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Neustruktur des ärztlichen Fahrdienstes in Nordrhein
Fahrdienst-Reform bewährt sich: KV Nordrhein zieht positive Halbjahresbilanz

Düsseldorf/Hamminkeln, 7. August 2026 - Zum Jahresbeginn 2026 hatte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein den ärztlichen Fahrdienst im Rheinland grundlegend neu aufgestellt. Zunächst als Pilotprojekt im Raum Düsseldorf/Neuss, zum April dann in ganz Nordrhein. Nach gut einem halben Jahr im neuen System zieht der KV-Vorstand jetzt eine positive Bilanz: Die Neustruktur bestehend u.a. aus zentral und digital gesteuerten Hausbesuchen sowie einem festen Pool an Diensthabenden mit einheitlichen Rahmenbedingungen funktioniert. Der hohe Zuspruch innerhalb der Ärzteschaft zeigte sich jüngst wieder bei der Dienstplanung für das vierte Quartal 2026: Innerhalb von nur zwölf Stunden wurden über 6.000 Dienste digital vorgeplant und vergeben. Damit sind sämtliche Fahrdienste bis Jahresende bereits heute vollständig personell besetzt.

Spürbare Entlastung für die Ärzteschaft
Seit Jahresbeginn ruht in Nordrhein die Verpflichtung der niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzte, Fahrdienste im Rahmen des ambulanten Notdienstes (abends, nachts, am Wochenende oder feiertags) zu übernehmen. Stattdessen führen Kooperationsärztinnen und -ärzte diese Besuche durch – also Mediziner, die sich bewusst und freiwillig für diese Aufgabe entschieden haben. Für die Niedergelassenen bedeutet das seitdem: keine verpflichtenden Fahrten mehr, keine spontanen Vertretungen, kein eigener PKW-Einsatz im ambulanten Notdienst. Durch die Kooperation der KV Nordrhein mit einem Dienstleister, der Fahrzeuge und Fahrer stellt, können sich die Mediziner im Fahrdienst nun voll auf die Vorbereitung und Nachbereitung der Besuche konzentrieren. Dazu kommt: Besonders zu den Nachtstunden ist die Begleitung durch einen Fahrer ein Sicherheitsgewinn.

„Über 800 Kolleginnen und Kollegen haben sich aktiv für den neuen Fahrdienst entschieden und einen Kooperationsvertrag mit uns geschlossen. Das ist kein Zufall – das ist Vertrauen. Und es zeigt: Wir sind mit dieser Reform genau den richtigen Weg gegangen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Weitere Verbesserung: Jede Kooperationsarzt ist während des Dienstes permanent mit der 116 117-Disposition der KV in Köln verbunden. Einsatzdaten und Patienteninformationen laufen von dort nun digital auf dem „Dienst-Tablet“ ein, noch bevor die Tür der Erkrankten erreicht wird. Sowohl die anschließende Dokumentation als auch die Abrechnung werden ebenfalls digital und damit papierlos unterstützt.

Struktur ermöglicht flexible Steuerung
Auch finanziell hat die Neustruktur mehr Klarheit geschaffen. Statt teils regional stark unterschiedlicher Umlagen für Ärztinnen und Ärzte gilt seit Jahresbeginn eine einheitliche Mitgliedsumlage für die Sitz- und Fahrdienststrukturen in Nordrhein von 242 Euro pro Quartal – für alle, transparent und solidarisch. In einigen Kreisen lagen die früheren Beiträge deutlich darüber. Für viele Ärztinnen und Ärzte bedeutet die Reform damit auch eine finanzielle Entlastung.

Geliefert hat die Reform auch mit Blick auf den überarbeiteten Zuschnitt der Fahrdienstbezirke: Statt 54 kleinteiliger und teils völlig unterschiedlicher Fahrdienstbezirke gibt es nun 20 neu zugeschnittene Bereiche in ganz Nordrhein – erarbeitet auf Basis der Analyse tausender Einsatzfahrten und wissenschaftlich simuliert. Das ermöglicht eine flexible, „atmende“ Steuerung, auch innerhalb laufender Schichten und bei erhöhtem Bedarf, etwa an Brücken- und Feiertagen.

Verlässliche Versorgung für fast zehn Millionen Menschen im Rheinland
Für Patientinnen und Patienten – vor allem für immobile und ältere Menschen – bedeutet die neue Struktur: verlässliche ärztliche Hilfe außerhalb der Sprechstundenzeiten, gesteuert über den kostenlosen Service der 116 117. Die Disposition der KV Nordrhein übernimmt die Koordination, die Kooperationsärztin oder der Kooperationsarzt ist auf dem Weg – informiert, vorbereitet, begleitet. Das spart Zeit und verkürzt Wartezeiten.

„Unser Fahrdienst funktioniert, weil er auf echten Bedürfnissen aufgebaut ist: auf dem Wunsch der Ärztinnen und Ärzte nach Planbarkeit und Entlastung – und auf dem Anspruch der Menschen in Nordrhein, auch nachts und am Wochenende verlässlich versorgt zu werden. Beides gelingt“, bilanziert auch Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. 

