im Frühjahr viel geregnet hat. Nach dem Entfernen des Mahdguts gibt es wieder mehr Licht und Platz für Blüten, weil durch den Schnitt viel Grasmasse entfernt wird. Für alle anderen Wiesen ist dieser erste Schnitt noch zu früh.

Tipp 4: Schnitt von Säumen
Auch Säume können Sie nun schneiden. Aus den abgestorbenen Stängeln aus dem vergangenen Jahr sollten alle Insekten, die sie als Winterquartier genutzt haben, ausgeflogen sein. Schneiden Sie aber Teilbereiche von Säumen nur alle zwei bis drei Jahre. Dann haben Sie noch mehr Strukturen im Garten. Und wenn die braunen Stängel nicht stören, können Sie diese auch stehenlassen, bis sie von alleine umfallen.
 
Tipp 5: „Lieblingspflanzen“ pflanzen
Wildbienen brauchen Nektar und Pollen, um zu überleben. Beliebt bei ihnen sind heimische Wildpflanzen, darunter diese vier Arten: Natternkopf (Echium vulgare), Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum), Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Acker-Witwenblume (Knautia arvensis).

Wer detaillierte Listen sucht, wird auf der Website der Bienenschutzinitiative Deutschland summt! fündig:
www.deutschland-summt.de/bienenweide-pflanzlisten-und leitfaeden.html


Mitmachen für die Artenvielfalt: Der Weltbienentag ist ein hervorragender Anlass, um selbst loszugärtnern.
Verwandeln Sie Ihren Garten, Ihr Firmengelände, Ihre Kita, Ihre Schule oder eine andere Grünfläche in eine lebendige, naturnahe Oase mit heimischen Pflanzen, vielfältigen Strukturen und kreativen Ideen.

So schaffen Sie wertvolle Lebensräume für Wildbienen und viele andere Tierarten.
Wer mitmacht, kann sein Projekt beim Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb einreichen.

Der Wettbewerb ist ein Angebot der Berliner Stiftung für Mensch und Umwelt und findet jährlich vom 1. April bis zum 31. Juli statt.
Zu gewinnen gibt es Trophäen, Urkunden und Sachpreise.
Weitere Informationen: www.wir-tun-was-fuer-bienen.de Wettbewerbskontakt: Stiftung für Mensch und Umwelt Frau Julia Sander, Wettbewerbsleiterin Tel.: +49 30 394064-305 E-Mail: sander@stiftung-mensch-umwelt.de