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Mit Räumschild und Salzstreuer unterwegs
Enni-Winterdienst trainierte für den Ernstfall

Moers/Hamminkeln, 6. November 2026 - Mit einem rund drei Meter breiten Räumschild durch enge Straßen zu fahren, ist nicht einfach. Auch nicht für Männer, die tagtäglich große Kehrmaschinen oder Müllfahrzeuge bewegen. Deshalb hieß es am Freitag am Jostenhof: üben für den Ernstfall. Mehr als 30 Mitarbeiter der ENNI Stadt & Service (Enni) bereiteten sich dort auf die kommende Wintersaison vor. Neben Fahrern, die in diesem Jahr zum ersten Mal bei Schnee und Eis ausrücken, waren auch erfahrene Kollegen dabei. „Denn auch sie müssen erst wieder ein Gefühl für die großen Maschinen und ihre besonderen Abmessungen bekommen“, sagt Abteilungsleiter Ulrich Kempken.
 
Auf dem Programm standen Theorie und Praxis. Zunächst erhielten die Mitarbeiter eine Einweisung in die Tablets, über die Enni die Touren digital organisiert: Rund 400 Kilometer lang ist das Straßennetz, Vorrang haben bei Schnee und Eis die etwa 160 Kilometer Hauptverkehrsstraßen und Schulbuslinien sowie 51 Kilometer priorisierte Radwege. Anschließend ging es ans Steuer. Auf einem Parcours auf dem Betriebshof übten die Teilnehmer zunächst das sichere Manövrieren, bevor sie später auch im Moerser Stadtgebiet unterwegs waren. Dort ging es bewusst durch enge Straßen. „Ein Räumschild verändert die Abmessungen und das Fahrverhalten erheblich. Da muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Kempken.
 
Für Schnee und Glätte hält Enni neun Einsatzfahrzeuge bereit, drei davon speziell für Radwege. Zum Fuhrpark gehören unter anderem kleine Kompaktkehrmaschinen, mittelgroße Kipperfahrzeuge, große Wechselcontainerfahrzeuge und zwei Traktoren, die für ihre saisonale Aufgabe umgerüstet werden. Je nach Bedarf werden sie mit Räumschild sowie Streuaufbauten für Salz oder Sole ausgerüstet. Die Kollegen übten deshalb nicht nur das veränderte Fahrverhalten, sondern auch Breite und Länge der Gespanne sicher einzuschätzen. Die mehr als 30 Teilnehmer kamen aus den Bereichen Straßenreinigung, Abfallsammlung, Containerdienst, Straßenunterhaltung und Grünpflege, die bei Schnee und Eis Hand in Hand arbeiten. Je nach Wetterlage können bis zu 60 Mitarbeiter zeitgleich ausrücken.
 
Auch technisch entwickelt Enni den Winterdienst weiter. Voraussichtlich im Januar soll am Jostenhof die neue Soleaufbereitungsanlage in Betrieb gehen. Die benötigte Salz-Wasser-Lösung muss dann nicht mehr beim Landesstraßenbetrieb NRW in Genend geholt, sondern kann vor Ort hergestellt werden. Ein 50.000-Liter-Tank soll für ausreichend Vorrat sorgen, hinzu kommen aktuell 900 Tonnen Salz im Lager. „Mit der eigenen Soleanlage werden wir unabhängiger, schneller und wirtschaftlicher“, sagt Kempken. „Das spart langfristig Salz und Kosten und macht uns im Einsatz flexibler.“ Nachdem Technik und Mannschaft bereit sind, fehlt eigentlich nur noch der erste Frost. Ab sofort und bis Ende März steht die Rufbereitschaft. Bei angekündigten Temperaturen unter drei Grad Celsius kontrolliert ein Mitarbeiter bereits am frühen Morgen bekannte Problemstellen wie Brücken und Unterführungen. Stellt er dort Glätte fest, alarmiert er den Bereitschaftsdienst. „Und dann zahlt sich das Training aus“, sagt Kempken.
 
Bei Schnee und Eis sind aber auch die Moerserinnen und Moerser gefragt. Sie müssen die Gehwege vor ihren Grundstücken räumen und bei Glätte sichern. Wo und in welchem Umfang dies erforderlich ist, regelt die Straßenreinigungssatzung, die Enni im Internet veröffentlicht hat. Fragen rund um den Winterdienst beantwortet Enni zudem unter der kostenlosen Servicenummer 0800 222 1040.