• Mehr als 800 Kooperationsärztinnen und -ärzte aktiv im neuen System
• Enormer Zuspruch bei der Dienstplanung
• Hausbesuche im Notdienst flächendeckend digital koordiniert



Unter Volllast überzeugt
Neue Fahrdienststruktur im Notdienst: KV Nordrhein zieht positives Fazit nach dem Osterwochenende

Düsseldorf/Hamminkeln, 8. April 2026 - Ostern ist traditionell eines der einsatzstärksten Wochenenden im ambulanten Notdienst, also zu der Zeit, in der die Fach- und Hausarztpraxen geschlossen sind. „Gerade an so einem verlängerten Wochenende zeigen sich auch besonders die Vorteile unserer neuen Struktur für den ambulanten Fahrdienst“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV Nordrhein).

Vorteil für Patienten: nachhaltig gesicherte Versorgung mit mehr Qualität
Seit dem 1. April stehen für ärztliche Hausbesuche außerhalb der Praxisöffnungszeiten (abends, nachts, am Wochenende oder feiertags) in Nordrhein spezialisierte Kooperationsärztinnen und -ärzte bereit. Zentral geplant, digital unterstützt und flexibel eingesetzt durch die KV. Den Auftakt machte im Januar die Pilotregion Düsseldorf/Neuss, dort wurde erfolgreich gestartet. Zum April folgte nun rund um das Osterwochenende der nordrheinweite Rollout.

„Die Reform des Fahrdienstes ist für uns der Startpunkt einer zukunftsfähigen und sicheren Gestaltung des ambulanten Notdienstes“, beschreibt Dr. Bergmann die Bedeutung der Fahrdienstreform. 

Gleichzeitig sorge die Reform für mehr Qualität in der Versorgung immobiler Patientinnen und Patienten. Dr. Bergmann: „Mit unserer neuen Software nehmen wir den Ärztinnen und Ärzten sehr viel Verwaltungsarbeit ab und durch die zentrale Steuerung können wir schneller und flexibler reagieren.“ Im besten Fall könne das auch die Wartezeit für den nächsten Patienten verkürzen, so der Vorstand der KV Nordrhein.

Fahrdienstleister bringt Zeit für mehr Fokus auf Patienten
Bisher mussten viele Haus- und Fachärzte für die Hausbesuche noch ihre eigenen PKWs nutzen. Auch das fällt nun weg. „Durch die Kooperation mit einem Dienstleister, der die Fahrzeuge und Fahrer stellt, kann sich der Arzt voll auf die Vorbereitung und Nachbereitung des Hausbesuches konzentrieren. Denn das ist, was für uns alle an erster Stelle steht: eine bestmögliche und gesicherte Versorgung der Menschen in Nordrhein.“ Dazu kommt: Besonders zu den Nachtstunden ist die Begleitung durch einen Fahrer ein Sicherheitsgewinn.
 
Frank Bergmann: „Wir sind mit dem Start unter dem Strich sehr zufrieden. Unsere Erwartungen, die wir aufgrund der Erkenntnisse der Pilotphase gemacht haben, haben sich erfüllt. Und wir wissen nach diesem Wochenende nun auch, wo und wie wir den einen oder anderen organisatorischen Ablauf proprietär vor Ort in den Bezirken noch anpassen werden.“ Insgesamt gab es rund 3.200 Einsätze am verlängerten Osterwochenende.

Dank an die diensthabende Ärzteschaft und das Projektteam
„Dass das erste Wochenende in der neuen Struktur nun trotz einzelner Herausforderungen erfolgreich war, ist der Vorarbeit des Projektteams und den Menschen zu verdanken, die an den Feiertagen im Einsatz waren“, betont der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein Frank Bergmann. „Das lange Wochenende war sehr arbeitsreich, neben einigen dutzend Ärztinnen und Ärzten waren zudem auch viele Fachleute der KV Nordrhein im Einsatz, um die ambulante Versorgung der Menschen in Nordrhein sicherzustellen. Jeder und jedem einzelnen möchte ich herzlich für das Engagement danken!“
 
Jetzt werde man die Erfahrungen aus der ersten Einsatzwoche strukturiert auswerten. „Unsere neue Struktur bietet uns jederzeit die Möglichkeiten, weitere Anpassungen – auch kurzfristig im laufenden Betrieb – zu machen.“
Das habe sich am Osterwochenende bereits ausgezahlt. „Wir werden unsere neuen Erkenntnisse nutzen, um wichtige Kleinigkeiten anzupassen, wenn es nötig wird. Heute aber sind wir alle dankbar und zufrieden über das vergangene Osterwochenende“, so der Vorstand der KV Nordrhein.


Weitere Informationen zur neuen Fahrdienststruktur in Nordrhein.

Die KV Nordrhein lädt ebenso interessierte Ärztinnen und Ärzte ein, Teil des neuen Fahrdienstes zu werden – weitere Informationen finden Sie hier.